Travnicek und die Gemeinwohlökonomie

Travnicek und sein Freund sitzen im Kaffeehaus

Kurzdramolett
Unter teilweiser Verwendung von Originaltexten von  Helmut Qualtinger und Christian Felber

FREUND: Travnicek, Sie lesen?
TRAVNICEK: Nonaned, Bilder werd ich mir anschaun.
FREUND: Lesen bildet ja, was Travnicek lesen sie denn?
TRAVNICEK: Ein Buch vom Herrn Felber über Gemeinwohlökonomie!
FREUND: Was, Travnicek, halten Sie denn davon?
TRAVNICEK:  Wir stehen vor einer schleichenden Umwandlung des Finanzsystems von einem dem Gemeinwohl dienenden Infrastruktursektor hin zu einem Markt mit gewinnorientierten Unternehmen….
FREUND: Woran, Tranvicek erkennen Sie diese Entwicklung?

TRANVNICEK: Schaunsie, schaunsie – Ich kauf mir neulich a Tischlampen österreichischen Ursprungs. Ich schalt’s ein. Sie brennt nicht. Ich schraub’ die Birn aussi, fallt die Fassung heraus. Gut. I nimm a andere Fassung, schraub’s ein, bricht der Schrim ab. Wie i die Lampen wieder beisammen g’habt hab und ansteck’ haben wir im ganzen Bezirk a Stund’ lang kan Strom g’habt.
FREUND: Was Travnicek, hat das mit Gemeinwohlökonomie zu tun?
TRAVNICEK: No, a Stund kan Strom, das nutzt der Umwelt. Des ist zwar gemein, oba da Unwelt tut’s gut!
FREUND: Verstehe, sie denken, dass alles auf zwei Beinen stehen muss! Gemein&wohl?
TRAVNICE: (fuchtelt mit den Händen entsprechend der Felberschen Rhetorikmethode in der Luft herum und erzeugt inhaltslose Luftlöcher und schlägt einen pseudowissenschaftlichen Ton an) Wir sollen unser menschliches Gegenüber und seine/ihre Bedürfnisse, Gefühle und Meinungen gleich ernst nehmen wie die eigenen –  als Ausdruck des gleiches Wertes. Wir dürfen die andere Person nie instrumentalisieren und primär als Mittel für den eigenen Zweck verwenden.
FREUND: Ich sehe, Sie sind bewandert. Können Sie mir ein Beispiel geben für Gemein&wohl?
TRAVNICEK: Neulich war ich beim Zahnarzt, der hat mir ein Implantat gesetzt.
FREUND: Aha, Sie waren sicher in Ungarn und sind der österreichischen Zahnarztkunst in den Rücken gefallen.
TRAVNICEK Unterbrechen Sie mich nicht ständig, ich denke und handle europäisch und spare wie ein Grieche. Natürlich ist mein Implantat aus Österreich. Ich kauf mir eine Leberkässemmmel nach der Zahnbehandlung. Beiß rein…
FREUND: Und?
TRAVNICEK: Das Leberkässemmerl hat gewonnen!  Na das ganze Implantat ist im Semmerl samt Leberkäs stecken geblieben.
FREUND Was bitte ist daran Gmein&wohl?
TRAVNICEK  No, das mit dem kaputten Implantat war gemein, aber das Leberkässemmerl hat meinem Hunger wohlgetan und ihn gestillt.

Dieter Braeg (Text&Grafikmontage)
Dipl. Berufsrevolutionär (nach der Rudi Dutschkemethode)