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Unterordnung, Überordnung:
ORDNUNGKOS? Was is dattdann? Das ist ein Kommunaler Ordnungs- und Servicedienst, der am Montag, 2. Juli in Mönchengladbach startet.
von Dieter Braeg
Es waltet ein eigenes Verhängnis über Mönchengladbach. Geschieht der Stadt einmal etwas, was dadurch, dass es die Köpfe weglässt, beweist, dass es Hand und Fuß habe, sogleich urgieren jene, deren Köpfe man ebenfalls vergessen könnte, die weggelassenen Köpfe und breiten zum Beweis der Wichtigkeit dieser Organe den Inhalt der ihrigen vor dem Publikum aus.
Aus allen bezahlten und unbezahlten Mündern des kommunalen Misswirtschaftsverstandes tönt es laut und deutlich:“ KOS bringt mehr Sicherheit, Ordnung und Service“.
KOS? Was is dattdann? Das ist ein Kommunaler Ordnungs- und Servicedienst, der am Montag, 2. Juli startet. „Ordnung“ so denken ja viele, ist eine deutsche Zier, die mehr und mehr verloren geht, im Dschungel der Döner Buden , der Pizzakioske und so freut sich die Liga für die Verbreitung des echten Sauerbratens, dass nun endlich mal wieder was getan wird für die Ordnung. Gut so. Also hier wäre doch Ordnung nötig, oder?:  Aber darum kümmert man sich weniger. Auch eine bereinigende „Ordnung“ nationalistischer Straßennamen samt einer Turnhalle, scheinen nicht die Sicherheit von Mönchengladbach zu gefährden. Vielmehr, so wird verkündet, wolle man die Sicherheit „stärken“. Das liest sich so: „Zur Stärkung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung in Mönchengladbach hat die Stadtverwaltung einen Kommunalen Ordnungs- und Servicedienst (KOS) eingerichtet, der am kommenden Montag, 2. Juli, seinen Dienst aufnimmt. Die zwölfköpfige Mannschaft stellten Oberbürgermeister Norbert Bude und Beigeordneter Peter Holzenleuchter jetzt den Medienvertretern vor. Als Dienstkleidung tragen die städtischen Ordnungshüter, darunter eine Frau, dunkelblaue Uniformen mit dem Wappen der Stadt und rote Barette.“
Die Uniformierung klappt, die Gleichberechtigung von Mann und Frau wurde übererfüllt. 11 Männer und eine Frau genügen dem Gleichbehandlungsgrundsatz des Grundgesetzes und so freut man sich, weil das ordentlich und sicher ist an den schmucken Uniformen. Aber ROTE BARETTE – liebe CDU – das geht doch wirklich zu weit, das ist SPDBUDEfarbdiktatur!
Der Oberste Oberbürgersicherheitsdienstmeister 
sprach: "In einer gründlichen, soliden und längeren Vorlaufphase wurde eine hoch motivierte Gruppe aufgestellt, die in angemessener Dienstkleidung mit dem Auftrag unterwegs ist, die Bürger zur Ordnung anzuhalten, Ratschläge zu erteilen und falls erforderlich auch Bußgelder durchsetzt. Der Standortfaktor einer Stadt definiert sich vor allem über die öffentliche Sicherheit und Ordnung. Mit breiter Rückendeckung der Polizei, dem Polizeibeirat und der Staatsanwaltschaft haben wir den Kommunalen Ordnungsdienst eingerichtet. Damit setzt die Stadt den vom Rat erhaltenen Auftrag um. Es handelt sich bei der Einrichtung allerdings keineswegs um so genannte schwarze Sheriffs. Die Kriminalitätsbekämpfung bleibt nach wie vor Angelegenheit der Polizei. Ein Schwerpunkt der Arbeit liegt auf Prävention."
Ob allerdings die Gewerkschaft der Polizei sich einig weiß mit dem ver.di-Gewerkschafter Bude, bleibt offen. Immerhin hätte man ja auch für mehr Sicherheit 12 neue Arbeitsplätze bei der Polizei in Mönchengladbach einrichten können um den „Standortfaktor“ zu „definieren“. Dass sich diese Definition mit dem Polizeibeirat und der Staatsanwaltschaft einer „breiten Rückendeckung“ erfreut ist erfreulich, das der Rat eine uniformierte Bußgelddurchsetztruppe gut findet ist erstaunlich. Vor allem dann, wenn auch die Sozialdemokratie Mönchengladbachs, die schon immer heimlicher Mehrheitsbeschaffer der CDU war, wenn es für die Schwarzen brenzlig wurde, hier für Ordnung und Sicherheit bei der Abstimmung die Hände hochfliegen ließ, zum erlösenden JA für die Sicherheit des Standortes und die Plünderung der Bürgergeldbörsen. So was fördert das solidarisch sozialdemokratische Sicherheitsgefühl
Lesen wir also weiter, was KOS so macht und ist: „Die beim Ordnungsamt angesiedelte Koordinierungsstelle setzt sich aus Außendienstmitarbeitern zusammen, die bisher für die Bekämpfung illegaler Beschäftigung zuständig waren, den Gaststättenaußendienst und die Parkaufsicht wahrgenommen haben und sich um Sondernutzungen kümmerten. In dem ab Montag eingesetzten Team, das in den vergangenen Wochen intensiv geschult wurde und mit den Kollegen der Stadtverwaltung Düsseldorf sowie der Mönchengladbacher Polizei gemeinsam auf Streifengänge ging, werden diese Aufgaben zentral übernommen und um einen weiteren Aufgabenkatalog im Bereich der öffentlichen Ordnung vom wilden Plakatieren bis zum Jugendschutz ergänzt.
Der umfangreiche Aufgabenkatalog, für den der KOS zuständig sein wird, reicht von Ordnungswidrigkeiten im Bereich der Abfallentsorgung über Umweltgefährdung durch Kraftfahrzeuge, Anleinpflicht für Hunde und Verschmutzungen durch die Vierbeiner, das Mitführen von Tieren auf Spielplätzen, Prostitution, Lärmbelästigungen, wildes Campen bis zu Nachbarschaftsangelegenheiten und zwangsweisen Schulzuführungen. Das Aufgabengebiet sieht auch Schwerpunkteinsätze, wie zum Beispiel Schwarzarbeits- oder Sondernutzungskontrollen sowie Jugendschutzkontrollen in der Gastronomie vor.“
Nach einigen Wochen Schulung ist man nun für Hunde, Prostitution und, was immer das sei, „zwangsweise Schulzuführungen“ zuständig, die vor allem bei jenen notwendig wäre, die sich diese neue Sicherheitsgruppe einfallen ließen und zu ihr informierten.
Der Beigeordneter Peter Holzenleuchter: "Der Ordnungs- und Servicedienst arbeitet nach der Devise: Handeln, wo nötig, helfen, wo möglich".
Wer also in Zukunft unbeaufsichtigt und achtlos eine Zigarettenkippe wegwirft, vor allem dort wo die Standortfrage wichtig ist, kriegt eine „Rote Karte“.
Eine "rote Karte" gibt's es auch für das achtlose Wegwerfen von Zigarettenkippen und Obstabfällen, Verpackungen und Abfall (20 Euro). Wer dies „unachtlos“ tut, weil er die Tücken der deutschen Sprache umschiffte, bleibt der ungestraft? Für Hundekot und Hausmüll werden Verwarngelder in Höhe von 35 Euro fällig. Bei schweren Verstößen können Bußgelder in Höhe von 100 bis zu 1.000 Euro verhängt werden. Da fragt man sich ab welcher Hundekotgröße handelt es sich um einen „schweren Hundeschissverstoß“?
Freuen wir uns also denn die Ziele „des neuen KOS, der mit drei blau-weißen Fahrzeugen und vier Dienstfahrrädern ausgestattet ist, sind unter anderem die Verbesserung des Standortfaktors "Sicherheit und Ordnung" und die Steigerung des subjektiven Sicherheitsempfindens. Außerdem soll durch die neue Verwaltungseinheit, die sich auch als Ansprechpartner für die Bürger vor Ort versteht, die Ordnungspartnerschaft mit der Polizei ausgebaut und die Vermittlung von sozialen Hilfsangeboten in Kooperation mit den zuständigen sozialen Einrichtungen und Streetworkern erweitert werden.“
Stolz wird verkündet: „Der Kommunale Ordnungs- und Servicedienst wird werktags in zwei Schichten zwischen 10 und 24 Uhr in den beiden Stadtzentren in Doppelstreifen und über eine mobile Einheit auch in den Außenbezirken präsent sein. Die Koordinierungsstelle im Ordnungsamt ist unter der Rufnummer 0 21 61/ 25 20 25 tagsüber erreichbar. Ab 16 Uhr wird der Anruf auf das Handy eines KOS-Mitarbeiters umgeschaltet, der wiederum den Einsatz koordiniert. Ab Mitternacht erfolgt eine Bandansage.“
Ab 24.00 Uhr werktäglich bis zum nächsten Tag 10,00 Uhr täglich und an Sonn- und Feiertagen, da ist so ziemlich allen der Standortfaktor Mönchengladbach und wie er sich definiert Scheißegal.
Feierabend! |