Brecht----dem Parteivorstand die Gräten----
Alle Macht der Mitgliedschaft

Derzeit gibt es in der Linksparteispitze, die eher stumpf ist, ein großes Bedürfnis etwas aufzuklären. Per Chefinorder soll Matthias Höhn ermitteln, wer erstens jenes »No-go-Papier« zur Personalstrategie nach der Bundestagswahl 2013 erdacht und geschrieben  hat und wer es zweitens, der bürgerlichen Presse zuspielte, der man sonst bei jeder sich bietenden Gelegenheit zur Verfügung steht, wenn es der SACHE – also der eigenen Person – dient.
Bedarf es wirklich der Aufklärung, wer da nun, wie es eben in politischen Parteien üblich ist, seine Machtpositionen festigen wollte und, damit die Meinungsverdrehmacherei was zu schreiben hat, es ist ja Zeilengeldgeilheitszeit, dies auch öffentlich wird? Ich finde, bei all dem Wirbel der jetzt um dieses „No-go-Papier“ gemacht wird – immerhin ist es in der Konstatier-  und Befehlssprache des Kapitals verfasst, wenn dies, zwecks Profitmaximierung  jene personellen Leichen produziert, die den Eigentümerinnen und Eigentümern höhere Gewinne bringt, ganz ohne den Verkauf der Arbeitskraft, entspricht es der heute bestimmenden Realität. Viel schlimmer ist leider folgende Begebenheit am 4.6.2014 im Reichstag zu Berlin:
Sevim Dağdelen:“Frau Kollegin Göring-Eckardt, Ihre Rede gerade erinnerte mich an den großen Dichter und Denker Bertolt Brecht, der einmal treffend formuliert hat: „Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher!“
Große Aufregung bei allen (!)Fraktionen, denen die mutige Abgeordnete der LINKEN jene Wahrheit zugänglich machte, die man weder zur Kenntnis nehmen, noch hören will. Nach der Sprache der Menschlichkeit, da distanzierte sich die Parteispitze samt Fraktionsvorsitzendem vom Beitrag der Abgeordneten Sevim Dağdelen. Sie haben gar nicht bemerkt, dass sie sich damit auch gleich vom Dichter Bert Brecht distanziert haben.  Wie ekelhaft ist es dann noch, dass am Beginn des Parteiprogramms Brechts Gedicht „Fragen eines lesenden Arbeiters“ abgedruckt ist?
Bald werden die letzten „lesenden Arbeiterinnen und Arbeiter“ diese Partei verlassen, denn wer sich für Brechts Text, gerade diesen, bei jenen entschuldig die seit mehr als einem Jahrhundert Blut an ihren Fingern haben, die keine Chance ausließen den Mächtigen dieser nichtunseren Welt die Taschen zu füllen, der trägt jene miserable spezialdemokratische Gesinnung zur Schau, die keinen Platz haben darf in einer Partei, die sich, wenn auch nur angeblich, für eine andere Gesellschaft und Frieden einsetzt.  Der Bundesgeschäftsführer (das in der LINKEN auch einen Geschäftsführer gebraucht wird macht deutlich, was auch hier wichtiger ist: das Geschäft und nicht die Menschen oder das Parteiprogramm).  Matthias Höhn  hat, wie das ein braver Geschäftsführer tun muss, der seinen Chefs dient, sich im Fall Sevim Dağdelen der auch ein Fall Bert Brecht ist, hinter die Erklärung von Kipping, Riexinger und Bundestagsfraktionschef Gregor Gysi gestellt.
Wie traurig ist es dann, nachdem man sich von Brecht distanziert hat, noch zu verkünden, man habe von der Existenz des „No-go-Papiers“ (Name vergeben von der LINKEN-Parteinichtscharfspitze) „nichts gewusst“. Ja, da sind sie ja nun alle wieder beisammen, diese „von – nichts -  Gewußten“ die seit Jahrhunderten so blind sind, dass sie zwei Blindenhunde brauchen, um dort wo kritische Meinung und Mut notwendig wäre, dieses Licht der Erkenntnis weder suchen noch gar finden wollen.
Matthias Höhn, Bundesgeschäftsführer der Linkspartei, ist von Parteichefin Katja Kipping als „Chefermittler“ eingesetzt worden. Ob da allerdings noch AUFklärung nötig ist? Hier der Originaltext:
„Personal neue Fraktion: Führungspersonal, Prämissen, personelle No-Gos und zu schützende Personen
Führungspersonal
• vorweg: wenn auch hier „ausgewogen und auf Augenhöhe hieße das, dass für mindestens drei zentrale Posten des Führungspersonals ein Wechsel sofort oder perspektivisch eingeleitet werden muss
• Leiter Finanzen (derzeit Uwe Hobler): sollte ersetzt werden; wir haben aber keine personelle Alterative
• Leiter MÖFF (derzeit Steffen Twardowski): kann bleiben; auf keinen Fall sollte er durch Versorgungsfalle wie u.U. Steifer Bockhahn oder Halina Wawzyniak ersetzt werden
• Fraktionsgeschäftsführung (derzeit Ruht Kampa): Kampa steht nicht zur Disposition (wir haben keine personelle Alternative)
• Leiter Vorstandsbüro (derzeit Wolfgang Grützmacher): da er demnächst aufhört, perspektivisch Übergabe an Matthias Hinze (nicht an Konstanze Kriese)
• Leiterin PGF (derzeit Eva Schwarze-Kahrs): Schwarze-Kahrs ist Gregors Wunsch; wir könnten Gaby Gottwald ins Spiel bringen, wenn Jan Korte nicht PGF wird
• Pressesprecher (derzeit Hendrik Thalheim): Thalheim steht nicht zu Disposition; aber: 3. Sprecher (derzeit Hanno Harnisch) ist überflüssig
• Leiter BLK (derzeit Volker Schneider): kann bleiben; auf keinen Fall sollte er durch Versorgungsälle wie u.U. Steffen Bockhahn oder Halina Wawzyniak ersetzt werden
• Kontaktstelle Soziale Bewegungen (derzeit Karen Balke und Corinna Genschel):
sollen bleiben; Ziel: Personal aufstocken
• Regionalbürokoordinator (derzeit Oliver Nöll): muss bleiben; Ziel: Personal deutlich aufstocken
AK-Koordinatoren/innen:
AK 1 (derzeit Michael Stadler, hat kürzlich Georg Fehst abgelöst, der sich hauptamtlich um die AG Fraktion kümmert): Georg hört demnächst auf, Michael Stadler ist als Sachbearbeiter beschaftigt; soll neue AK-Leitung entscheiden; für uns nicht priotrir
AK II (derzeit Sylvia Kalex): Kalex hört auf; soil neue AK-Leitung entscheiden, unser Wunsch: Fabio deMasi oder Hans Thie
AK III (derzeit Dominic Heilig): Heilig steht zur Disposition, wenn AK-Leitung (derzeit Jan Korte) wechselt; unser Wunsch: Lucia Schnell
AK IV (derzeit Gaby Gottwald): Gottwald soll es nach unserem Wunsch weiter machen (falls sie nicht auf die Leitung PGF wechselt)
AK V (derzeit Joachim Schmidt): für uns nicht prioritär
personelle No-Gos:
• die Fraktion darf nicht zur “Reste-Rampe“ der Abgewählten oder Rausgeschmissenen werden
• nogosind: Steffen Bockhahn  Halina Wawzyniak  Mark Seibert
zu schützende Personen:
• spätestens am Tag der Wahl müssen ein paar Personen als „geschützt“ benannt werden, für die definitiv eine Weiterbeschäftigung verlangt wird:
1) Gaby Gottwald (Koordination AK IV)
2) Ruben Lehnert (MÖFF)
3 Matthias Hinze (Vorstandsbüro)
4) Oliver Nöll (Koordination Regionalbüros)
• im weitere Sinne auch: Nils Schmidt (Regionalbüro West) sowie u.U. auch Alexander Troll und Fabio deMasi, wenn diese nicht über Sahra Wagenknecht abgesichert werden“
Der Chefermittler Höhn müsste eigentlich längst wissen, wer der Autor dieses Papiers ist, denn Sprache ist oft recht verräterisch. Leider gibt es aber für gewisse Vorkommnisse  den Schutz, den die „NO GOS“ nicht bekommen. Das war schon 2011 so, als in Bayern ein Papier die Runde machte, mit dem Ziel die antikapitalistischen Kräfte zu dezimieren, die sich nicht der allseligmachenden Meinung der damaligen Spitze der bayerischen Partei unterordnen wollten. Auch hier der Originaltext, bei dem allerdings die Namen beseitigt wurden, die aber gerne in persönlicher Nachfrage uU von mir genannt werden.
„Analyse der Gegenkräfte im Landesverband Bayern
Das Lager der widersetzenden Minderheit des Landesverbandes ist weiterhin in der Defensive, tlw. bereits auf dem kompletten Rückzug. Trotzdem muss sein Einfluss weiter zurückgedrängt werden. Organisationen und Personal der Gegenkräfte
a) AKL Bayern - zeigt sich innerlich uneinig seit der Vergrößerung des Koordinierungsrates, xxxxx, xxxxxxx, xxxxxxx und xxxxxxxxx stehen in Konflikt  zu xxxx und xxxxxxx; hinter der zweiten Gruppe steht xxxxx, die xxxxx-Gruppe scheint eine Kooperation mit xxxxxxx anzustreben; es geht um die Frage, ob Ziel eins Verbleib als Minderheit und entsprechend Schutz des eigenen  Lagers als Hort von Kritikern mit einer Alternative, oder die Machtergreifung in der Partei sei; jenseits von solch strategisch-philosophischen Streitigkeiten entfaltet die AKL- Bayern wenig Aktivität; das Niveau innerhalb der Gruppe ist sehr verschieden; die Mehrheit der Sympathisanten zeigt sich als politisch unerfahren, unbedacht und unfähig; eine Minderheit bestehend u.a. aus xxxxxxxxxx, xxxxx, xxxxxxxxxx verfügt über sowohl organisatorische Erfahrung als auch über einen längeren politischen Hintergrund und somit über eine gewisse Kompetenz;
Gegen die Mehrheit der AKL sollte nicht nachhaltig vorgegangen werden, da sie durch Inkompetenz einen Ansehensverlust ihres eigenen Lagers bewirken; gelegentlich sollte man sich auf Parteiversammlungen über sie belustigen und bei Parteitagen  v.a. deren weniger begabten und weniger beliebten Mitgliedern Zeit zum Rede einräumen; die als gefährlicher einzustufende Minderheit in der AKL sollte isoliert werden;  v.a. bei xxxxxxxxxxx sollte aufgepasst werden, sich nicht beim Nachreden erwischen zu lassen; wann möglich sollte dieser Personenkreis als sinister und verschlagen dargestellt werden; sie dürfen kein Vertrauen bei Neumitgliedern  oder isolierten Kreisen der Partei gewinnen
b) Jugendverband Linksjugend solid
Verjüngt sich und verliert Interesse an der Partei; die bekannteren Agitatoren ziehen  sich aus Altergründen zurück, darunter xxxxxx, xxxxx,xxxxxx,xxxxxxxxxx,xxxxx oder haben der Partei den Rücken gekehrt wie xxxx,xxxxx, xxxxxxxxxx; die Verjüngung setzt zu früh ein, als dass gewichtige Personen schon sich hätten herauskristallisieren können; der Jugendverband scheint zwar in seiner Ausrichtung weiterhin  v.a. den Vorschlägen von xxxxxxxxx, xxxxx und xxxxx zu folgen; entwickelt
aber kaum noch Aktivität im Hinblick auf die Machtverhältnisse innerhalb der Partei; xxx scheint erschöpft zu sein und wird wohl einen Ersatz für sich suchen; lediglich xxxxxx, xxxxxxx und xxxxx zeigen starkes Engagement in den Landesverband hinein; xxxxx und xxxxxxxx v.a. agitatorisch, xxxxx theoretisch; xxxxxxx und xxxxx versuchen eine neue antipopulistische Position innerhalb der Partei etablieren zu wollen und werden dabei  von xxxxxxxx unterstützt; letztere scheint dabei inzwischen schon das Abgleiten in antideutsche Positionen zu tolerieren;
Der Jugendverband muss isoliert werden, da eine Übernahme aussichtslos erscheint; Informationen über lokale Konflikte mit dem Jugendverband gehören landesweit verbreitet; sowohl in Partei als auch in Jugendverband gehören landesweit verbreitet; sowohl in Partei als auch in Jugendverband müssen Abgrenzungstendenzen gefördert werden; wenn die Stimmung dann weit genug gediehen ist, müssen dem Jugendverband über eine Satzungsänderung Mandate und sonstige Sonderämter in der Partei aberkannt werden
c)Kreisverbände
Hochburgen der Gegenkräfte sind Augsburg, Würzburg, Weiden, Ansbach, Bamberg, Kaufbeuern, Kempten, Memmingen, Landshut, Straubing, Regen, Dachau, Nürnberger Land, Aschaffenburg; weiteren Einfluss besitzen die Gegenkräfte in Rosenheim, Freising, Deggendorf, Fürstenfeldbruck, Cham; präsent sind sie weiterhin als kleine Gruppe in München, Nürnberg, Main Rhön, Kulmbach; entsprechend müssen ihre Hochburgen in ihrem Widerstand gebrochen werden; falls vorhanden, müssen interne Spannungen genährt werden und lokale Spaltungen herbeigeführt werden; treue Nachbarkreisverbände müssen kleinere gegnerische Kreisverbände finanziell und organisatorisch von sich abhängig machen; dabei muss auf Plausibilität und Freundlichkeit besonders wert gelegt werden; gegnerische Kreisverbände sollten immer als Negativbeispiele verwendet werden, wenn es um Probleme geht; von Mitgliederbewegungen zwischen den Kreisverbänden wird abgeraten; stattdessen sollten vor Ort Parallelstrukturen gefördert werden wie LAGs
d) Landesarbeitsgemeinschaften
Alle Landesarbeitsgemeinschaften sollten nach Möglichkeit übernommen bzw weiterhin dominiert werden; sie sollten die Initiative zur Abschaffung ihrer Mandate selbst tragen; danach müssen sie v.a. eingesetzt werden um parallele Strukturen in renitenten Kreisverbänden zu schaffen; keine LAG ist stark genug entschlossen durchgeführten und gut geplanten Übernahmemanövern Widerstand leisten zu können
e) Einzelpersonen (es werden zehn Einzelpersonen genannt und dann der Namen einer inzwischen nicht mehr im Amt befindlichen Bundestagsabgeordneten aus Bayern)
X – ist in der Fraktion isoliert und verliert auch innerhalb der Gegenkräfte im Landesverband an Rückhalt; muss als Lügnerin und Intrigantin gebrandmarkt werden, dann verliert sie ihren letzten Rückhalt; ein Wiedereinzug in den Bundestag muss verhindert werden; dies wird leicht zu erreichen sein. (es folgt die namentliche Erwähnung von sieben weiteren Personen, die in diesem Papier schon mehrmals als Gegner erwähnt wurden)
Strategien der Gegenkräfte
Innerhalb der Gegenkräfte kristallisieren sich zwei verschiedene Methoden zur politischen Agitation im Landesverband heraus. Eine Gruppe versucht durch Schiedsverfahren und Skandalisierung die politische Führung des Landesverbandes zu desavouieren und stellt sich als übervorteilte und betrogene Minderheit dar. Eine andere Gruppe verfolgt die Strategie sich als „basisdemokratische“ und „pluralistische“ Alternative zur eigenständigen politischen Größe aufzubauen. Gelegentlich werden beide Elemente miteinander verbunden, inzwischen kommt es aber intern gehäuft zu Konflikten  über die Gewichtung der beiden Strategien. Einig sind sich beide Tendenzen in einer Selbstidentifikation als Minderheit. Letzteres ist positiv zu werten. Das Image einer Minderheit zu sein, verhindert den Zugang zu isolierten Kreisen in der Partei. Wichtig ist es die Begriffe „Basisdemokratie“ und „Pluralismus“ verwendungsunfähig zu machen. „Pluralismus“ muss immer mit Beliebigkeit oder Anbiederung an die SPD übersetzt werden, „Basisdemokratie“ mit organisatorischer Unfähigkeit. Die Angst der Mitglieder vor Beliebigkeit und Unfähigkeit muss geschürt werden.
Zu einer flächendeckenden Aktionsfähigkeit reichen die Fertigkeiten und Verankerung der Gegenkräfte nicht aus. Dies muss beibehalten werden. Die symbolischen Manöver der Gegenkräfte gehören dann unterbunden, wenn sie Kompetenz beweisen und dann toleriert, wenn sie zu Eigentoren führen. Es muss immer wieder und überall betont werden, dass diese Kräfte die Partei zerstören wollen. Jedes isolierte oder treue Mitglied muss unbedingt in den Gegenkräften Parteizerstörer sehen. Das ist das wichtigste Agitationsmittel gegen den Widerstand. Dafür dürfen aber keine möglicherweise widerlegbare Indizien ins Feld geführt werden, sondern vage und unspezifische Andeutungen, die nicht widerlegbar sind.

Derzeit suchen die Gegenkräfte nicht nachdrücklich nach neuen Verbündeten innerhalb des Landesverbandes. Dies kann sich aber ändern, falls es zu schweren Verwerfungen innerhalb der treuen Kräfte kommt. Falls letzteres nicht verhindert werden kann, dürfen nur die unfähigsten und problematischen Personen isoliert und verstreut sich den schwindenden Gegenkräften anschließen, damit keine ernsthafte Gefahr sich entwickeln kann.
Bzgl. Der Programmatik entwickeln die Gegenkräfte mangels Einigkeit fast nirgends  Gegenpositionen. Umso wichtiger ist, dass die Führung des Landesverbandes sich zum Parteiprogramm ohne Abstriche bekennt Die Gegenkräfte müssen zu grundsätzlichen Feinden der Programmatik stilisiert werden. Das isoliere sie auch außerhalb des Landesverbandes. Sie dürfen keine engeren Kontakte zu folgenden Personen aufbauen; Ramelow, Bartsch, Bockhahn, Sharma, Wawzyniak, Enkelmaim, van Aken, Gysi, Bisky, Lay. Jelpke, Brombacber, Leidig. Lösing, Korschewsky. Ggf. müssen sie gegenüber Reformern als unpolitische Verrückte und gegenüber Verbündeten als Reformer dargestellt werden.
Fazit
Die Gegenkräfte werden schwächer, könnten aber bei Verstimmungen innerhalb der treuen Kräfte als Verbündete einer neuen inneren -Opposition immer noch verwendet werden. Entsprechend müssen die Gegenkräfte weiterhin geschwächt und isoliert werden. Hierbei müssen immer folgende Regeln gelten; Unfähige in ihren Reihen gewähren lassen, Fähige kompromittieren, Keine direkten Angriffe auf ihre absoluten Hochburgen, aber Entfremdung von loseren Verbündeten durch Skandalisierung der Hochburgen und Infiltration durch Parallelstrukturen. Eine Allianz der 'Opposition mit Kräften außerhalb Bayerns ist unwahrscheinlich, aber jeglicher Ansatz hierzu muss unterbunden werden.“

Diese widerwärtige Analyse entstand im Jahre 2011. Sie hat mit ihrer personenbezogenen Verfolgung all jener die im bayerischen Landeverband  nicht auf „Linie“ waren, in der Tat für „Erfolg“ gesorgt. Die politische „Totenstille“ die im flächenmäßig  größten Bundesland herrscht, wenn es um linke Themen geht, ist nicht zu überbieten. Der Verlust von zwei Bundestagsmandaten, vor der letzten Wahl waren es sechs, die schwere Niederlage beim bayerischen Landtagswahl, wo man zur  ZwerginnenZwergenenpartei degenerierte, sind der Erfolg der Zerstörung von Personen und Inhalten,  die eine linke Partei in Bayern brauchen würde. Der Rat im Papier:“Die symbolischen Manöver der Gegenkräfte gehören dann unterbunden, wenn sie Kompetenz beweisen und dann toleriert, wenn sie zu Eigentoren führen. Es muss immer wieder und überall betont werden, dass diese Kräfte die Partei zerstören wollen. Jedes isolierte oder treue Mitglied muss unbedingt in den Gegenkräften Parteizerstörer sehen. Das ist das wichtigste Agitationsmittel gegen den Widerstand.“ zeigt jenes Politikverständnis,  bei dem Methoden  und Strategien geduldet wurden und werden, die gar nichts mit politischen Zielen  zu tun haben. Dabei wird eine Strategie toleriert die Schritt für Schritt zur Drittklassigkeit des politischen Personals führt, bei der eine notwendige Kontrolle durch die Mitgliedschaft weder gewünscht noch in irgendeiner Weise gefördert wird. Diese beiden Texte, die auch in allen anderen Parteizentralen entstehen hätten können, zeigen den Niedergang der Politik, die, sie hat ja für ihr Geschäft „Geschäftsführer, nur noch für den eigenen Machterhalt sorgt.
Wenn auf allen Ebenen der Partei bei Mitgliederversammlungen beginnend, immer die Vorstände, Spitzenfunktionäre und bezahlten Kräfte bestimmen, weil sie Spielregeln festgelegt haben, die ihre Machtpositionen betonieren, kann eine politische Partei, Gewerkschaft oder jede andere Vereinigung  kaum die notwendigen Kräfte entwickeln, um diese nichtunsere Gesellschaft radikal zu verändern. Wenn, wie immer, auf Parteitagen Präsidium, Partei-Fraktionsspitze fast unbeschränkte Redemöglichkeiten hat und die Delegierten (zum größten Teil selbst „beruflich“ mit der Partei verbunden), diese Spieregeln akzeptieren und es nicht einmal bei der PDL möglich ist, für alle die reden wollen, ja für alle, gleiche Redezeiten durchzusetzen, befindet  man sich  in jener schlechten Gesellschaft,  die den Begriff „Demokratie“ schon lange verwandelt haben in ein Instrument zur eigenen Machterhaltung, das in einer Gesellschaft keine wirklichen Veränderungen zulässt. Die zentrale Regel lautet also: Die Partei ist eben nicht die Spielwiese der Basismitglieder, sondern wird von Berufspolitikern und ihnen nachgeordneten hauptamtlichen Funktionären geprägt. Dazu bedarf es der Geschäftsordnung, Satzung und entsprechender anderer Instrumente. Ob das nun eine Antragsberatungskommission ist, oder eine die bei der Satzung ihren Senf dazu gibt, bevor es zu einer Abstimmung kommt, hier herrschen kaum demokratische Umgangsformen, um notwendige Veränderungen herzustellen die wieder Mitgliedermacht zuläßt. Das darf nicht sein. Das strenge autoritäre Ritual sorgt dafür, dass die Partei auf jener Linie bleibt, mit der man mitmachen kann im Chor jener, die uns schon lange eine Welt verkaufen,  in der wir kaum noch Grundrechte haben, die unsere Interessen und Meinungen ernst nimmt. Also, beißt man als Fußballer einen anderen, gibt‘s kurze Berufsverbote, beißt man eine Politikerin/Politiker um sie/ihn mit bürgernaher Tollwut zu infizieren, droht wohl in manchen Gegenden dieser Welt noch immer die Todesstrafe. Ganz sicher aber ein langer Aufenthalt hinter Gittern.
Nach den Erfahrungen der Parteitage seit WASG Gründung steht fest,   dass der Parteivorstand  eine zunehmende Mitgliederbeteiligung, die Verbreitung oppositioneller Konzeptionen von politischer Arbeit  und die Organisation einer anderen Meinung als der des Bundes/Landesvorstände verhindern möchte. Beide hier dokumentierten Papiere lassen erkennen und beweisen, dass eine gezielte Personalpolitik und die Kontrolle der Meinungsverbreitung  als Gegenmittel benutzt wird. Mit zunehmender politischer Polarisierung ist der Vorstand immer weniger bereit, eine pluralistische Zusammensetzung seiner Angestellten und  anderer bestimmender Gremien - im Sinne einer Vertretung   politischer Grundströrmungen - zu dulden. Die stärkere Beteiligung der Mitglieder und die damit zusammenhängende Entwicklung einer Opposition einerseits und andererseits die Versuche des Vorstandes, die Mitgliederbeteiligung einzuschränken, deuten darauf hin, dass in den kommenden Jahren die innerparteiliche Demokratie  weiter abgebaut wird und  so wie sich jetzt der Umgang  per „No-go Papier“  zeigt, sich jenen kapitalistischen Organisationsmethoden und Managementgrundsätzen nähert, die radikalst zu bekämpfen wären.
Kommen wir zu Brecht. Ihm wurde durch die Parteispitze und den Fraktionsführer der Partei Die Linke. die Solidarität verweigert. Man hat sich für den Satz: „Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher!“  entschuldigt. Bei denen für dies zugetroffen wäre nicht, sondern nur bei Frau Göring Eckhardt.  Die große Empörung die da von Sevim Dağdelen ausgelöst wurde, sie gilt nicht ihr, sondern  einem Parlament im Reichstag, fast komplett,  mit wenigen Ausnahmen. Die alle hat Brecht gemeint!
Zum Schluss ein anderes Gedicht von Brecht:
Ansprache des Bauern an seinen Ochsen
(Nach einem ägyptischen Bauernlied aus dem Jahre 1400 v.Chr.)
O großer Ochse, göttlicher Pflugzieher/Geruhe, gerade zu pflügen! Bring die Furchen/Freundlichst nicht durcheinander! Du/Gehst voraus, Führender, hü!/Wir haben gebückt gestanden, dein Futter zu schneiden/Geruhe jetzt, es zu verspeisen, teurer Ernährer!/Sorg dich nicht
Beim Fressen um die Furche, friß!/Für deinen Stall, du Beschützer der Familie/Haben wir ächzend die Balken hergeschleppt, wir/Liegen im Nassen, du im Trockenen. Gestern/Hast du gehustet, geliebter Schriftmacher./Wir waren außer uns. Willst du etwa/Vor der Aussaat verrecken, du Hund?
Was bleibt?
Brecht --- den Parteivorständen die Gräten!
ALLE MACHT - DER MITGLIEDSCHAFT
Dieter Braeg