SOLIDARPAKT STALINGRAD

ENDE NOVEMBER 1942
250 000
STALINGRADEINGESCHLOSSENE
DER
6.ARMEE

ES ÜBERLEBTEN VON DEN GEFANGENEN:
22  DER 23 GENERÄLE
JEDER ZWEITE OFFIZIER
UND
VON DEN
MANNSCHAFTEN
JEDER HUNDERTSTE!

AN
DER
FORTSETZUNG

UND
VERBESSERUNG
WIRD
STÄNDIG
GEARBEITET...

dieter braeg
25.1.93

„Mit Schneewasser kochten wir eine Pferdefleischsuppe, in die wir an diesem Abend sogar noch einige Erbsen geben konnten, die wir uns für Weihnachten aufgespart hatten."

(Dieter Peters, vermisst)

 

„Ein Kochgeschirr voll und ein halbes Brot, da kannst Du Dir wohl denken, dass ich mich mal richtig wieder satt gegessen habe, das war unser Weihnachten.“
(Wolfgang Berg, Obergefreiter, vermisst)

Als Weihnachtsschmuck haben wir aus dürren gelbem Steppengras ein Adventkränzlein gebunden und meine letzten drei kleinen Kerzen daran gemacht.
(Letzter Feldpostbrief des Gefreiten der deutschen Wehrmacht, Paul Stöhr)

„…unsere gefallenen Kameraden lagen seit Tagen in der Nähe unseres Erdlochs. Wir konnten sie in dem gefrorenen Boden nicht bestatten. Ihre toten Augen blickten uns an. Es war das traurigste Weihnachten, das ich erleben musste.“
(Oberleutnant Horst Zank)

Am 18.2.1943 inszenierte in Berlin der Propagandaminister Joseph Goebbels in seiner Verbrecherrede, in der er den „totalen Krieg“ verkündete, auch noch den „Heldentod“ in Stalingrad. Da hatten sich die letzten Überlebenden der 6. Armee, es war der 30.1.1943,  längst ergeben.  Die Väter, Söhne und  Ehemänner waren längst zu Skeletten abgemagert.  Elendsgestalten inmitten einer Ruinenlandschaft, ausgemergelt, schwach, krank und dazu  erfrorene Gliedmaßen.

Viele  hundert Leichtverwundete wurden ausgeflogen. Grund: rasche Wiederherstellung damit man sie wieder an die Front zurückschicken konnte.Ein Arzt erinnert sich: „Das war schwer zu ertragen unsere schwerverwundeten Soldaten  begriffen, dass sie nicht mehr ausgeflogen wurden. Sie wurden einfach abgelegt. Zugleich wussten sie, dass Spezialisten ausgeflogen wurden oder höhere Offiziere den Schein bekamen, mit dem sie ins Flugzeug  steigen konnten. Das mit anzusehen sich hilflos zu fühlen, war das schlimmste Elend.“

Weihnachten 1942 starben an der Ostfront eine Million Soldaten der Roten Armee und genau so viele Wehrmachtsoldaten. In seinem Tagebuch schwärmt Goebbels:“…der Führer verfolgt den gigantischen Plan, beim Erreichen der russischen Grenze in den Nahen Osten vorzubrechen, Kleinasien in unseren Besitz zu bringen, Irak , Iran, Palästina zu überrumpeln und damit England nach dem Verlust dieser Quellen die letzten Ölreserven abzuschneiden.“

Die Zivilbevölkerung konnte Stalingrad,  das sich über 40 Kilometer an der Wolga ausbreitete, nicht verlassen und so drängten sich in der Stadt mehr als das Doppelte der Einwohnerschaft. Es gab ein Verbot von Stalin die Zivilbevölkerung zu retten und so mussten auch  sie um ihr Überleben kämpfen. Die Geschichte hat die Entbehrungen und den Kampf der Zivilbevölkerung verdrängt und vergessen. Für die Medien ist Stalingrad reduziert worden, auf die toten und überlebenden deutschen Soldaten. „Im Dienst verhungert“ meldete zu Weihnachten im Jahre 1942 ein Pathologe nach Berlin.

Weihnachten 1942, keine Stille Nacht Idylle,  da gab es noch immer auch NS-Fanatiker. In Stalingrad. Ein Augenzeuge: „Ich hab sie gesehen, das waren 200, 300 Mann. Auf das Eis von der Wolga haben sie die Munition gepackt. Hingestellt mit alle Mann: ‚Es lebe Deutschland! ‘ Dann gab es einen Knall, das Eis ging unter Wasser, kam wieder hoch, drehte sich ein paar Mal, und die waren weg. Die wussten nicht mehr weiter und hatten ein paar Fanatiker bei sich.“

General Paulus der zum Generalfeldmarschall ernannte, der vorher noch nicht einmal eine Division oder ein Armeekorps geführt hatte,  meldete nach Deutschland:  „Noch weht die Hakenkreuzfahne über Stalingrad“ und seine Soldaten kämpften „ohne schwere Waffen bis zum letzten Erschöpfungszustand“.  Das war für den Propagandaminister Goebbels der verwertbare „Heldentod“. Ende Januar 1943 melde Paulus nach Berlin:“ Unser Kampf möge den lebenden und kommenden Generationen ein Beispiel sein, auch in der hoffnungslosesten Lage nie zu kapitulieren, dann wird Deutschland siegen.“

Das Lebensende verbrachte er als Antifaschist in der DDR, in Dresden. Paulus starb am 1.2.1957.

„Keinem vernünftigen Menschen wird es einfallen, Tintenflecken mit Tinte, Ölflecken mit Öl wegwaschen zu wollen. Nur Blut soll immer wieder mit Blut abgewaschen werden.“ (Berta von Suttner)

Stalingrad? Längst verdrängt! Heute 77 Jahre später ist noch immer Krieg, mit dabei – deutsche Soldaten!

Dieter Braeg