Sie suchen wieder. Im dunklen Tann. In den blauen Bach- und Flussflutfluren. In Feuchtbiotopen und sogar auf Bioackerland. Ja selbst dort, wo sich Fuchs, Hase und Gämse gute Nacht wünschsagen, wird eifrig das ach so stolznationale Suchauge ausgefahren, ob es nicht ein kleines Krümelchen Heimatlandsporen gäbe, aus denen ein Vaterland entstehen könne.


 »Überall ist Vaterland« schwafeln schwofend Politikerinnen und Politiker, landein- und auswärts, sogar in Österreich hat man gelernt, und aus »Der Papa wird’s schon richten« ist »Der Kurz ist ein Heimateinrichter« geworden. Die Mutter der CDU, der Ex-Kanzler Gerhard nebst Grünkatrinchen, alle suchen sie das Heimatland. Der Herr Lindner hat sich umtaufen lassen und heißt nun Heimatsuchlindner. Nirgendwo ist man mehr sicher, ob in Kreuzberg oder auf Im-Wald-und-auf-der-Heide oder sogar in der Neusser Skihalle, überall wird’s Heimatland gesucht. Beim Fundamt erscheinen täglich traurige Kinder mit noch traurigeren Kinderaugen und fragen tränenreich: »Hattu Heimatland?« Man braucht es, weil man Gastgeber sein will, für Freunde. Aber die müssen Geld haben und eine weiße Hautfarbe, und betteln dürften sie auch nicht!


 In den Bundeswehrkasernen werden Rekruten gezwungen, Tag und Nacht das Heimatland nicht nur zu suchen, sondern es, obwohl noch nicht gefunden, auch kräftig zu ehren und zu verteidigen. Auf den Kleininseratseiten, wo früher Weib- und Mannlein einander zwecks emotionaler, wirtschaftlicher und geschlechtlicher Beglückung suchten, da suchen nun alle, na was? Das Heimatland!


 Die Heimatlandsucher reden die Vergangenheit gut mit Gegenwartswörtern. Sie haben von nichts gewusst, weil Wissen Macht ist und ihre Furcht davor Leben gerettet hat. Wer die Heimat sucht, beobachtet. So sind sie, die Heimatlandsucher, mal wieder, und heben die Hand, damit es Schatten gibt beim Beobachten, damit nicht das Völkische sichtbar wird, das so schön braun ist. Eine Farbe die immer geliebt wird, wenn man das Heimatland finden will. So suchen sie per geheimem DNA-Gentest die Heimatlandmutter und den Heimatlandvater. Max Schneckenburger hat Konjunktur: »Lieb' Heimatland, magst ruhig sein, / Fest steht und treu die Wacht am Rhein!« (1840). Ja, da macht es doch Spaß zu Gast zu sein! Bei wem? Na bei Ausländerfeinden!


Da halte ich dagegen:

 

HEIMATLAND
 
HEIMATLAND & FREMDENHASS
HEIMATLAND & KAFFEESPASS
HEIMATLAND & ALTBIERDURST
HEIMATLAND & CURRYWURST
HEIMATLAND & SCHWEINEPEST
HEIMATLAND & SCHMUTZ IM NEST
 
HEIMATLAND & SCHEISS MIT REIS
HEIMATLAND & BODENPREIS
HEIMATLAND & ABWERHRKRAFT
HEIMATLAND & ABSCHUBHAFT
 
HEIMATLAND

DU

RUFST

NACH

MIR?

HAST N’ FORMULAR DAFÜR?