Peter Paul Zahl – Staatsgegner

114. März 1944 in Freiburg im Breisgau; † 24. Januar 2011 in Port Antonio, Jamaika

Ein ZUruf von Dieter Braeg

„doppelte reue

meine feinde sagen
ich hätte dies und das
gesagt und getan

manchmal wünsche ich
ich hätte dies und das
gesagt und getan

denn dann wüßte ich
wofür ich sitze
all die langen jahre

aber dann denke ich
wir dürfen uns nicht
abhängig machen
von dem was die feinde
über uns sagen

und bin froh
nicht zu sein
wie meine feinde“

aus:
peter paul zahl
-alle türen offen/ s. 69

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Vom Leben zwischen den Lagern

1„Unbekannt verzogen..“
Von Klaus Täubert

Klaus Täubert, Jahrgang 1940, lebt in Berlin und hat mit dieser kleinen, sehr persönlich beschriebenen Lebensweg des Suchtmediziners Fritz Fränkel ( 1892 bis 1944) der auch KPD-Gründungsmitglied war, eine Arbeit veröffentlicht, die mehr Aufmerksamkeit verdienen würde. Fritz Fränkel war gemeinsam mit Ernst Joël Autor des Buches „Der Codcainismus“ das 1924 erschien und sich mit der grundlegenden Geschichte und Psychopatholgie  der Rauschgifte beschäftigte. Fränkel war als Aufsichtsperson an den Rauschgiftexperimenten von Walter Benjamin und Ernst Joël  beteiligt und mit den Geschwistern von Benjamin, Dora und Georg sehr gut befreundet.

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„die letzte radikale Tat….“

1Am 13, Mai 1992 setzte Gisela Elsner, nach knapp 55 Jahren, ihrem Leben ein Ende. Die Linke die sich heute schon selbst vergessen hat, ging damals wie jetzt nicht pfleglich mit dieser außergewöhnlichen Frau um.
Erstaunlich was die Tante FAZ im Nachruf  nach ihren Freitod  schrieb: „ die letzte radikale Tat in einem an Rebellionen und Widersprüchen, an engagierter Zeitgenossenschaft und vielen enttäuschten Hoffnungen reichen Lebenslauf“. Bürgerliche Federn sind großzügig, wenn Gegnerinnen und Gegner die Bühne des Lebens verlassen haben.
Ihr größter literarischer Erfolg war der Roman „Die Riesenzwerge“  der im Jahre 1964 im Rowohlt Verlag erschien.

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Georg Kreisler

1Armselig quält sich die weltweite Wortfabrik, wenn einer stirbt, der ihr den Spiegel vor das Gesicht gehalten hat und nie auf den aufrechten Gang verzichtete. Einige Zeilen der Tagespresse haben nun kläglich Versuche gestartet, den Nachruf zu produzieren, den Georg Kreisler nicht verdient hat. Die letzten Jahre seines Lebens hat er, zusammen mit seiner Frau, in Salzburg verbracht. Ihn hier noch einmal zu hören, war ein großes Geschenk, das das Feuilleton nicht verdient und natürlich auch kaum entsprechend gewürdigt hat.  In seinem Buch „Letzte Lieder“ (erschienen im Jahre 2009) schreibt Georg Kreisler:

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Die Zukunft wird so nicht machbar…

1„Gemeinwohl-Ökonomie“ – Das Wirtschaftsmodell der Zukunft
von Christian Felber

Kritik von Dieter Braeg
(Text korrigiert und ergänzt am 14.11.2011)

In dieser großen Zeit die mit ihrem Lieblingsbegriff „Krise“  die Welt verändert,  klammert sich Mensch oft an Strohhalme, die eine Rettung nur suggerieren.  Christian Felber der sich publizistisch schon einige Zeit mit dem Thema alternative Wirtschaftsmodelle beschäftigt, hat in seinem neuen Buch, mal wieder,  unter dem Titel „Gemeinwohlökonomie“  das „Wirtschaftsmodell der Zukunft“ beschrieben. Dieses Wirtschaftsmodell soll einen Beitrag zum Gemeinwohl leisten und Felber  sind dabei  zwei Eigenschaften seines Wirtschaftszukunftsmodells wichtig: Kooperation ersetzt die Konkurrenz und Profitmaximierung soll nicht stattfinden, sondern überwunden werden. Das kann Mensch natürlich unterschreiben, da Wege  zur Überwindung des Kapitalismus und seines „Wirtschaftens“  nun sogar schon vom Zentralorgan FAZ nicht ausgeschlossen werden, wäre es eigentlich wichtig, nicht Zukunftsmodelle herbeizuschreiben, sondern endlich handfeste Vorschläge zu entwickeln und diese auch anhand pratisch realer Beispiele zu beschreiben!

Schon zu Beginn des Buches gibt es Probleme. Felber schreibt: „Würde heißt Wert und meint den gleichen, bedingungslosen, unveräußerlichen Wert aller Menschen. Würde bedarf keiner „Leistung“ außer der nackten Existenz.“  Wenige Sätze weiter erklärt Felber allerdings, dass man aus einer würdevollen Begegnung sehr wohl Vorteile erzielen kann, weil ja alle das Beste füreinander wollen. Woher bloß kenne ich dieses „ich will ja nur ihr Bestes“ um dann mit Arbeitsbedingungen und einer Bezahlung konfrontiert zu werden, die den „Vorteil“ bei jenen belässt, die ihn schon immer hatten?
Wer sich mit dem feinen Trick der Gruppenarbeit beschäftigt hat, der kennt all die Schlagworte die einem Team jenen Arbeitsseifer vermitteln soll, der der Gruppe nur geringe Vorteile bringt, während dem Gruppenarbeitserfinder der größte Teil des Erfolges in den Schoß fällt ?

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Ohne die Arbeiterklasse hatten wir keine Chance

Jan Ole Arps
„Frühschicht – Linke Fabrikinterventionen in den 70er Jahren“

2Das Buch beginnt mit den  Personen und ihren abschreckenden Beispielen einer „Betriebsarbeit“ die Jan Ole Arps an Personen festmacht:“Klaus Franz hat es getan, Berthold Huber hat es getan, Joschka Fischer hat es getan.“  Aber auch Eugen Eberle hat es getan. Eugen Eberle (Jahrgang 1908), gelernter Werkzeugmacher und seit 1928 Mitglied der KPD, war nach 1945 für sieben Jahre Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der Fa. Robert Bosch und in dem leider heute vergessenen Buch „Kampf um Bosch“  (Wagenbach Verlag aus 1974) schildert er sieben Jahre offensiven Kampfes gegen das Kapital. Tilman Fichter analysiert im gleichen Buch die Betriebspolitik der KPD nach 1945 bei der Fa. Bosch.
Dieses Buch hätte Vorbild für die Arbeit von Jan Ole Arps sein müssen, denn die Geschichte der Betriebsinterventionen und der Betriebsarbeit der dogmatischen und undogmatischen Linken, vor allem in den 70er Jahren, hätte viel genauer untersucht und beschrieben werden müssen. Die Betriebsarbeit der K-Gruppen nimmt einen weiten Raum in diesem Buch ein und dass im Quellenverzeichnis bei den Zeitschriften der „Rote Morgen“, „Autonomie“, „Arbeiterkampf „und  „Wir wollen alles“ eine entscheidende Quellenrolle spielen, ist leider viel zu wenig. Von der Gewerkschaftspresse hat der Autor nur  drei Ausgaben der IG Metall Mitgliederzeitung„Metall“ (Nr. 9/68;Nr.9/73 und Nr. 18/73) als Quelle angegeben.

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OPPOSITION GEGEN DAS SYSTEM PUTIN

Ulrich Heyden und Ute Weinmann,

Buchumschlag - Opposition gegen das System PutinWährend in Spanien, Chile, Israel, Großbritannien, vielen arabischen Ländern Hunderttausende auf die Straße gehen, um ihren Unmut über Sozialabbau, fehlende Bildungschancen, wachsende Armut und Menschenrechtsverletzungen Ausdruck zu geben, ist es in Russland vergleichsweise ruhig. Den Medien ist es schon eine Meldung wert, wenn sich einige Dutzend Demonstranten im Zentrum Moskaus einfinden.
Sollte sich jedoch die wachsende Unzufriedenheit in Russland über Sozialabbau und Ungerechtigkeiten in den nächsten Wochen in einer wachsenden Zahl von Protestveranstaltungen zeigen, werden einige der Träger dieser Proteste aus dem Kreis derer kommen, die in Heydens und Weinmanns 2009 erschienenen Buch „Opposition gegen das System Putin“ beschrieben sind.
Wer sich ein Bild von der lebendigen, fortschrittlichen Opposition gegen das System Putin machen möchte, ein gesundes Misstrauen gegenüber der Kreml-Kaffeesatzleserei der bürgerlichen Medien hat und sich gleichzeitig mangels guter Russisch-Kenntnisse  keinen Zugang zu den lebendigen Diskussionen und Informationen im russischen Internet, dem Runet, verschaffen kann, sei das Buch der beiden langjährigen Moskau-Korrespondenten Ulrich Heyden und Ute Weinmann ans Herz gelegt.

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Vereinsgeschichte „Grün-Weiss Unterm Hakenkreuz“

Der Sportklub Rapid im Nationalsozialismus (1938 – 1945)

1Im Jahre 2005 erschien das Buch von Stefan Goch und  Norbert Silberbach: „Zwischen Blau und Weiß liegt Grau“ – es dokumentiert die Geschichte des FC Gelsenkirchen-Schalke 04 während der Zeit des Nationalsozialismus. Was vor 70 Jahren und mehr im Nationalsozialismus mit und in  Sportvereinen geschah, das wurde verdrängt mit jenen üblichen „Nichtschonwiederargumenten“ und man pflegte viel lieber jenes unpolitische Bild eines Fußballclubs, bei dem man eben, auch im Nationalsozialismus Fußball gespielt habe und sonst nichts.

Was bei Schalke 04 im Jahre 2005 stattfand hat als erster österreichischer Bundesliga-Fußballklub der SK Rapid Wien im Jahre 2011 fortgesetzt und mit Hilfe des DÖW (Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes) seine Rolle im Nationalsozialismus  von den Politologen Jakob Rosenberg und Georg Spitaler wissenschaftlich aufarbeiten lassen.

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Wein für alle!

1Rainer Balcerowiak „das demokratische Weinbuch“

Es gibt so Diskussionen in jenen Kreisen,  Indiesemihremland, die sich große Sorgen machen wie man nun den Spargel essen solle – mit Messer und Gabel. Mit Spezialbesteck oder gar, ohpfui,  mit den Händen. Menschen die über solche und ähnliche Probleme schreiben, erzeugen dann Sätze wie: “Die Feinschmeckerei als Ausdruck einer hedonistischen Lebensweise gehört mittlerweile zum gängigen Lebensstil.“ Ähh, geht’s denn noch?

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Noch eine Mittelschichtpartei!

buch„Jutta Ditfurth, Krieg, Atom, Armut. Was sie reden, was sie tun: Die Grünen.“

Die politische Kultur die man extra erfunden hat, damit die Normalwelt nicht nur mit der
bürgerlichen ihr Kreuz hat, erfreut sich fröhlicher Urständ. Was sich in diesem Jahr 2011 schon abgespielt hat und was noch auf der politischen Bühne gespielt werden wird, das wird, wie immer, nicht die Welt verändern, aber sicherlich dafür sorgen, dass  diese bürgerliche Mittelschicht eine Partei mehr hat, Die Grünen, die sie verdient, damit auch alles so bleibt wie es war oder sein wird in diesem nichtunserem Land.

Jutta Ditfurth, die im Jahre 1991 die Grünen nicht mehr ertragen konnte und austrat, folgte damals jenen Linken  unter ihnen Rainer Trampert und Thomas Ebermann, die in dieser Partei als Spitzenpolitiker  antikapitalistische, radikalökologische und antiimperialistische Politik vertreten hatten. Sie beschreibt auf 288 Seiten den Werdegang einer Anfangs radikalen politischen Bewegung, die nicht nur im Umweltbereich eine andere Gesellschaft einforderte.

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