1Schon wieder gibt es einen Parteispendenskandal in unserer blühenden Blödsinnlandschaft.
Im Parlament schwillt die Oralbanalrhetorikflut. Es plätschert empört aus allen Fraktionen raus in’s Land.

FDP und CSU haben von der Industrie Gelder in Millionenhöhe entgegengenommen. Unter den Spendern ist – man kann es in allen Gazetten lesen, im Rundfunk hören und auch privat und öffentlichrechtlich sehen  – ein schwerreicher Hotelbesitzer.
Sicher reiner Zufall, dass die deutsche Regierung gerade jetzt der Gastronomiewirtschaft einen dringenden Wunsch erfüllte und die Mehrwertsteuer auf Hotelübernachtungen senkte.

Eine Anleitung

1Liebe männlich&weibliche  Handlungsdürftige, HandlungsBEedürftige, liebe Bedürfnisleiter liebe ÖffentlicheBedürfnisanstaltsleiter,  liebe Auszeitlerinnen und Auszeitler, liebe Politiker.

Zunächst klären wir einige aktuelle politische Begriffe:

Handlungsbedarf – ist dieser schmale Grat zwischen der Ankündigung etwas zu tun und der Tatsache, dass es eigentlich längst getan sein sollte, weil die Folgen des Nichtgetanseins ein Tun sind, das das Nichttun heftig überlagert. Daran knüpft sich, wie jetzt im Falle aller politischen Parteien die ein Wahlprogramm machen, das deswegen Programm heißt, weil es genau so schlecht wie das öffentlich&private Fernsehprogramm ist, die überaus wichtige Frage aller Fragen im Hier&Jetzt: „Was tun wir hier und was tun wir jetzt?“ und wie funktionioert Hier&Jetzt überhaupt?

1Ein Landtagswahlkampfdrama in einem Akt

Ausstellung.
Eine Wurstmaschine wird vorgeführt. Ein Metzger schiebt ein künstliches Schwein hinein. Elektrizität wird eingeschaltet. Jürgen Rüttgers schwadroniert zum Thema Wirtschaftswunder. Fünf dicke Wahlmanager mit Diamantringen am kleinen Finger stehen um ihn herum.
Ein Glockenzeichen: Aus der Maschine kommen Berge von Wiener Würstchen heraus. Alles ist entzückt, stolz und glücklich. Während sich das durch Wahlversprechungen benegelte Volk um den Redner drängt, blickt Landesvater Jürgen Rüttgers neugierig in die offene Maschine.
Signal!
Er verschwindet!
Alles ringt die Hände - man kann die Maschine nicht abstellen.
Signal: ein Berg HanneloreKraftWolfgangZimmermannimitationen verläßt die Maschine.
Herr Rüttgers gibt den Wahlkampf auf und fällt in Ohnmacht.

Vorhang.

... Nimm Rouge vom Institut!

*Es gab einmal eine Zeit, da trafen sich die von Hartz IV betroffenen und gegen Sozialraub engagierten Menschen in der Geschäftsstelle der WASG und späteren Linkspartei im westfälischen Hamm in der Oststraße.
Aufbruchsstimmung herrschte hier, rege Diskussionen und Nachfolgeaktionen der Montagsdemos prägten das Bild. Optisch setzte Aktivist Olaf Akzente, indem er die gesamte Schaufensterfront mit einer Wandzeitung tapezierte - und ihm nach wenigen Tagen schonend beigebracht werden musste, dass die chinesische Kulturrevolution schon längst vorbei war und die vielen Texte kaum jemand lesen würde.*

Von nun an schmückten zwei überdimensionale Poster mit den Köpfen von Oskar und Gregor die Schaufensterauslage.

Entschlossen schauten sie die schmale Einbahnstraße hinüber zum politischen Gegner. Zur CDU-Geschäftsstelle. Dort guckten Frau Merkel und Laurenz Meyer aus dem Fenster. Es war also nur noch eine Frage der Zeit, wann die typische Blockkonfrontation im Stile von Don Camillo und Peppone ihre Uraufführung feiern konnte.

1Nichtentscheider bestimmen das Bild der Partei Die Linke. In Österreich fand gestern die Wahl zum Bundespräsidenten statt, die Wahlbeteiligung lag unter 50%. ÖsterreicherinÖsterreicher  verweigerten den Stimmzettel und die Kommentatorin Sylvia Wörgötter der Salzburger Nachrichten, die im Vergleich zu den meisten Presserzeugnissen Deutschlands noch als seriöse Tageszeitung bezeichnet werden kann, meinte zu diesem Ergebnis: “Nicht die Nichtwähler sind verantwortlich für die katastrophale Wahlbeteiligung, sondern die politische Kaste ist es. Gewonnen hat Heinz Fischer, verloren hat die Demokratie. Das ist der kurze Nenner, auf den sich der gestrige Wahlsonntag bringen lässt.“

1Mönchengladbach hat zwei Landtagswahlkreise (49 und 50). In Mönchengladbach gibt es „Begeher“. Sie folgen den Spuren des Winters, die, so das Presseamt der Stadt,  „unübersehbar“ sein sollen.  Aufgeplatzte Asphaltdecken, Risse und tiefe Löcher prägen das Bild vieler Straßen im Stadtgebiet. Insgesamt 1.577 Frostschäden haben die zehn Begeher des Straßenmanagements der Stadt nach einer exakten Bestandsaufnahme in den vergangenen Wochen aufgenommen. Erste gravierende Schäden wurden aus Gründen der Verkehrssicherheit in den letzten Wochen mit einem Kaltasphalt provisorisch behoben.
Ob jemals umfangreich repariert wird, damit nicht die verantwortliche Kommunalpolitik, die bisher 1,2 Milliarden Schulden zu verantworten hat (vor allem die CDU unterstützt vom christlichen Zentralorgan der LINKSausgrenzung „Rheinische Post“) zum Schadensersatz antreten muss, bleibt fraglich. Mit so vielen Schlaglöchern lässt sich ja eine überaus kostengünstige „Verkehrsberuhigung“ betreiben.

1Die Prüfungskommission hat den Prüfling durchfallen lassen. Es fehlt an
Demokratiefähigkeit und dazu kommt noch ein latentes DDRmissverständnis.
Geklärte Verhältnisse braucht das Land, meinen GRÜNE und SPD. Wer in
diesem Land zu viel Freiheit verlangt, dem Kapital nicht über den Weg
traut,  der verordneten Armut  im Weg steht, der kommt in die
Klärungsanlage der neoliberalen Parteien samt ihrem Helfershelfer der
bürgerlichen Presse und verlässt diese als Koalitionsunfähiger.

Wenn man nun in der Erklärung des Landesvorstands NRW liest, dass die
„zwei zentralen Forderungen“ im Landtagswahlkampf

*Rüttgers muss weg! Jeder Stimme für DIE LINKE ist eine Stimme gegen Rüttgers!
*Wir wollen einen Politikwechsel für mehr Demokratie, freie Bildung und soziale Gerechtigkeit

1Die größte Ausrede bei der Herumkickerei war ja schon immer dieses „Der Ball ist rund“, da ist es nicht weit und die Welt wird zur Scheibe und es herrscht in der großen öffentlichen Meinungsfabrik jene Stille, die ablenkt. Vuvuzelas tröten, ohne beobachtet zu werden, wird gehungert, diktaturt und  der Aidstod feuert, unbeobachtet, fröhliche Urständ. Alles schön bunt, oder was?

Zahlen gefällig?

1Jetzt reisen sie wieder, die Dienstfrauen&Männer und äußern Bedenken. TrägerinnenundTräger der Geistlosigkeit die sich den Mund mit der Unschuldsvermutung ausspülen, bilden Meinung, weil man sich per BILD ja in der besten aller schlechten Gesellschaften befindet.

Im Februar 2010 warnt Fritz Pleitgen, Vorsitzender der Geschäftsführung der Ruhr.2010 GmbH, vor einer Absage der Loveparade in Duisburg. „Hier müssen alle Anstrengungen unternommen werden, um dieses Fest der Szenekultur mit seiner internationalen Strahlkraft auf die Beine zu stellen.“

Dort wo geöffnet ist, da lauert das Offene. Da ist kein Weg zu weit und kein Wort zu teuer um es billig einzusetzen. Das Geschlossene, geölt mit offenen Worten, die die Tinte nicht wert sind, mit der sie geschrieben wurden, illustrieren den Zustand der Partei Die Linke. Ein Parteiprogrammentwurf der es wert wäre diskutiert zu werden, wird versenkt, weil derzeit der Offene Brief in der Partei Die Linke. die feinste Form ist, miteinander übereinander herzufallen.
Vor einigen Tagen war auch ich Gast einer kleinen Runde linker Menschen, die an einem schönen Sommerabend geräucherten Fisch, herrliche Salate (alle aus Eigenbau)  in Trostberg genießen konnten. „Nun sind wir“, meinte einer der vielen weisen Menschen die da saßen „angekommen und eine Partei wie jede andere!“

Widerspruch?
Kaum möglich!