1Eine theatrale Erkundung

FESTIVAL ZU SOZIALER UNGERECHTIGKEIT VOM 01. BIS 06. MAI 2012 in Salzburg

Das Landestheater Salzburg hat endlich die Krise entdeckt und informiert über eine, für Salzburg völlig untypische, Veranstaltungsreiihe:

„Gegen Ungerechtigkeit, für mehr Freiheit, für eine bessere Zukunft! Eine Protestwelle rollt um die Welt: In Nordafrika kämpfen die Menschen blutig gegen Diktaturen. In den USA prangert „Occupy Wall Street“ das ungerechte Wirtschaftssystem an, doch gleichzeitig finden sich auf Transparenten rassistische Parolen und antisemitische Verschwörungstheorien: Es fehlt an klarer Abgrenzung, klaren Positionen. In Spanien demonstrieren Studenten und junge Menschen ohne Perspektive. In Deutschland provoziert der Neubau eines Bahnhofs erbitterte Straßenschlachten mit der Polizei. Ist das alles der Anfang vom Ende, der Beginn einer neuen Zeit oder bloß ein Strohfeuer? Finden wir es heraus! Es wird Zeit, dass die Welle nach Salzburg schwappt. Deswegen sagen wir ab dem 1. Mai, dem Tag der Arbeit: Occupy Salzburg!

Gegen Ungerechtigkeit, für mehr Freiheit, für eine bessere Zukunft! Es wird Zeit, dass die weltweite Protestwelle nach Salzburg schwappt. Deswegen sagen wir( das Landestheater Salzburg) ab dem 1. Mai:

Occupy

Salzburg!

Vom 1. bis 6. Mai 2012 dreht sich alles um den Protest gegen weltweite soziale Ungerechtigkeit. Tragen Sie mit uns den Protest in die Stadt und kommen Sie in unser Festivalzentrum: eine Zeltstadt auf der Bastion (Zwergerigarten im Mirabellgarten)! Hier wird den ganzen Tag protestiert, diskutiert und gemeinsam etwas zur Veränderung beigetragen.
Beim „Spiel des Lebens stoßen die Zuschauer immer wieder auf Situationen und Szenen, von Salzburgerlnnen gespielt, die einen neuen Blick auf zentraleThemen der Protestbewegung ermöglichen und aufzeigen, wogegen die Bürger protestieren wollen.,,Fluchtwege macht die ersten Schritte eines Asylwerbers nach der Ankunft in Österreich erlebbar. Maxim Gorkis KlassikerNachtasyl zeigt Menschen im Schatten der Gesellschaft. Was passiert, wenn man aus dem sozialen Netz fällt? In einer szenischen Lesung von Albert Osterniaiers,,Erreger wird ein arbeitsloser Börsenmakler psychologisch beleuchtet Mitglieder des Opemensembies singen Lieder des Protests aus verschiedenen Ecken der Welt. In dem israelischen Gastspiel _Um Muhamad“ werden die Lebensgeschichten zweier älterer Frauen aus Israel und Palästina gegenübergestellt ohnetitel‘ präsentiert mit dem Georgier David Chuntschukaschwill einlbeater-Tanzprojekt, das wohl nie seinen Weg auf die große Bühne finden wird, da ihm die professionelle Tätigkeit am Theater als Asytwerber nicht möglich ist. Eine Studie über das Scheitern und die Macht der Kunst als Strategie des Widerstands. Die Anti-ACTA-Protestbewegung wird in einer Forumtheater-Szene problematisiert. Ein Konzert zeigt, warum auch „The Sound of Music“ Teil gesellschaftlicher Veränderung sein kann.,,Reden der Welr aus der Occupy-Bewegung werden von Ensemblemitgliedern vorgetragen. Eine Fotoausstellung dokumentiert das Leben der Straßenjugend in Nepal und Indien.
Bei der Theatertagung „Von Top Dogs, Krisen und Kapitalismuskritik“ in Kooperation mit der Evangelischen Akademie Tutzing dreht sich auf Podien und in Vorträgen alles um Reflexionen über Kunst und Krise: Welche Chance bietet die Krise für künstlerisches Schaffen?
Konzeption Angela Beyerlein, Astrid Großgasteiger



Wie schon 2011 bei unserem Projekt „Fremde Heimat“ rufen wir Salzburger Bürgerinnen und Bürger auf, gemeinsam mit dem Ensemble des Salzburger Landestheaters das Programm zu gestalten: Wir suchen Wutbürgerinnen und Wutbürger, aber auch besonnene und interessierte (Normal)BürgerInnen, die sich mit weltweitem Unrecht und dem Protest dagegen beschäftigen wollen. Spielfreude und Interesse am Thema sind die einzigen Voraussetzungen. Schließt euch uns an!

Programm: Festival Besetzt Salzburg! - Licht und Schatten

Dienstag, 01. Mai
13.00 Uhr Festivaleröffnung  - Bastion - Freier Eintritt
14.00 | 15.00 |16.00 | 17.00 Uhr
Reden der Welt
Beginn und Abschluss des Festivals bilden Textcollagen internationaler Reden der Occupy-Bewegung mit Auszügen gesellschaftskritischer Klassiker, von Ensemblemitgliedern des Salzburger Landestheaters vorgetragen. Eine theatrale Erkundung, die sich mit den ästhetischen Aspekten des Protests auseinandersetzt
Bastion
Freier Eintritt – Dauer: je ca. 20 min
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19.00 Uhr Spiel des Lebens. Ein Stationendrama Foyer des Landestheaters Freier Verkauf   
Dauer: ca. 2 h 20 min
Die Zuschauer begeben sich in eine Art Gesellschaftsspielanordnung. Zug um Zug muss neu reagiert, die Lage neu bewertet werden: Die Zuschauer stoßen immer wieder auf Situationen und Szenen, von SalzburgerInnen gespielt, die einen neuen Blick auf Altbekanntes ermöglichen und aufzeigen, wogegen die Bürger protestieren wollen.Was wird aus unserer Gesellschaft, wenn wir so weitermachen wie bisher? Und was können wir anders machen? Sind wir überhaupt bereit zu protestieren?
Termine: 01. und 05. Mai, jeweils 19.00 Uhr - Eintritt: 10 €

Mittwoch, 02. Mai
17.00 Uhr  Nachtasyl
Mit Maxim Gorkis Stück begeben wir uns in ein Obdachlosenlager: Bettler, Hungernde, Diebe und Falschspieler. Hoffnungslosigkeit und Elend ersticken die Kraft zum Neuanfang oder gar zur Revolte. Ein Klassiker mitten in unsere heutige Protestkultur hineinkatapultiert. Gespielt von Ensemblemitgliedern des Salzburger Landestheaters und spielwütigen SalzburgerInnen. Was passiert, wenn man aus dem sozialen Netz fällt? Im Schatten leben muss?
Bastion freier Verkauf – Dauer: ca. 1 h
19.00 Uhr  Erreger – Szenische Lesung

In Albert Ostermaiers dramatischem Text steht ein Börsenmakler im Mittelpunkt, der seinen Job verloren hat und gleichzeitig seine Fähigkeit, zwischen der Virtualität der Börsenmonitore und der Realität des Lebens zu unterscheiden. Eine intensive psychologische Studie mit starker Wirkung.
Bastion  Freier Verkauf – Dauer: ca. 1 h
21.00 Uhr Protestlieder
Die Tradition über Musik soziale oder politische Missstände zu thematisieren, hat auch im Theater einen festen Platz. Angefangen bei Bertolt Brecht und Kurt Weill bis zu Musicals wie Evita. Mitglieder des Opernensembles singen Lieder des Protests aus verschiedenen Ecken der Welt und zeigen, welchen Stellenwert Protestlieder haben.
Bastion Freier Eintritt – Dauer: ca. 40 min

Donnerstag, 03. Mai
18.00 Uhr WUTLITERATUR - LESUNG
Motive und Themen der geschriebenen Protestbewegung sind vielfältig und weitreichend: Krieg, Ausbeutung, Elend, Bildungskatastrophe, Kapitalismus … Die Monster der Gesellschaft, eingefangen von Schiller bis Bernhard.Das Wutpotential literarischer Klassiker soll in Form einer Lesung beleuchtet werden.
Bastion  Freier Eintritt – Dauer: ca. 1 h
19.30 Uhr Um Muhamad - GASTSPIEL AUS ISRAEL
Eine ältere israelische Frau trifft in einer virtuellen, interaktiven Begegnung auf eine ältere palästinensische Frau. Beide berichten, wie sie in ihren Mädchenjahren gezwungen waren Flüchtlinge zu sein. Die eine in Europa in den 1940er Jahren, die andere während der Nakba im Jahr 1948. Die jüdische Frau lädt die Öffentlichkeit in ihr Wohnzimmer ein, während sie mit der palästinensischen Frau auf dem Fernsehbildschirm interagiert. Die Lebensgeschichten der beiden Frauen verschwimmen allmählich und die geschichtlichen Ereignisse gehen ineinander über.
Eine Produktion von Smadar Yaaron in englischer und deutscher Sprache
Probebühne im Rainberg
Freier Verkauf – Dauer: ca. 1 h
Freitag, 04. Mai
17.00 Uhr Nachtasyl Bastion Freier Verkauf – Dauer: ca. 1 h
19.30 Uhr Fluchtwege. Ein Stationendrama
Eine Gruppe Asylwerber landet in Salzburg. Ihre erste Station ist eine provisorische Erstaufnahmestelle zur Abklärung des Asylanspruchs. Hier spielen sich menschliche Dramen ab. Emotionen kochen hoch, Träume zerplatzen. Am Ende entscheidet ein Stempel das Schicksal eines Menschen. Das Publikum erlebt am eigenen Leib die ersten Schritte eines Asylwerbers nach der Ankunft in Österreich. Das Projekt des letztjährigen Festivals wird aufgrund der großen Nachfrage wiederaufgenommen.
Foyer des Landestheaters Freier Verkauf –
Dauer: ca. 2 h
Samstag, 05. Mai
16.00 Uhr   ACTA VS. FACEBOOK
Forumtheater, das „Theater der Unterdrückten“, ist eine in den 1970er Jahren durch Augusto Boal in Brasilien bekannt gewordene Theaterform, in der die Trennung zwischen Zuschauer und der gespielten Szene aufgehoben wird.In Zeiten sozialer Netzwerke wie Facebook gehören private Informationen nicht mehr zur Privatsphäre. Die größte Angst zurzeit: ACTA könne unsere virtuelle „Freiheit“ angreifen. Forderungen der Facebook-Generation und der Anti-ACTA-Protestbewegung werden szenisch umgesetzt. Die Situation eskaliert, aber die Auflösung des Konflikts bleibt aus. Der Zuschauer selbst kann zum Mitspieler werden und versuchen das Geschehen zu verändern.
Bastion Freier Eintritt – Dauer: ca. 1 h
19.00 Uhr Spiel des Lebens. Ein Stationendrama Foyer des Landestheaters Freier Verkauf
Dauer: ca. 2 h 20 min
21.30 Uhr Protestlieder Bastion Freier Eintritt – Dauer: ca. 40 min
Sonntag, 06. Mai
14.00 Uhr Erreger – Szenische Lesung Bastion Freier Verkauf – Dauer: ca. 1 h
15.00 | 16.00 | 17.00 Uhr Reden der Welt Bastion Freier Eintritt – Dauer: je ca. 20 min
18.00 Uhr The Sound of Music – Konzert Heckentheater Im Anschluss: Podiumsdiskussion
Der Festspiele und Theater-Kinderchor wird mit Solisten Lieder aus dem Musical „The Sound of Music“ in englischer Sprache im Heckentheater vortragen. Denn auch Musical kann zu gesellschaftlicher Veränderung beitragen: Das Bombay Chamber Orchestra hat mit dem österreichischen Dirigenten Johannes Steinwender und Slumkindern in Mumbai „The Sound of Music“ konzertant auf die Bühne gebracht. Die Spenden der Aktion werden einer Schule für Slumkinder vor Ort zu gute kommen.
Musikalische Leitung: Wolfgang Götz

20.00 Uhr ohnetitel besetzt: Chuntschukaschwili!
David Chuntschukaschwili ist Theatermacher und Flüchtling. Mit 26 Jahren muss er Georgien verlassen, seitdem lebt er als Asylwerber in Österreich, dankbar um jede Möglichkeit, weiter im Theater tätig zu sein. Für einen Abend gehört die große Bühne nun ihm, aber auch hier: nur bis zum Eisernen Vorhang ... „ohnetitel“ gestaltet mit David C. ein Theater-Tanzprojekt, das nichts Geringeres als den „Weltenlauf“ zum Thema hat. Eine Studie über das Scheitern und die Macht der Kunst als Strategie des Widerstands.
Landestheater Freier Verkauf – Dauer: ca. 1 h