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Goggle inside? | Drucken |


von Dieter Braeg

Das ganze Leben ist schon lange kein Spiel mehr. Eher Internet. Suchmaschinenleben in einer Suchmaschinenwelt.  Klingt das noch harmlos? „Wer suchet, der findet“ meint ein Sprichwort und der Deutsche, dem Sprichwort immer glaubend, geht in die Falle. Wo die Innenminister dieser Welt hinwollen, da ist er schon der Igel, der des Hasen Tod ist. George Orwells „Großer Bruder“ aus 1984 ist ein harmloser Geselle gegen das, was der Welt größte Suchmaschine Google ist. Nach diesem Text sage keiner mehr, er sei nicht gewarnt worden. Dazu, welche Freude, kostet das alles nix! Eine allmächtige Suchmaschine, dazu Google E-Mail, oder Google Earth mit der man die ganze Welt anschauen kann. Auch eine Textverarbeitung gibt es – Google Files und natürlich erfreut den Menschen schon einige Zeit YouTube. Vor allem wenn da alkoholisierte Politiker am Rednerpult den Deppen machen. Das lenkt ab. Google ist ein Gratisanbieter mit allem was das Herz begehrt. Den Wissenschaftler erfreut Google Scholar oder Google Books und mit Google Picasa kann man selbst Fotoalben im Internet erstellen.

Auch sonst hört man über Google nur feine Sachen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind zufrieden, beste Arbeitsbedingungen, feinstes Salär. Wenn irgendwo in den Vereinigten Staaten an einer Universität ein Mitarbeiter der Google-Personalabteilung seinen Senf ablässt, dann erscheinen mehr Zuhörerinnen und Zuhörer als beim Gerede eines Nobelpreisträgers.
Angeblich bewerben sich Monat für Monat mehr als Hunderttausend und Google lehnt davon, mit eigenem feinen Gratisprogramm gleich 90% automatisch ab.
Ja der Google Angestellte darf und soll sich jede Woche mindestens einmal in Ruhestellung begeben und Abstand zur eigenen Arbeit finden um dann zukunftsträchtige Ideen zu entwickeln. Für Google. Das Kantinenessen ist kostenlos und kann auch mit ins traute Heim genommen werden um dort bei der ganzen Familie für „Google Kulinarik“ zu sorgen.

Google hat auch ein feines bescheidenes Firmenmotto: „Do not evil“ (TU NIX BÖSES). Das stärkt den Weltweitgutruf. Ab und an gibt es >Klagen, wegen Verletzung des urheberrechtes, weil es in der Googlegemeinde Mitglieder gibt, die bei ihrem YouTubefilmchen das Urheberrecht nicht so genau nehmen.
Wie macht Google das, mit „alles kostenlos“?
Nun, im Jahre 2006 hat man über Werbung insgesamt 10,6 Milliarden Dollar Werbeeinnahmen kassiert. Wen stört schon ein bisschen Werbung, wenn sonst, die auch  bei der Linken so beliebte KOSTNIX-Schiene gefahren wird?
Damit aber will ich meinen Lobgesang für Google beenden. Nicht nur ich bin der Meinung, dass diese Suchmaschine mit all ihren zusätzlichen „Beilagen“ eine Riesengefahr für unsere Gesellschaft ist, die man nicht verharmlosen sollte.
Google ist in weiten Teilen der Welt  die Monopolsuchmaschine. In den USA liegt diese Firma mit 61% Suchanfragen weit vor Yahoo mit 21%. Mit seinem Riesengratisangebot ist Google in der Lage von all seinen Nutzerinnen und Nutzern „Profile2 zu erstellen. Jede E-Mail, jede Nachfrage, jeder Clip bei YouTube, jedes Foto in Picasa liefert Google Informationen. Datenschutz bei Google? Weltweites Datenschutzabkommen zum Schutz für Bürgerin und Bürger? Das mag der Große Bruder nicht bei Orwell und die Mächtigen dieser Welt erst recht nicht. Wenn ich meinen eigenen Namen bei Google eingebe da staune ich über die Meldung: „16.300 Seiten auf Deutsch für "Dieter Braeg"  und frage mich ob der Verfassungsschutz auch so viele Seiten „über mich“ hat, die ich leider, den es betrifft,  nicht lesen kann. Dabei sind das die Informationen die Google über mich anbietet, wie groß mein „Google interner Datenstammsatz“ ist, darüber schweigt die Suchmaschine und das werde ich wohl nie erfahren.

Google ist, im wahrsten Sinne des Wortes eine Alleswissersuchmaschine. Alle verfügbaren Quellen werden berücksichtigt und analysiert.  Das nennt der Fachmann „Data Mining“ und alle Anstregungen zielen darauf ab, Verfahren zu finden den Menschen völlig durchschaubar zu machen.  Vertrauenvoll und kontrolllos meint der Mensch, wenn er frei von Sünde sei, könne man ihn doch in jeder Art&Weise erfassen, er habe nichts zu verbergen. Mit Google hätte der Verbrecher Eichmann seine Aufgabe der verbrecherischen  Judenvernichtung sicherlich in kürzester Zeit erfolgreich erledigt.

Wie das so ist in der Zwangsglobalisierungswelt (Motto: Wir sind alles kleine Globaldepppilein, s’ war immer so, s war immer so`…) verkauft man die Tatsache, dass Google alles über uns wissen muss mit: Man kann den Menschen nur optimal bedienen, wenn man alles über ihn weiß. Herbert Müller – Guttenbrunn, der in Vergessenheit geratene Herausgeber der Zeitschrift „Das Nebelhorn“ meint: „Und das worauf es einzig und allein ankommt, das Glück des Menschen,  stirbt sichtlich vor unseren Augen mit jedem Tag mehr dahin. Was haben wir vom „Siegeslauf“ der Technik, wenn sich der Mensch auf dem Wege von Niederlage zu Niederlage befindet?“

Herr Schäuble und seine Datensammler sind schon heute, im Vergleich zur von niemandem kontrollierten Suchmaschine die dem Kapitalismus und der Entfaltung jener freien Marktwirtschaft die in die Bürgerunfreiheit führt, Verlierer. Personenauskunft, da weiss Google mehr über uns, als der Herr Innenminister sich je träumen lassen kann. Wer schützt denn nun jene „Würde des Menschen“ die angeblich nicht betastet werden darf?
Ab wann beginnt der „personenbezogene Datenhandel“ durch Google, oder ist der schon jetzt eine Tatsache? Erinnert sich jemand noch an die schönen Geschichten aus dem Wilden Westen und den Pinkerton Detektiven?  Google ist eine Firma die die Aufgabe hat, für Profit zu sorgen. Profitmaximierung  hat keine humanen Grundsätze. Man dient dem der zahlt. Wann werden denn die Verbrechensjäger unserer Polizei ersetzbar, weil die Politik für geringes Entgelt, gezahlt an Google, eine nicht zu toppende Personenauskunft bekommt? Wer in Zukunft wissen will wo wann und wie das tägliche Leben läuft, der braucht die Suchmaschine. Die findet einen überall!
Google schafft es, dass sich Mensch in höchster Potenz selbst ausbeutet, Auskunft gibt, die gesammelt dann von ihm selbst irgendwann als „PLOrofil“ gegen Bezahlung erworben werden könnte. Die Zukunft ist nicht „verraten&verkauft“ sondern „vergoogelt&verkauft“.

Auf einem Autodach steht die Kamera. Die Autoscheiben sind undurchsichtig und dunkel getönt. Elf Linsen nehmen alles auf in 360 Grad Technik. Wenn dieses Auto durch die Straßen fährt, wird ununterbrochen fotografiert – alles was vor die Linsen kommt. Frauen kurz, lang oder halbnackt. Männer vor Sex-Shops oder alle Demonstrantinnen und Demonstranten die für Bürgerrechte auf die Straße gehen. Das ist  die Google Big Brotherwelt, jetzt, nicht geschildert in einem schlechten Science Fiction Roman in irgend einer nahen oder fernen Zukunft. Die Suchmaschinen Mitarbeiter von Google  produzieren diese Bilder für den neuen Google Dienst „Street View“. Seit Ende Mai 2007 gibt es den in den Vereinigten Staaten. Waren es bisher Straßenkarten und Landschaften die per Satellitenfotos gezeigt wurden, ist es jetzt die reale Welt. Natürlich wird darüber in den Vereinigten Staaten diskutiert und Google meint, dass man nur Bilder zeige, die auf öffentlichem Grund und Boden entstehen würden oder entstanden sind. Wie blöd die Welt schon ist, für wie blöd Google die hält samt all den Menschen erläutert die Pressesprecherin von Google Kate Hurowitz: „Die Szenerie ist nicht anders als jene, die jeder wahrnehmen kann, wenn der die Straße entlanggeht“.

Freuen wir uns, wenn der Herr Schäuble bald emsige Helferlein bekommt, die ihm die Welt mit all ihren Geheimnissen abfilmt und speichert. „Street View“ gibt es jetzt erst in den US-Metropolen New York, San Francisco, Denver, Miami oder Las Vegas, aber bald werden auch europäische Großstädte ausgeforscht.

Das dies dann wie Stefgan Weber in seinem Buch „Das Google Copy Paste Syndrom“ ganz richtig meint: „Wir sind im Begriff, uns die Wirklichkeit zu „ergoogeln.“
Das diese „Wirklichkeit“  nicht kontrolliert wird sondern auch so verzerrt dargestellt werden kann, wie es Google oder auch Wikipedia will, das ist nicht nur dramatisch sondern zerstört auf Dauer alle solidarischen und demokratischen Strukturen. Eine „Googlerevolution“ erobert und unterdrückt später eine Gesellschaft.

Dass Betriebe mit Data Mining und Unterstützung großer Suchmaschinen Unterdrückung und Ausbeutung der ab hängig Beschäftigten weltweit vorantreiben muss unterbunden werden. Da hilft aber nicht der erhobene Zeigefinger eines Datenschützers der politisch abhängig ist. Google erschließt sich jeden Tag neue Informationsmöglichkeiten. Etwa durch das Gmail Paper (durch das alle anderen Informationen jetzt mit der Wohnadresse und einem nicht mehr verfälschten Namen in Verbindung gebracht werden können) oder über den kostenlosen Funkzugang zum Internet. Den gibt es in Teilen der Vereinigten Staaten unter dem Namen Google TiSP.

Früher hieß es noch „Big Brother is watching You“, das ist 1984 Kinderkram. Dass bald Suchmaschinen die Welt beherrschen könnten in „solidarischer Zusammenarbeit“ mit  jenen Kräften, die dem Bürger schon längst Würde und Rechte genommen haben, das hat man  nicht einmal bei den Linken so richtig erkannt.
Alles Google oder was?
Ey, ich will meine Google Akte sehen. Die sind sicher genauer als alle Verfassungsschutzerkenntnisse!

 
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Die UPD wird, neben den schon bestehenden Angeboten, mit 5 Millionen Euro bis 2010 von den gesetzlichen Krankenkassen gefördert.

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Freitag, 03. September 2010
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Ich will nie ins Altersheim!

Wenn ich einmal in später Zukunft alt und klapprig bin, werde ich bestimmt  nicht ins Altersheim gehen, sondern auf ein Kreuzfahrtschiff.

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