1Da sind sie wieder alle, die die nichts zu sagen haben und reden und die, die was zu sagen hätten, aber nur schweigen dürfen. Das richtige Leben drängelt sich in Erfurt und auch sonstwo, wenn Parteitag ist, weil es etwas gibt, was auch sonst geboten wird. Hier treffen sich die die sich schon immer getroffen haben und sehen aus, wie man sie sonst immer wieder erlebt. Mit dem bekannten Erkennungswert – Marke NICHTweltverändernd!

Ihre Sprache ist Sprech, ihre Gesinnung flach, und die propagierten Veränderungen, die bleiben unbemerkt. Die Regeln sind wie immer, wer was
zu sagen hat, steht oben wer zuhört und ab und an die Stimmkarte hebt, sitzt unten. Die die bestimmen sind wenige und die Mehrheit die glaubt zu bestimmen sitzt dort, wo sie immer schon war und ist – UNTEN!

Die öffentliche Meinung, bezahlt durch Inserate, die vorgibt eine zu sein in diesem nichtunserem Land, zeigt ihre mindere Qualität etwa auf der Titelseite der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung:
„Linke will harte Drogen erlauben“ und begründet dies damit, dass die Delegierten für „eine Entkriminalisierung des Drogenkonsums und langfristig eine Legalisierung aller Drogen“ mit 211 zu 173 gestimmt hätten. Papier und Druckerschwärze kann sich gegen diesen Missbrauch der
Sprache, Inhalte und Gesinnung schon lange nicht mehr zur Wehr setzen.

Dem Publikum wird immer die gleiche Instandparteiberichtssoße geboten. Die Dreigehältersaga samt Porsche von Klaus Ernst und die „Wege zum Kommunismus“ der Gesine Lötsch, werden noch durch Schwachdeutschberichte in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung von einem Herrn Markus Wehner verfeinert , der die Politunfähigkeit der PDL so zu Papier bringt:

“Das Karl-Liebknecht-Haus, die Parteizentrale in Berlin, funktioniert unter dem Duo Lötsch/Ernst kaum noch. Von dort kommt jede Woche eine neue Idee – eine Linie ist nicht erkennbar.“

2Wer also jede Woche noch eine Idee hat, der treibt, ganz ohne Linie, wie ein Strich durch die politische Landschaft. Er ist als einer der einen dummen Kopf hat, nicht nur Leser sondern auch Autor der FAS! Da erkennt man, was so alles hinter so einer Zeitung steckt.

Parteitag, da wird die schmutzige Wäsche ja meist nicht gewaschen, höchstens ein wenig gelüftet und da war diese Rede von Gregor Gysi, wo er sich als Zentrist geoutet hat. Ein Mann der Mitte, ein Teil der Gesinnung schwebt rechts vom Mikrophon, der andere links. So hat dann auch die PDL endlich was, was andere Parteien auch so gerne besetzen! Mitte!

Das Programm ist verabschiedet, wird nun rasch wieder in irgend einer Schublade verschwinden, vielleicht auch einen Weg zu der immer kleiner werdenden Mitgliedschaft der Linkspartei finden, dort natürlich jene Wirkung entfalten, die bald nicht mehr reicht um bei Wahlen die 5% Hürde zu überklettern.

Das ist auch kein Wunder, wenn man Klaus Ernst darüber reden hört, wie er sich so die Vergesellschaftung vorstellt. Das erinnert an jene feinen Interessenvertreter die schon die 'Neue Heimat' in den Abgrund führten und auch die BfG (Bank für Gemeinwirtschaft). Visionen sind nix für
einen bayerischen IG Metallbetonkopf, der im bayerischen Landesverband mitverantwortlich dafür ist, dass es bei der nächsten Landtagswahl kaum mehr als 2% geben wird. Mit kaum mehr als 2000 Frauen und Männern die da Mitglied sind, ist ja kaum mehr zu erreichen.

Ein wenig Einsicht hatte ja Gregor Gysi bei seiner Rede – er bezweifelte, dass das neue Grundsatzprogramm der PDL vom Lastwagenfahrer oder anderen normal gestrickten Frauen und Männern gelesen und verstanden werden würde. Das wäre trockene Materie und da müssten mal
jene ran, die eben schreiben können. Daniela Dahn, war der Vorschlag.

Ich hätte da einen anderen Vorschlag, wie wär's mit einem Grundsatzprogramm-Comic? Als Texter empfehle ich auf's Schärfste Wiglaf Droste!

Aber ein Parteitag der PDL der so was beschließen würde, wird nie stattfinden!