Die klagen, lieben nicht

Zweit-Zell am See-Heimat

Anmerkung: Ich habe diesen Text so um 1980 herum in Mönchengladbach geschrieben. Zu dieser Fußballweltmeisterschaft, so habe ich mich entschlossen, wird er auf meiner Homepage exklusiv veröffentlicht!
Dieter Braeg

Die Großeltern schickten mich 1951 - ich hatte in der Schule gelernt, den großen Stalin hochleben zu lassen - aus Rumänien per Bahn nach Zell am See. Um den Hals hatte ich ein Schild. Da stand nicht drauf, was ich wert sei. Nur mein Name und die Bitte, mir zu helfen, zu der Mutter zu finden. Ich kannte sie nur als süßen Maiglöckchenduft.

KRITISCHE LITERATURTAGE 2014
Bereits zum fünften Mal finden in der Brunnenpassage in Wien vom 16. bis 18. Mai die Kritischen Literaturtage statt, die Literaturmesse abseits des kommerziellen Mainstreams. Über 40 Ausstellerlnnen präsentieren ihre Bücher, Zeitschriften und Broschüren. Ziel der KriLit ist es, unabhängigen und kleinen Verlagen mit alternativen, gesellschafts- und sozialkritischen Büchern und politischen Initiativen mit Publikationen die Möglichkeit zu geben, ihr Sortiment bereitzustellen.
Buchpräsentationen, Lesungen und Autorinnengespräche finden bei freiem Eintritt im CAFE AU (16.,Brunnengasse 76) statt, so auch die Lesung „Alles gut“ von Andreas Pittler aus der legendären (Krimi-)Serie um den Wiener Polizeioffizier David Bronstein (Fr. 16.5., 18 Uhr).

„Von welchem Theater träumen wir?"


Vom 11.-13.Oktober 2013 fand am Wiener Burgtheater ein Kongress zum 125 jährigen Bestehen des Theaterhauses an der Ringstraße statt. Der Kongress trug den Titel "Von welchem Theater träumen wir?" und nahm sich unter anderem vor, das utopische Potenzial des Theaters heute auszuloten. Es wurden zwar viele Interessante gegenwärtige Themen angesprochen. Die eklatanten Widersprüche der eigenen institutionellen Realität, welche sich zum Beispiel aus Sponsoring & Outsourcing Kooperationen mit globalen Unternehmen wie G4S, Novomatic, Agrana und Casino Austria ergeben, wurden nicht thematisiert. Dies ist der Grund für diesen Blog. Er ist Teil einer performativen Intervention eines Billeteur-Angestellten, welcher im Rahmen des Kongresses am 12.10.2013 im Burgtheater versuchte unangekündigt, eine "utopische Rede" zu diesem Thema zu halten.

Rede eines Billeteurs für das Burgtheater
Burgtheater Wien, den 12.10.2013
Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,
sehr geehrtes Ensemble,
sehr geehrte Direktion!

Salzburger Festspiele – auch 2013

keine Kultur für „Jedermann“

Das Reiche nicht schön sind, das konnte man auch dieses Jahr anschaun, vorausgesetzt man war zum Gaffen in der Salzburger Hofstallgasse vor dem Festspielhaus gekommen.
Am Freitag den 18.7.2013 war „Eröffnung“ der Salzburger Festspiele im Festspielhaus mit  Joseph Haydns "Schöpfung". Da wird, natürlich nur musikalisch für jene die es sich leisten können, das Chaos überwunden. Perspektive bei Haydn und nicht nur bei ihm,  ist "glücklich immerfort". Dass da auch der Bundespräsident Gauck, sicher ohne selbst Eintritt zu zahlen, da war, freut vor allem die Millionen deutscher Bürgerinnen und Bürger die bei Hartz 4, 1 € Stundenlohnarbeit, Zeit- und Leiharbeit mit weniger Geld ihren Lebensunterhalt bestreiten müssen, als der Eintritt auf einen teuren Opernplatz in Salzburg kostet.
Aber es gibt auch in diesem hoch subventionierten Betrieb mit 4000 Beschäftigten nicht nur Sonnenschein. Es kriselt, der Intendant haut ab nach Mailand und auch sonst gibt es nicht unbedingt Erfreuliches zu berichten.

Doch, es gibt ein kleines Stück Kultur für’s Volk. Gespielt, bei freiem Eintritt, vom Straßentheater Salzburg. Da kann man den „Salzburger Strizzi“ erleben. Ein Mann, genannt Nebel, steht auf der Wagenbühne des Salzburger Straßentheaters und singt von Mailand, Salzburg und dem Herrn Pereira. Da ist, völlig unvermutet die  „rote Gabi“ verschwunden sowie Millionenschulden samt Belegen. Gefälschte Unterschriften“ spielen auch eine Rolle im kaum bekannten Stück von Johann

Dem Kapital die Leviten singen



Mit mehr oder weniger Musikalität und Kulturverständnis krächzt die noch vorhandene Linke samt antikapitalistischem Aufputz, meist am Ende eines Parteitages oder beim 1. Mai –Kundgebungsschluss, eine klägliche Internationale  oder ein „Brüder zur Sonne zur Freiheit“.
Damit hat man der Kultur, dem Klassenkampf oder was so ähnlich aussieht, jenen kläglichen Dienst erwiesen, die sie und er wirklich nicht verdient. 

Das Lied gegen das Herrschende, das gibt es schon lange. Der Musikwissenschaftler Otto Brusatti stellt in seinem feinen Text „Vermutungen um Walther (von der Voegelweide), den Liedermacher“  unter anderem fest: “Er agierte auch als Liedermacher für/gegen Kreuzzüge.“ Also, der „Vater“ der Liedermacherei, er hat wohl nicht nur saftigste Minnelieder geträllert, er hat auch zur Politik die Stimmbänder strapaziert.

Heute ist Bernd Köhler, der seit 1971  dieser verkommen Gesellschaft samt Ordnung, die Lieder und Texte singt, die sie nicht hören will, weil die die ihre Arbeitskraft verkaufen und verkauften, eine Geschichte haben, mehr als nur ein Liedermacher.  Viele Niederlagen, aber auch Erfolge über die singt Bernd Köhler nicht nur Erinnerung und Hoffnung herbei.

HalbBLINDfernsehen

Man sitzt, so verkündet vom Zwangsgebührenfernsehen, bei ARDZDF in der ersten Reihe.
Muss man auch, denn beim ZDF ist ein Auge verloren gegangen – das linke! Wie blöd ist eigentlich ZuseherinZUseher, sich einreden zu lassen, dass eindimensionales FernsehZUgucken „besser“ sei?  Diese Originalität aus Mangel, die außerstande ist, sich zur Banalität zu steigern und Programm macht, das gut gemein und nie gut gemacht ist, hatte einen seiner Höhepukte mit dem Trivialdreiteiler „Unsere Mütter, unsere Väter“.
Ey, das war wie im Märchen. Es waren einmal fünf FreundinnenFreunde, die glaubten im Jahre 1941, dass ihnen die Zukunft gehören würde. Das war im zweiten Kriegsjahr, da hatten die Deutschen sechs Jahre Nürnberger Rassengesetze und acht Jahre Diktatur mit  der nachträglichen AUSrede „wir haben vonNIXgewußt“ hinter sich gebracht.
Der einäugige Zuschauer sieht keinen Zweifel oder Verzweiflung, hört was vom „Dienst am deutschen Mann“ und dazu fährt ein Jude nachts mit dem Fahrrad durch Berlin und grüßt seine vier Freunde mit „Shalom“-  Das ist diese Toleranz einer Privatsphäre  in deutschen Vierwänden, die mit einem Auge und halbem Hirn Drehbücher schreibt.

1JURA SOYFER (8. 12. 1912, Charkow, Ukraine - 16. 2. 1939, KZ Buchenwald), Schriftsteller, Dramatiker, Kabarettautor. - Sein Vater war Industrieller, seine Mutter führte ein dem gehobenen Bürgertum entsprechendes Haus. Jura und seine ältere Schwester Tamara hatten englische und französische Gouvernanten. Die Familie floh 1921 während der Wirren der Revolution in die in der Nähe von Wien gelegene Kurstadt Baden um bald danach nach Wien zu übersiedeln. Im III. Wiener Gemeindebezirk besucht Jura Soyfer das Realgymnasium in der Hagenmüllergasse  wo er Jahre später auch erfolgreich maturiert (Abitur). In seiner Familie  wurde Russisch, Französisch und Deutsch gesprochen . 1927, nach dem Justizpalastbrand in Wien, trat er den Sozialistischen Mittelschülern bei, 1929 begann er für das "Politische Kabarett" der Sozialistischen Veranstaltungsgruppe zu schreiben, ab 1930 publizierte er regelmäßig in der "Arbeiter-Zeitung", unter anderem die ständige satirische Rubrik "Zwischenrufe links". Es waren Texte und Gedichte die noch heute Gültigkeit haben und jene, die auch heute noch dieses „wir haben von nichts gewusst“ stammeln, Lügen straft:

1Anfang November bevor der Lebkuchen- und Christkindelmarktterror in Nürnberg losgeht, gibt es in der Königsstraße, einige Schritte entfernt vom Hauptbahnhof,  die linke Buchmesse. Auch in diesem Jahr konnte man sich über großes Publikumsinteresse  freuen und die meisten linken Verlage konnten mit dem Ergebnis der Messe, die von Freitagabend bis Sonntag 16,00 Uhr dauerte, durchaus zufrieden sein.

1Vom 2 bis 4. November gibt es im Künstlerhaus im Kunstquartier(K$) in Nürnberg in der Königsstraße, schon zum 17. mal, die Linke Literatur Messe.

Diese Linke Literatur Messe ist in diesen Zeiten, in diesem nichtsunserem Land, wichtiger denn je. Geboten werden Buchvorstellungen; Lesungen; Diskussionen und einiges mehr  - alternativ zum Kapitalistischen Mainstream. Wer will, kann da natürlich seinen Bedarf an guten Argumenten gegen die hiesige Gesellschaftsordnung auffrischen und Bücher kaufen. Der Eintritt kostet nix und man darf  Metroproletan, Archiv & Bibliothek und  Literatur- und Kulturverein Libresso E.V. danken, dass er diesen wichtigen Termin organisiert.

1Aus den Braegschen Archiven. Im Jahre 2006 gab es bei den Salzburger Festspielen eine
spannende Begegnung zwischen Hans Meyer und Martin Kušej, das in meiner kleinen Internetzeitung wieder zu lesen sein muss!

Hans Meyer

Nun gab es zum Abschied keinen Teppich für Hans Meyer. BILD kann jubeln, denn  als Hans Meyer verkündete „Wenn ich spüre, dass kein Vertrauen mehr da ist, werden wir die Reißleine ziehen. Momentan sehe ich das nicht.“  war er schon seinen Job los. Schäbig war, wie immer, der Feudalpräsident des 1. FC Nürnberg der zuließ, dass Meyers Intimfeinde von BILD öffentlich machten, was durch ihre Schreiberei gefördert wurde. Eine Entlassung. Ein Teppichmogul der Adolf heißt und seine Entscheidungen per BILD öffentlich werden lässt, das stört heute wenige. Hans Meyer ist eine saftige Abfindung zu wünschen und weitere glückliche Jahre.
Im Jahre 2006 gab es während der Salzburger Festspiele, gestaltet vom damaligen für das Schauspiel zuständigen Direktor Martin Kušej, die „Magazine des Glücks“. Im Rahmen dieser Veranstaltungen gab es am 3.6. 2006 ein Gespräch zwischen Hans Meyer der damals mit seinen Spielern vom „Glubb“ in Kaprun/Österreich  ein Trainingslager absolvierte, ein längeres Gespräch. Hier Auszüge aus diesem Gespräch, das deutlich werden lässt, das Hans Meyer, der gekonnt und zugespitzt in der Lage war, das schäbig korrupte Geschäft des Springer, Kirch und Bertelsmann – Boulevard zu persiflieren,  dem Fußball nicht verloren gehen sollte. Hier Auszüge aus diesem Gespräch:

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