Travnicek und die Gemeinwohlökonomie
- Details
- Erstellt am Sonntag, 13. November 2011 19:45
- Geschrieben von Dieter Braeg
- Zugriffe: 181
Travnicek und sein Freund sitzen im Kaffeehaus
Kurzdramolett von
Dieter Braeg
Unter Verwendung von Originaltexten von Helmut Qualtinger und Christian Felber
FREUND Travnicek, Sie lesen?
TRAVNICEK Nonaned, Bilder werd ich mir anschaun.
FREUND Lesen bildet ja, was Travnicek lesen sie denn?
TRAVNICEK Ein Buch vom Herrn Felber über Gemeinwohlökonomie!
FREUND Was, Travnicek, halten Sie denn davon?
TRAVNICEK Wir stehen vor einer schleichenden Umwandlung des Finanzsystems von einem dem Gemeinwohl dienenden Infrastruktursektor hin zu einem Markt mit gewinnorientierten Unternehmen….
FREUND Woran, Tranvicek erkennen Sie diese Entwicklung?
TRANVNICEK Schaunsie, schaunsie – Ich kauf mir neulich a Tischlampen österreichischen Ursprungs. Ich schalt’s ein. Sie brennt nicht. Ich schraub’ die Birn aussi, fallt die Fassung heraus. Gut. I nimm a andere Fassung, schraub’s ein, bricht der Schrim ab. Wie i die Lampen wieder beisammen g’habt hab und ansteck’ haben wirt im ganzen Bezirk a Stund’ lang kein Strom g’habt.
FREUND Was Travnicek, hat das mit Gemeinwohlökonomie zu tun?
TRAVNICEK No, a Stund ka Liacht, das nutzt der Umwelt. Des ist zwar gemein, oba da Unwelt tut’s gut!
FREUND Verstehe, sie denken dass alles auf zwei Beinen stehen muss, gemein&wohl?
Travnicek (fuchtelt mit den Händen entsprechend der Felberschen Rhetorikmethode in der Luft herum und erzeugt Luftlöcher und schlägt einen pseudowissenschaftlichen Ton an)) Wir sollen unser menschliches Gegenüber und seine/ihre Bedürfnisse, Gefühle und Meinungen gleich ernst nehmen wie die eigenen –als Ausdruck des gleiches Wertes. Wir dürfen die andere Person nie instrumentalisieren und primär als Mittel für den eigenen Zweck verwenden.
FREUND: Ich sehe, Sie sind bewandert. Können Sie mir ein Beispiel geben für gemein&wohl?
TRAVNICEK: Neulich war ich beim Zahnarzt, der hat mir ein Implantat gesetzt.
FREUND Aha, Sie waren sicher in Ungarn und sind der österreichischen Zahnarztkunst in den Rücken gefallen.
TRAVNICEK Unterbrechen Sie mich nicht ständig, ich denke und handle europäisch und spare wie ein Grieche. Natürlich ist mein Implantat aus Österreich. Ich kauf mir eine Leberkässemmmel nach der Zahnbehandlung. Beiß rein…
FREUND Und?
TRAVNICEK Na das ganze Implantat ist im Semmerl samt Leberkäs stecken geblieben.
FREUND Was bitte ist daran gemein&wohl?
TRAVNICEK No, das mit dem kaputten Implantat war gemein, aber das Leberkässemmerl hat meinem Hunger wohlgetan und ihn gestillt.
Dieter Braeg
Dipl. Berufsrevolutionär (nach der Rudi Dutschkemethode)
11.11.2011


















