SOEBEN ERSCHIENEN

Buchinhalt:
Rainer Duhm und Erhard Maus: „Wir halten den Betrieb besetzt“
Gisela Notz: Der Abschied von der „braven Hausfrau“
Die ökonomische und politische Situation während des Arbeitskampfes
Betriebsbesetzung und Öffentlichkeitsarbeit
Acht Tonnen Zement für die Solidarität
Die Politik der Gewerkschaft
Kollegen von LIP aus Frankreich zu Besuch
Die Rolle der Frauen
Arno Klönne: Nachwort

Auf der CD: (Weitere Text-Dokumente)
Die Erwitter Frauengruppe
Interviews mit dem Betriebsratsvorsitzenden Josef Köchling, dem 1. Bevollmächtigten der IG Metall Neubeckum Engelbert Sander und dem Technischen Leiter von Seibel & Söhne Hermann-Wolfram Billhardt Arbeitsgerichtsurteil „Technischer Schaden“
Protokoll IG Metall-Vorstandssitzung zu Kalletal

Aus einem Brief (12.1.2015) des damaligen Schulungsleiters der IG Papier Chemie Keramik, Rainer Duhm, an den Herausgeber:
„Natürlich ist mir klar, dass Du mit dem Erwitte-Buch nicht einen weiteren Gedenkstein setzen willst, statt etwas zu verändern. Natürlich geht es Dir um die dringend notwendigen Verände-rungen, die für uns alle anstehen. Und mit dieser unerwartet konsequenten Betriebsbesetzung im kleinstädtisch-konservativen Westfalen zwischen Ruhrgebiet und (dem eher fortschrittlich und freiheitlich orientierten) Kassel blitzte ja auch etwas auf, das viele Hoffnungen aktivierte und Erwartungen auf sich zog. Und wie im Brennglas konnte man beobachten, wie Menschen sich änderten, sobald sie sich erhoben haben, ausbrachen aus den Alltagsmustern, die sich für sie durchaus - entschuldige die Metapher - wie eine nicht artgerechte Käfighaltung ausgewirkt hatten. Besonders eindrucksvoll zeigte sich bei einigen der Ehefrauen der streikenden Zementwerker, wie ein Abschütteln einer bestimmten Art von Bewusstlosigkeit, die mit ihrem bisherigen Alltag ein-hergegangen war, eine neue Form von Energie freisetzte, kraftvolles Selbstbewusstsein erzeugte, verbunden mit einer Kreativität, einem Mut und einer Freude, sich einzubringen. Nicht weniger eindrucksvoll war, wie diese Menschen mit ihrem Aufstehen, ihrem „Aufstand“ unversehens ein-gebettet waren in eine Welle von Zustimmung, Hilfsbereitschaft, Solidarität. Eine Sympathiewelle, die vom örtlichen Bäcker, über unzählige betriebliche, gewerkschaftliche und studentische/aka-demische Solidaritätsadressen und Besuchsdelegationen reichte bis hin zur Einladung zu einer Diskussionsveranstaltung in Paris. Regionale und überregionale Medien berichteten laufend und überwiegend mit viel Zustimmung für die kämpfende Belegschaft.
Daneben die zwiespältige Haltung der zuständigen Gewerkschaft und der Arbeitsgerichtsbar-keit auf allen Instanzenebenen. Die einen wollten ihr Mantra der Sozialpartnerschaft nicht ge-fährden. Die anderen machten deutlich, dass Kapitalisten sich anständig benehmen sollten. Noch deutlicher machten sie allerdings, dass Kapitalisten - egal ob nett oder selbstherrlich - die ver-fassungsrechtliche Sozialverpflichtung von Privateigentum nicht wirklich ernstnehmen müssen - ebenso wenig, wie es die Rechtsprechung tat und weiterhin praktiziert. Hier hört die Sympathie auf; stattdessen gilt der Schutz der goldenen Wasserhähne und des Privatflugzeugs.“


ISBN 978-300-048541-1/270 Seiten mit CD. 17,50 plus 1,50 Porto = 19,00 €
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