Das strenge Reichen-Bezirksgericht

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„Oisdaun, de Gschit woa aso“ berichtete Herr A. Seit mindestens zwanzg Joa, geh I in mei Stammbeisl. Im „büllichn Paraba“, so hast des Lokö, do gibt’s imma a  büllichs Menü füa mi. Ich zöh mi zua de oaman Leit, do derfs ned vü kostn, dös Papperl. Suppn, Hauptgericht und a klane Nochspeis füa 4,40, dös passt. I gib a oiwei 0,10 € Trinkgöd. Kuaz nochm Eastn, do leist I ma a Viertl Obi gspridtzd. Daun lies I no de KLONE, wei dös is des Blattl füa’s oame Voik. Herr Rat mia geht’s ned schlecht, oba seit der Herr Kläga a in unsa Beisl kummt, is vorbei mid da Ruah.“


Der Kläger, ein Herr mittleren Alters, von biederer Blödheit gepaart mit gemeiner Gefährlichkeit, modisch gekleidet, in bemühtem Hochdeutsch: “Herr Rat, ich zähle mich zur Mittelschicht und muss sparen, damit ich nicht auch in so eine ärmliche Situation gerate wie der Angeklagte. Es ist schon ärgerlich, dass es in diesem Beisl keine vernünftige Tageszeitung mit Börsenkursen gibt, damit ich mein Vermögen mehren kann, denn wer nicht spart der nicht gewinnt.“

„Jo, oiwei schreit der Herr umadumm, de Kurse san am foin und wieso es ned de Finanschial Dimes zum lesn gabat, immahin sitz ma olle in an Boot“, meinte der Angeklagte und wurde unterbrochen.

„Klar, aber ich bin nicht zum Ruderer geboren, sondern steure den Kahn, damit es weiter geht. Dazu gehört gute Information,  damit man weiss was so  läuft in der Wirtschaft. Ich spar mir ja teure Restaurantbesuche und lebe ganz gut vom 4,40€menue!“

„Zum Monatsletztn, do is oiwei a bissl knapp mim Göd, hob i ma denkt, da reiche Herr do, dea kennt ma jo amoi es Menüt zoin. Weil ea jo eh imma reicha wiad, weil mia oame Leid jo spoan dan, damids da Mittlschicht guat ghed. Oisa frog I, Herr Rat, wirkli äußerst freundlich, ob a des 4,40zga Menü zoin dadat. Sog dea drauf: “Sozialschmarotzer,  greifen Sie doch einmal einem nackten Mann in die Tasche! Ich hab nix!“ No mehr hod dea ned braucht!“

„Der Angeklagte hat sich mit zwei seiner Freunde auf mich gestürzt und gebrüllt ‚Jetza schaun ma amoi, ob dea Herr wirkli ois a Nockata, kane Hosntoschn hod’ und haben mir meinen feinen Armanianzug vom Körper gerissen und dabei auch meine Seidenunterwäsche total ruiniert. Ich konnte flüchten, weil mir der Kellner sein Geschirrtuch geliehen hat, um meine Blöße zu bedecken. Ich verlange Schmerzensgeld und Ersatz für den Anzug“

„Stimmt ned, dös Gwand woa vom C&A“ entgegnete der Angeklagte. Die Verhandlung wurde vertagt um den Kellner als  Zeugen zu hören.