1Landauf,  Landab und Landunter gibt es eine neue Diskussion, sie betrifft nicht  jenen Lohn der notwendig ist um Mensch ein Leben zu ermöglichen, das ich, man verzeihe mir dies, als ein sehr gutes bezeichnen möchte, weil Leben, auch in diesem nichtunserem Land, ein Recht darauf hat, sehr gut zu sein.

Wie immer entlarvt die Sprache recht rasch, was sich da wirklich abspielt im öffentlich unrechtlichen Medienraum, der für die durch Inserate bezahlte Meinungsbildung zuständig ist und den wir, auch noch mit weiteren Geldbeträgen am Leben erhalten, obwohl er nicht unsere Interessen vertritt.  Das Zauberwort heißt „Lohnuntergrenze“  und fleißig wird jene Frau gelobt, die diese Diskussion auf den Punkt brachte. Eine Ausbeutungshöchstgrenze schreit geradezu nach so einer Lohnuntergrenze.

Als noch völlig unwichtige politische und soziale  Gruppierungen  oder die Partei Die Linke. den Mindestlohn forderten, da gab es jenes „Schweigen im Walde“, das immer dann in dieser Gesellschaft zur Anwendung kommt, wenn man der asozialen Kapitalismuswirtschaft Schaden zufügen könnte.

Lohnuntergrenze? Stehen an dieser Grenze Wachtürme, wird scharf geschossen, wenn einer diese Grenze verletzt? Sicher nicht, die Politik, die sich als Geschäft versteht und es auch so betreibt, will auch weiterhin Deutschland als Billiglohnland etablieren, damit auch in Zukunft der  Gott Wachstum seinen Wahnsinn ausleben kann.

In dieser Billigdiskussion die man nicht überbewerten sollte, sie ist ein Weg von Frau Merkel, die von der österreichischen Tageszeitung zur „Mächtigsten Frau der Welt“ gekürt wurde, sich auch nach 2013 als Bundeskanzlerin zu etablieren, wenn es sein muss, mal wieder, in einer Koalition mit jenen Spezialdemokraten die aus einer Solidarpartei einen asozialen BereichertEuchverein gemacht haben.

Das Motto „Leistung muss sich lohnen“ trifft natürlich nur auf Spekulationsgewinne an der Börse zu, wo man nicht Menschen, sondern Geld arbeiten lässt.

Die deutsche „Arbeitswelt- Realität“ sieht allerdings anders aus:
Mit manipulierten Daten wird die Arbeitslosigkeit „sinkend“ gemacht, während auf der anderen Seite die Qualität der Arbeitsplätze. Im Niedriglohnsektor sind in diesem nichtunserem Land in der Zwischenzeit mehr als 6,6 Millionen beschäftigt, das sind doppelt so viele wie in Frankreich. Die bezahlten Stundenlöhne bewegen sich zwischen 3.-- und 8.--€. Der Skandal dieser ungeheuerlichen Ausbeutung wird noch deutlicher, wenn man in einer Studie der Universität Duisburg-Essen  lesen kann, dass vier von in diesem Niedriglohnsektor Beschäftigte über eine abgeschlossene Ausbildung verfügen.
Das straft diesen ZehncentFDPburschen Lidner der herumschwadroniert, dass Bildung zu höherem Einkommen führt und nicht die Lohnuntergrenzendebatte. Die Einkommenssituation der abhängig Beschäftigten sinkt immer weiter und in der Zwischenzeit müssen etwa 2,5 Millionen Beschäftigte, die einem Normaljob nachgehen, noch zusätzlich mit einem Minijob (im Monat nicht mehr als 400.--€) ihr Einkommen aufbessern. Die „Solidargemeischaft“ der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler hat im Jahre 2009 die Dumpinglöhne der Unternehmen mit insgesamt 11 Milliarden Euro subventioniert. Diese Art der Förderung der Gewinnmaximierung durch die Allgemeinheit  ist Ausdruck der asozialen Marktwirtschaft nach christlichspezialdemokratischem Muster.
Die wurde ganz ohne Volksbefragung eingeführt, weil es sich ja da um einen Abgabenmissbrauch handelt, der das durch das Grundgesetz geschützte Eigentum fördert und wachsen lässt. 

Dass die im Niedriglohnsektor Beschäftigten vom Jahr 2000 bis heute mit 22% weniger Lohn auskommen müssen, ist für jene die dafür sorgen, dass die Volksdenke  unter Niedriglohnsektorniveau bleibt, völlig egal.  So hat jemand der im Jahre 2000 noch 835.--€ im Monat bekam, heute  nur noch 705.--€ auf seinem Konto.
Das reale Durchschnittseinkommen aller abhängig Beschäftigten (mit Auszubildenden)  lag vor zehn Jahren  bei 1429.--€ buttto(!). Im Jahre 2010 sank es auf brutto 1394.-- € brutto. Joachim Möller (Direktor des Instituts für Arbeitsmarkt - und Berufsforschung):“Deutschland gilt heute als eines der OECD Länder mit de höchsten Anstieg der Lohnungleichheit“:

Von den etwa 31 Millionen abhängig Beschäftigter haben derzeit nur noch 23 Millionen einen Vollzeitarbeitsplatz, die Zahl der Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter steigt ständig und 15% der deutschen Gesamtbevölkerung leben an einer Grenze, die sich, weil die Sprache und Denke es nicht anders kann – an der Armutsgrenze nennt.

Jene die locker vernünftige Löhne zahlen könnten, sich selbst die Taschen füllen, brauchen Protest nicht zu fürchten. Im letzten Jahrzehnt sind die Einkünfte aus Vermögen und unternehmerischer Tätigkeit um 30 Prozent gestiegen und 10 Prozent der reichsten Haushalte kontrollieren und besitzen 60% des Gesamtvermögens.
Wer keine Mindestlöhne will, der greift selbst, ohne Rücksicht auf solidarisches Handeln zu:
Im Jahre  1987 betrugen die Vorstandsgehälter der im DAX vereinigten 30 wichtigsten Großunternehmen  monatlich im Durchschnitt 45 000.--€. Im Jahre 2007, also 20 Jahre später,  waren es 3,3 Millionen Euro. Eine Einkommenssteigerung von 650%!  Wer sich Jahr für Jahr die eigenen Einkünfte um mehr als 30% erhöht um dann die bescheidenen Forderungen der Gewerkschaften zum Untergang der Wirtschaft hoch zu stilisieren, gehört zum Mindestlohn,  den es in Deutschland nicht gibt, für den Rest seiner Lebenszeit an’s Fließband. Wie wär’s denn, Frau Merkel, mit einer Reichtumshöchstgrenze ?

Wer den Slogan „Leistung muss sich lohnen“ sabbelt ohne dabei das Hirn einzuschalten, falls vorhanden, der hat seine Gefühls- und Denkgrenze überschätzt, wenn er dafür einen „Mindestlohn“ fordert. Wie man heute am Fließband oder in anderen Produktionshöllen Leistung misst, muss hier wirklich nicht beschrieben werden, dass die Niedertracht der Politik und ihre Leistungsverweigerung die Interessen jener zu vertreten die sie gewählt und bezahlt haben eigentlich zum einem lebenslänglichen Einkommensverlust führen müsste, ist noch immer nicht Inhalt der Diskussion. Die Menschen in diesem nichtihrem Land zahlen eine Zeche, die sie nicht selbst durch fressen und saufen verursachten!

Heinz Bude (Soziologe) zur kapitalistischen Produktionsweise – sie setze : „eine unglaubliche Bewegung frei, die überall Verbindungen herstellt und eine allseitige, wie man heute sagt, globale Abhängigkeit begründet, aber in stummer Konsequenz nur einem letzten und einzigen Gesetz dient: dass aus Geld mehr Geld wird.“

Wer glaubt man könne mit einigen Regeln den Kapitalismus zähmen, etwa mit dem Transaktionssteuerpflaster oder gar einer Vermögenssteuerberuhigungspille, der denkt und lebt verkehrt. Die Leitidee des „bereichert Euch“ ist der Ausgangspunkt einer systembildenden Gewalt, die nicht durch reparierende Maßnahmen, und sei es die Felbersche Gemeinwohlökonomie, eine demokratische Bank, Regionalwährung oder sonstwas in die Schranken gewiesen werden kann!
Dieses Gesellschaftssystem ringt nach Atem, nähert sich mehr und mehr dem Ende. Friede den Hütten, Krieg den Palästen, schmeißen wir sie weg, die vergoldeten Ketten.
Neu beginnen!