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Prinzipienlose Pragmatiker | Drucken |

Sozialistische prinzipienlose Pragmatiker

Die Praxis und nicht die Prinzipien sollen entscheiden, und zwar auch über richtig oder falsch. 

Quelle: Hans Tatzel

„Wir sind die Partei des neuen Optimismus“ lautet die Überschrift eines Interviews mit Tiny Kox, dem Fraktionsvorsitzenden der Sozialistischen Partei der Niederlande (SP) in der »Eerste Kamer«.

Während sich zumindest in der „Alten Welt“ spätestens seit der Implosion der „realsozialistischen“ Länder die „Linke“ im weitesten Sinne durchweg auf einem mehr oder weniger steilen absteigenden Ast herumturnt, kann die SP tatsächlich eine seit geraumer Zeit wachsende Zustimmung in der Bevölkerung vorweisen.

Haben die Flachlandlinken der Niederlande ein besonderes Geheimnis, mag sich da mancher fragen, und so richtet sich der Blick natürlich sofort auf all das, was sie anders als andere Linke machen.

Und da findet sich einiges. An erster Stelle ist dabei der Verzicht auf eine nur zu vielen „Linken“ trotz Marx und Materialismus immer noch eigene idealistisch geschwängerte Revolutionsfibelideologie. Die SP dagegen mag gerade keine Blaupausen und keine bis ins Detail ausgearbeiteten Pläne, und so erübrigen sich auch die sonst vielerorts in sektiererische Fahrwasser abdriftenden „linken“ Übungen sich (ideologisch und organisatorisch) zu „einigen“, was dann zumeist zwar schon zu einer Einheit, aber dann immer auch nur zu einer von einigen wenigen und niemals zu einer von allen führt.

Die Praxis und nicht die Prinzipien sollen entscheiden, und zwar auch über richtig oder falsch.

Zitat: “Im Ernst: Wenn man konkrete Politik macht, muss man sich immer auf Kompromisse einlassen. Wichtig ist, dass das Resultat stimmt. Wenn wir in einer Koalition einen größeren Teil unseres Programms umsetzen können, dann werden unsere Wähler sehr zufrieden sein. Und wenn wir Kompromisse machen, die nichts mit unserem Programm zu tun haben, dann werden sie uns sicherlich bestrafen...“

Auf die Frage, was eine solche Sozialistische Partei dann noch prinzipiell von anderen Parteien unterscheidet, erfolgt der Hinweis, dass ihr Sozialismus „vor allem durch drei Dinge gekennzeichnet ist: Menschenwürde, Gleichwertigkeit und Solidarität.

“Da keine dieser „anderen“ Parteien aber nun für das Gegenteil davon eintreten mag, muss die Antwort wohl der Deutlichkeit halber besser mit „prinzipiell nichts“ übersetzt werden. Und als „prinzipiell etwas Besseres“ als etwa die „unaufgeklärten Massen“ dünken sich daher die niederländischen Genossen im Unterschied zu so manchen anderen links- und rechtsrheinischen Linken auch nicht (mehr).

Nichtsdestoweniger sind sie trotzdem von den anderen Parteien unterscheidbar (geblieben).

Zitat:“ Grundsätzlich geht es (der SP -  d.V.) um mehr Einfluss für die Arbeiter, um mehr Einfluss für die Konsumenten und um weniger Einfluss für die Aktienbesitzer. Derzeit werden die Aktivitäten der Unternehmen allein durch das Streben nach Gewinn bestimmt. Das lehnen wir ab.“

Man mag das für eine sozialistische Partei im traditionellen Sinne „schwammig“ nennen, aber „für uns ist das nicht bloße Theorie, sondern auch Praxis, und es gibt in den Niederlanden genügend Menschen, denen das links genug ist.“

Immer wieder erfolgt der Hinweis auf die „Praxis“ und wenn dies auch etwas anderes als das Hohelied ist, nach dem der Weg alles und das Ziel nichts sei, so mag man doch einwenden, dass jemand, der nicht weiß oder wissen will, wo er ankommt, sehr schnell dort ankommt, wo er nicht ankommen wollte.

Dass die SP dieses Risiko der Offenheit – mutig und keineswegs hilflos oder als Defensive -  in Kauf nimmt, hat sich jetzt als ihre Chance und Stärke erwiesen.

Und genau damit ist sie den anderen europäischen Linken meilenweit voraus.

 
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Der Tod ist ein Meister der Bundestagsgeschäftsordnung

kunduz-tod-350.jpgWenn der Tod Unschuldiger zu beklagen ist, dann tut man dies nicht in einem Gebäude das Reichstag heißt – weil dort eine Tradition auflebt, bei der die Opfer eines Bombenangriffes die Schuldigen sind und die, die mahnen das in Afghanistan die Bundeswehr Krieg führt, von dem Ort entfernt werden, der weitere Tote beschlossen hat, so bleibt es bei der Klage aus dem Mund des Dichters Paul Celan – der Tod ist ein Meister aus Deutschland.

Hätten im österreichischen Nationalrat, der wie der deutsche Bundestag ein Hort der Demokratie der herrschenden Klasse ist, Gleiches stattgefunden wäre nichts geschehen, dort darf man Schilder hochhalten und seine Meinung nicht nur per Redebeitrag, sondern auch schriftlich äußern.

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Freitag, 03. September 2010
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Ich will nie ins Altersheim!

Wenn ich einmal in später Zukunft alt und klapprig bin, werde ich bestimmt  nicht ins Altersheim gehen, sondern auf ein Kreuzfahrtschiff.

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