1Na, war das nicht ein basisdemokratisches Ereignis der Sonderklasse in Hagen, beim Nominierungsparteitag samt Landtagswahlprogrammkaumdiskussion mit Verabschiedung, in dieser Stadthalle am „Wasserlosen Tal“ – das klingt nach Lederstrumpf vom Autor James Fenimore Cooper (1789–1851),  der ja auch den Roman „Der letzte Mohikaner“ geschrieben hat?

War das nicht feinstes ParteiCSUSPDCDUFDPGRÜNELINKENsprech mit dem man da in großem Bogen den Kampf aufnahm,  ohne auch nur im Ansatz das herrschende kapitalistische Gesellschaftssystem zu bekämpfen?

Auf den aussichtsreichen Plätzen der Landesliste findet man, bis auf eine Ausnahme, die bisherigen Platzhalterinnen und Platzhalter wieder, die schon bisher die Sitze im Düsseldorfer Landtag wärmten. Katharina Schwabedissen wurde per „Triumviratstrick“ zur Listenführerin gemacht, was zu recht kritischen Reaktionen der SL-Strömung führte.

Die Spitzenkandidatin verkündete in einem Interview mit der Jungen Welt u.A.: „Ich bin mir gar nicht so sicher, ob die Piraten unser Hauptkonkurrent sind. Viele Leute favorisieren diese Partei aus Protest heraus, von denen werden uns mit Sicherheit viele wählen. Wir reden schließlich nicht nur über Proteste, wir machen sie auch, konkret und gemeinsam mit den Bürgern.“

Wenn aus dem Protest heraus, dann irgendwann auch einer hinein findet, dazu noch diese Sicherheit kommt, die dadurch entsteht, dass man einer Zeitung eine Meinung mitteilt, dann hat man sich selbst so dumm gemacht, wie die Parteimitglieder sind, damit die glauben, sie seien so was von supergut wie die Katharina Schwabedissen.

Wenn auch nur der Eindruck entstehen sollte, da gäbe es doch tatsächlich eine starke außerparlamentarische Bewegung mit der die NRW Linkspartei was am Hut hat, der lügt sich in die eigene Tasche. Die Linke. ist hauptsächlich eine Parlaments- und Wahlpartei und ihr Parteileben spielt sich überwiegend in Büros und Hinterzimmern ab, das nur sporadisch von Infoständen und der Beteiligung an Demonstrationen unterbrochen wird.

2Will man den immer stärker werdenden Mitgliederschwund aufhalten, der sollte auf keinen Fall mit irgend einem verabschiedeten Programm werben. Warum? Verabschiedetes so etwas Veraltertes! Wer einen klugen Menschen für die Partei gewinnen will, der sollte diesen Menschen möglichst nicht zu einer Mitgliederversammlung einladen.

Die vier Werbeplakate, die man ohne Diskussion mit der Mitgliedschaft auf dem NRW Parteitag „verkaufte“ sind von einem derart naiven  Politikverständnis  und einer Einschätzung der gesellschaftlichen Verhältnisse in NRW getragen, dass einem Angst und Bange wird.
„Kita für alle – jetzt & gebührenfrei!“, „Löhne rauf – Ihr seid es wert!“, „Millionärsteuer als Schuldenbremse!“ und „Sozialticket für ganz NRW!“ so hat man beschlossen „sind die zentralen Botschaften, die DIE LINKE in den nächsten Wochen in ganz NRW plakatieren wird“.

„All diese Forderungen werden nur mit einer starken Linken im Landtag gehört werden“, erläuterte Landessprecherin Katharina Schwabedissen. Weil wenn man gehört wird, verändert sich, schwuppDIwupp die Welt.

Jaja, keine Idee haben und diese ausdrücken können – das ist zur Zeit Politik der Partei Die Linke.

Weil das alles so gut passt, gibt es eine Hoffnung, die sieht so aus, dass Oskar Lafontaine
als Parteivorsitzender  das Ruder übernimmt, damit es wieder aufwärts geht, zu neuen Ufern des Parlamentarismus, der die Welt weder gerettet noch verändert hat.  Die Linke. passt sich an. Wie bei einem Bundesligafußballverein wechselt man den Trainer, oder einen Manager, ansonsten bleibt die Mannschaft wie sie ist. Das klappt! Oder?

Trotz Trainerwechsel, das ist kein Geheimnis, steigen auch nach Ende der diesjährigen Bundesligasaison zwei Mannschaften ab. In der Politik hat’s die FDP schon erwischt….
Ein Platz im unter5%Segment ist noch frei!

Ich kann’s nicht lassen: „Toooor,Tooor,Toooor –I wea narrisch“ (Edi Finger)