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Franzobels „Hunt“ in Wolfsegg/Oberösterreich wird auch 2006 wieder aufgeführt. Dieter Braeg für KOSSAWA aus Wolfsegg/Oberösterreich. „Ach was ist die Politik grausam, sie treibt die Menschen auseinander“

Es war und ist immer schon so gewesen, die Geschichte von „unten“, die wird nicht beachtet. Sie ist oft viel zu gefährlich und macht den Regierenden Schwierigkeiten. Wer lässt sich darauf ein, den sinnlosen Kampf der Weber gegen das heranbrechende Zeitalter der Industrialisierung dem Theaterpublikum vorzuführen? Wenn jemand wie Erasmus Schöfer sich mit der Geschichte der linken Bewegung in Deutschland beschäftigt, schon zwei Romane (Die Kinder des Sysyfos. Tetralogie. Band 1: „Ein Frühling irrer Hoffnung“;. Band 2: „Zwielicht“) veröffentlichte, dann ist das für den Verlag und Autor ein Risiko und neben guten Kritiken, gibt es nur wenige Leserinnen und Leser. Wer Geschichte verdrängt, wer sie verschweigt, verwässert, wie dies derzeit so oft im Fernsehen passiert, der baut mit am Untergang der Gesellschaft durch verlogene Flimmermagie!

 Der Versuch Geschichte durch „davon haben wir nichts gewusst“ zu erledigen, geht schief, immer öfter. Der österreichische Autor Franzobel nähert sich der Hausrucker Bürgerkriegsgeschichte nicht mit grellem Pathos, er hat ein Stück über die Leiden sozialdemokratischer Schutzbündler geschrieben, die sich gegen die Ständediktatur wehrten. Im Bergbaugebiet waren es sechs Männer, weit sichtbar mit Rotkreuzarmbinden als Helfer - an den Kämpfen nicht beteiligt - die in diesen Februartagen des Jahres 1934 trotz Aufhebung des Standrechtes , ganz ohne Rechtsgrundlage, ermordet wurden. Natürlich meldeten sich die Vertreter des ewig „gestrigen“ zu Wort, der ÖVP Landtagsabgeordnete Anton Hüttmayr, der sonst feiernd „Land der Berge Land am Strome“ (österr. Bundeshymne) singt, weil es ja viel zu feiern gibt in Österreich, sprach von „Gräben aufreißen“ – zuschütten, vergessen, das wäre ihm und seinen politischen Freunden lieber. Mit ihnen regieren in Oberösterreich die Grünen. Alles geht!

Während in Salzburg Wahnsinnige bis zu 4500 € für einen Uraufführungsitzplatz bei „La Traviata“ boten, gab es in Wolfsegg im Hausruck beim Kohlebrecher das Theaterereignis des Jahres. Der Autor Franzobel, der bisher mit Stücken wie „Mayerling“ nicht unbedingt Begeisterung auslöste, hat ein Meisterwerk geschrieben in dem nicht Parolen oder sozialistische Agitationswortkaskaden herunterprasseln und die Sicht versperren. Nein hier schreien die Frauen um ihre Männer, die nicht mehr wissen wie man sich wehren könnte. Manche Szenen entwickeln in diesem Naturraum mit der gigantischen Ruine des Kohlebrechers eine Kraft, die uns heute klein werden lässt und es wird bitter klar – heute wird mit Begriffen wie sozialer Sicherheit herumgespielt, als wäre die Politik nicht in der Lage zu begreifen, dass es um Hochexplosives geht.

 Wenn da die Frauen „gegrüßet seist Du Maria beten“ und Gott nicht hilft, ist das pures verzweifeltes Leben. Franzobel hat mit „Hunt“ (Transportwagen im Bergwerk) ein hochpolitisches Stück geschrieben. Der Autor entlarvt die heutigen Worthülsen der Sozialdemokratie und der von Karl Markovics gespielte Schutzbundführer Ferdinand Fageth (der im Konkubinat mit zwei Frauen lebt und früher in der französischen Fremdenlegion diente) ist ein Zauderer. Er genießt und überlebt. Wenn er dann mit kämpferischem Pathos die Abschaffung der Arbeit fordert und „Grundsicherung statt Sozialhilfe“ in den Nachthimmel brüllt da ist das Lebesrealität im Jahre 1934 in Wolfsegg beim Kohlebergwerk. Die grandiose Leistung von Markovics wird von auch von Stefanie Dvorak erreicht, die die Maria spielt, Fageths Freundin. Wie realistisch ihre Klage „Ach was ist die Politik grausam, sie treibt die Menschen auseinander“ in dieser Umgebung mit dem mächtigen Kohlebrecher doch klingt. Dazu noch Franz Forschauer der den Bösen spielt in der Doppelrolle des Heimwehr- und Schutzbundführers. Dazu eine große Schar von Laienschauspielerinnen und Schauspielern die der Regisseur Georg Schmidleitner meisterlich durch diese Zeit der Politik und Gewalt führt.

 Da spürt man bei den Männern und Frauen den Mut, die Feigheit, Gehorsam und die Kraft um Freiheit zu kämpfen. Dazu eine Sprache die passt, die zeigt wie genau und ernst Franzobel seinen Auftrag als Stückschreiber nachkam. Die Studierenden der Kunstuniversität Linz haben zusammen mit Stefan Brandmayr für das bespielte Areal eine passende Gestaltung gefunden. Licht – und Nebelspiele samt Schattenprojektionen geben dem Stück große Kraft. Dazu eine sehr gekonnte Kostümausstattung von Cornelia Kraske und nochmals die vielen Bewohnerinnen und Bewohner, die mitspielen und miterleben. Dazu die Bergknappenkapelle, Chöre und eine Brass Band die mit ihrer Musik diesem Stück den sensationellen Erfolg bringen, den es verdient und braucht.

Das Stück„HUNT ODER DER TOTALE FEBRUAR 2006“ wird als Neuauflage 27. Juli bis 6. August 2006 mit Karl Markovics u. a. im Sommertheater in Kohlgrube bei Wolfsegg am Hausrück wieder aufgeführt! Es wird auch in 2006 das herausragende Theaterereignis des Sommers 2006 werden, wer es erleben will, dort solle schleunigst Karten reservieren.

Informationen: www.Hausrucktheater.at
 
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Tarifkonflikt im Babylon Mitte wird zum Politikum

Gestern protestierte die FAU Berlin vor dem Kino Babylon Mitte anlässlich der von der Linkspartei veranstalteten »Linken Kinonacht«. Die FAU Berlin wollte damit ihre Kritik an dem Umgang der Linkspartei mit dem Konflikt um einen Haustarifvertrag im Babylon Mitte zum Ausdruck bringen.

Die Linkspartei gab dabei erstmals offiziell bekannt, dass die Verhandlungen zwischen der Babylon-Geschäftsführung und ver.di durch ihre Vermittlung zustande gekommen sind. Damit wurde die Vermutung der FAU Berlin bestätigt, dass die ver.di-Intervention politisch eingefädelt sei.
Ver.di-Verhandlungsführer Andreas Köhn hatte dies bisher nicht bestätigen wollen und lediglich angeführt, ver.di wäre aus eigenem Antrieb, durch Aufforderung eines Mitgliedes im Betrieb tarifpolitisch aktiv geworden.

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Samstag, 04. September 2010
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Ich will nie ins Altersheim!

Wenn ich einmal in später Zukunft alt und klapprig bin, werde ich bestimmt  nicht ins Altersheim gehen, sondern auf ein Kreuzfahrtschiff.

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