1Ein Landtagswahlkampfdrama in einem Akt

Ausstellung.
Eine Wurstmaschine wird vorgeführt. Ein Metzger schiebt ein künstliches Schwein hinein. Elektrizität wird eingeschaltet. Jürgen Rüttgers schwadroniert zum Thema Wirtschaftswunder. Fünf dicke Wahlmanager mit Diamantringen am kleinen Finger stehen um ihn herum.
Ein Glockenzeichen: Aus der Maschine kommen Berge von Wiener Würstchen heraus. Alles ist entzückt, stolz und glücklich. Während sich das durch Wahlversprechungen benegelte Volk um den Redner drängt, blickt Landesvater Jürgen Rüttgers neugierig in die offene Maschine.
Signal!
Er verschwindet!
Alles ringt die Hände - man kann die Maschine nicht abstellen.
Signal: ein Berg HanneloreKraftWolfgangZimmermannimitationen verläßt die Maschine.
Herr Rüttgers gibt den Wahlkampf auf und fällt in Ohnmacht.

Vorhang.

... Nimm Rouge vom Institut!

*Es gab einmal eine Zeit, da trafen sich die von Hartz IV betroffenen und gegen Sozialraub engagierten Menschen in der Geschäftsstelle der WASG und späteren Linkspartei im westfälischen Hamm in der Oststraße.
Aufbruchsstimmung herrschte hier, rege Diskussionen und Nachfolgeaktionen der Montagsdemos prägten das Bild. Optisch setzte Aktivist Olaf Akzente, indem er die gesamte Schaufensterfront mit einer Wandzeitung tapezierte - und ihm nach wenigen Tagen schonend beigebracht werden musste, dass die chinesische Kulturrevolution schon längst vorbei war und die vielen Texte kaum jemand lesen würde.*

Von nun an schmückten zwei überdimensionale Poster mit den Köpfen von Oskar und Gregor die Schaufensterauslage.

Entschlossen schauten sie die schmale Einbahnstraße hinüber zum politischen Gegner. Zur CDU-Geschäftsstelle. Dort guckten Frau Merkel und Laurenz Meyer aus dem Fenster. Es war also nur noch eine Frage der Zeit, wann die typische Blockkonfrontation im Stile von Don Camillo und Peppone ihre Uraufführung feiern konnte.

1Nichtentscheider bestimmen das Bild der Partei Die Linke. In Österreich fand gestern die Wahl zum Bundespräsidenten statt, die Wahlbeteiligung lag unter 50%. ÖsterreicherinÖsterreicher  verweigerten den Stimmzettel und die Kommentatorin Sylvia Wörgötter der Salzburger Nachrichten, die im Vergleich zu den meisten Presserzeugnissen Deutschlands noch als seriöse Tageszeitung bezeichnet werden kann, meinte zu diesem Ergebnis: “Nicht die Nichtwähler sind verantwortlich für die katastrophale Wahlbeteiligung, sondern die politische Kaste ist es. Gewonnen hat Heinz Fischer, verloren hat die Demokratie. Das ist der kurze Nenner, auf den sich der gestrige Wahlsonntag bringen lässt.“

1Mönchengladbach hat zwei Landtagswahlkreise (49 und 50). In Mönchengladbach gibt es „Begeher“. Sie folgen den Spuren des Winters, die, so das Presseamt der Stadt,  „unübersehbar“ sein sollen.  Aufgeplatzte Asphaltdecken, Risse und tiefe Löcher prägen das Bild vieler Straßen im Stadtgebiet. Insgesamt 1.577 Frostschäden haben die zehn Begeher des Straßenmanagements der Stadt nach einer exakten Bestandsaufnahme in den vergangenen Wochen aufgenommen. Erste gravierende Schäden wurden aus Gründen der Verkehrssicherheit in den letzten Wochen mit einem Kaltasphalt provisorisch behoben.
Ob jemals umfangreich repariert wird, damit nicht die verantwortliche Kommunalpolitik, die bisher 1,2 Milliarden Schulden zu verantworten hat (vor allem die CDU unterstützt vom christlichen Zentralorgan der LINKSausgrenzung „Rheinische Post“) zum Schadensersatz antreten muss, bleibt fraglich. Mit so vielen Schlaglöchern lässt sich ja eine überaus kostengünstige „Verkehrsberuhigung“ betreiben.

1Die Prüfungskommission hat den Prüfling durchfallen lassen. Es fehlt an
Demokratiefähigkeit und dazu kommt noch ein latentes DDRmissverständnis.
Geklärte Verhältnisse braucht das Land, meinen GRÜNE und SPD. Wer in
diesem Land zu viel Freiheit verlangt, dem Kapital nicht über den Weg
traut,  der verordneten Armut  im Weg steht, der kommt in die
Klärungsanlage der neoliberalen Parteien samt ihrem Helfershelfer der
bürgerlichen Presse und verlässt diese als Koalitionsunfähiger.

Wenn man nun in der Erklärung des Landesvorstands NRW liest, dass die
„zwei zentralen Forderungen“ im Landtagswahlkampf

*Rüttgers muss weg! Jeder Stimme für DIE LINKE ist eine Stimme gegen Rüttgers!
*Wir wollen einen Politikwechsel für mehr Demokratie, freie Bildung und soziale Gerechtigkeit

1Die größte Ausrede bei der Herumkickerei war ja schon immer dieses „Der Ball ist rund“, da ist es nicht weit und die Welt wird zur Scheibe und es herrscht in der großen öffentlichen Meinungsfabrik jene Stille, die ablenkt. Vuvuzelas tröten, ohne beobachtet zu werden, wird gehungert, diktaturt und  der Aidstod feuert, unbeobachtet, fröhliche Urständ. Alles schön bunt, oder was?

Zahlen gefällig?

1Jetzt reisen sie wieder, die Dienstfrauen&Männer und äußern Bedenken. TrägerinnenundTräger der Geistlosigkeit die sich den Mund mit der Unschuldsvermutung ausspülen, bilden Meinung, weil man sich per BILD ja in der besten aller schlechten Gesellschaften befindet.

Im Februar 2010 warnt Fritz Pleitgen, Vorsitzender der Geschäftsführung der Ruhr.2010 GmbH, vor einer Absage der Loveparade in Duisburg. „Hier müssen alle Anstrengungen unternommen werden, um dieses Fest der Szenekultur mit seiner internationalen Strahlkraft auf die Beine zu stellen.“

Dort wo geöffnet ist, da lauert das Offene. Da ist kein Weg zu weit und kein Wort zu teuer um es billig einzusetzen. Das Geschlossene, geölt mit offenen Worten, die die Tinte nicht wert sind, mit der sie geschrieben wurden, illustrieren den Zustand der Partei Die Linke. Ein Parteiprogrammentwurf der es wert wäre diskutiert zu werden, wird versenkt, weil derzeit der Offene Brief in der Partei Die Linke. die feinste Form ist, miteinander übereinander herzufallen.
Vor einigen Tagen war auch ich Gast einer kleinen Runde linker Menschen, die an einem schönen Sommerabend geräucherten Fisch, herrliche Salate (alle aus Eigenbau)  in Trostberg genießen konnten. „Nun sind wir“, meinte einer der vielen weisen Menschen die da saßen „angekommen und eine Partei wie jede andere!“

Widerspruch?
Kaum möglich!

Caren Lay, MdB und Werner Dreibus, MdB haben immer ein wenig Zeit neben der aufreibenden Arbeit im Bundestag und im eigenen Wahlkreis,  auch noch etwas für die Aufklärung der Genossinnen und Genossen zu tun, die im Landesverband Bayern der Partei Die Linke. organisiert sind. Die Doppelbelastung auch noch als Bundesgeschäftsführerin und Bundesgeschäftsführer der Partei zu agieren, wirkt stich aus.

Am Montag den 13.9.2010 erreichte alle zahlenden und nichtzahlenden Mitglieder des bayerischen Landesverbandes der Partei ein Brief, der verkündet: “Leider ist der Landesverband Bayern unserer Partei in den vergangenen Wochen wiederholt negativ in die Schlagzeilen geraten.“

Gelegentlich treffen sich in deutschen Landen welche, die sich gar nicht treffen, um sich zu treffen, sondern um sich in der Tagespresse nachzulesen, wie sie sich getroffen haben, und eigentlich gar nicht mal so sehr, um zu wissen, wie sie sich getroffen haben, sondern um zu erfahren, wie sie dorthin gekommen sind, mit denen sie sich getroffen haben.

Es kommt schon mal vor, daß sie sich zwischen die Augen treffen; aber das ist eher selten und passiert zum Beispiel auf solchen Treffen, wo auch Elefanten da sind oder zumindest der Eindruck erweckt wird, es trafen sich auch Elefanten. Das ist dann zum Beispiel in Berlin oder im Karl Liebknecht Amt, wenn DieLinke.Politiker diesen mit dem Porzellanladen verwechseln.