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Mönchengladbach – Leitprofil KULTUR – KÜRZEN! | Drucken |

Wer erinnert sich nicht an das Jahr 2005, da war, auch in Mönchengladbach, die Welt zwar nicht in Ordnung aber man hatte „Leitprofile“ entwickelt. Da las man: “Mit vier Leitprofilen soll die "Kultur in einem zukunftsorientierten Mönchengladbach" nachhaltig und konzentriert weiterentwickelt werden.“

Nun hat im zukunftsorientierten Mönchengladbach, wo alles bergab geht, weil das Geld fehlt, das man zwar irgendwann mal ausgegeben haben muss – woher kommt sonst der „Ein-Milliarde-Schuldenberg“, die Kultur schon immer keine Rolle gespielt. Der wichtigste Merksatz der kulturellen Grundversorgung lautet: „Wir fahren nach Köln oder Düsseldorf“  Das ist das kulturelle Gesamtleitprofil der Stadt!

Was aber ist kulturelle „Grundversorgung“ die einstmals von einem Kulturdezernenten der jetzt in Aachen arbeitet, erfunden wurde?
Ein Theater, Museen, ein BIS – das schon lange nicht mehr „offene Kulturarbeit“ fördert oder der freien magersüchtigen Kulturszene in Mönchengladbach Impulse gibt, sondern zum „Zentrum für Workshops“ mit Einzelveranstaltungen verkommen ist?

Da das Theater in Rheydt kräftig renoviert werden muss und dies nur geschehen kann, wenn man es schließt, beginnt eine überaus interessante Diskussion. Man braucht ja Theater in Mönchengladbach, das der etablierten Kommunalpolitik reicht nicht. Also plant man eine Veranstaltungshalle im Nordpark für fünf Millionen Euro. Dort soll das Theater so lange spielen, bis in Rheydt alles so renoviert ist, wie es der Brandschutz erfordert. Kultur im Nordpark ist eine feine Sache, weil ja dort auch bald das Finanzamt angesiedelt wird, damit BürgerinBürger  einen weiteren Anreiseweg hat, wenn es um die Steuererklärung geht. Bei den nicht im Minutentakt fahrenden Nahverkehrsangeboten in unsrer Stadt ein feiner Tagesausflug.

Das es mitten in der Stadt, auf der Hitlerkanzlerernennungsstraße (Hindenburgstraße)  mal wieder ein ungenutztes Theater gibt, das gerade Erfolge als Ersatzmuseum feierte, so lange das Abteibergmuseum renoviert wurde, scheint weder im Kulturausschuss noch im Stadtrat bekannt zu sein. Es würde sicher keine fünf Millionen kosten, dort in der Übergangszeit Theater zu spielen, denn das ECE verspätet sich ja ein wenig – wegen qualifizierter Rechtsunsicherheit und Ausschreibungsmängeln.  Wozu man im Nordpark eine „Veranstaltungshalle“ braucht, das kann niemand beantworten, denn der Krefelder Königspalast fristet ja kaum ein profitables Dasein, da muss nachgezogen werden! Die Begründung, dass hochklassige Comedian  nicht nach Mönchengladbach kämen, weil so eine Halle fehlen würde, die leuchtet nicht ein – man fährt doch nach Köln&Düsseldorf,  wenn man sich unterhalten will!

Haus Westland, ECE, Veranstaltungshalle, Pahlkebad was hier alles abgerissen, neu oder gar nicht gebaut werden soll oder schon – das macht diese Stadt interessant und dann  wird diese Dynamik noch behindert durch engstirnige CDUler aus Rheydt, die einem aufwärtsstrebenden Bauunternehmer keine Parteiführungsposition auf Bezirksebene gönnen. So was verstößt gegen die Politgrundversorgung in dieser Stadt, die mehr als unterirdisch ist und wohl nie das Licht des Tages sehen wird.

Da fragt der Sportbund Mönchengladbach E.V. berechtigt „Pahlkeband, was nun?“ und lädt zur Podiumsdiskussion (8. April 2008 um 19,00 Uhr in der Aula des Hugo-Junkers-Gymnasiums). Ob da von einem Verantwortlichen aus der Abteilung „Bad“ erklärt werden kann, warum man in Mönchengladbach noch immer nichts von Wellness gehört hat, und kein Bad über eine akzeptable Saunalandschaft verfügt. Auch hier nicht Grund- sondern Untergrundversorgung!“

Ein Sahnehäubchen besonderer Art lieferte aber der sittsam in Anzügen tagende Kulturausschuss des Rates unserer Stadt, der sich im Rittersaal des Schlosses Rheydt traf, wo im Museum der Stadtgeschichte Mönchengladbachs gehuldigt wird, dass es eine Pracht ist.
Es gab einen CDU-FDP Antrag doch „weitere Sparmöglichkeiten“ beim Theater zu prüfen. Es sei dabei an 100 000 € gedacht – der Herr Erik Becker von der FDP erläuterte: “Wir sehen beim Stadttheater ein gewisses Einsparpotential im nicht – künstlerischen Bereich“.

Theater Rheydt

Weil man ja selbst kaum zum Sparen kommt, schlägt   ein Gutachten der Firma Rödl & Partner  folgende Prüfung vor:

* ob die Vereinigten Städtischen Bühnen (VSB), bisher eine Gesellschaft bürgerlichen
   Rechts, die zwei Städte tragen, in eine neue Rechtsform zu führen sind;
* ob der Theaterbetrieb organisatorisch effektiver umgestaltet werden kann;
* ob die Verpflichtung der Stadt, die für ein „spielfertiges Haus (mit Kassen-, Garderoben-, 
   Schließkräften, Hausmeistern und Reinigungspersonal) zu sorgen hat, an die VSB  
   übertragen werden kann.

Der Kulturdezernent Dr. Fischer hat nachgerechnet – das bringt 100 000.--  € Einspareffekt. Ist das Honorar für diese guten „Ratschläge“ der Beraterfirma schon abgezogen?

Zunächst fragt man sich ja, ob hier der Ausschuss (Der Kultur einen Ausschuss, dem Ausschuss eine Kultur)  an einem Stück mit dem Titel „Das 100000 Euro Missverständnis“ schreibt, aber dann stellt sich heraus, dass nur die GRÜNEN gegen diesen Irrsinn etwas haben. Sogar der Kulturguru der SPD, Ulrich Elsen stimmt, nach „Verärgerung“, zu. Also wird beim Theater gespart. Wie die Aufführungsqualität und Stückepräsenz erhalten bleiben soll, wenn man den Theaterbetrieb „effektiver umgestalten“ will, wird spannend. Wahrscheinlich wird aus dem Orchester eine Einmannkapelle und die Bühne spielt nur noch EinFrauMannStücke. Das Ballett leiht man sich aus – es gibt doch sicher Zeitarbeitsfirmen die so was für billiges Geld anbieten. Dazu entwickelt Herr Dr. Fischer persönlich das Einheitsmehrfachverwendungssparbühnenbild und Herr Dr. Hoeps vom Kulturbüro wird zum Dirigenten ausgebildet, damit auch die Oper einen Sparbeitrag leisten kann.
Oder sollte nicht grundsätzlich nur noch ein Jahresstück gespielt werden?
Da spart man doch gewaltig!
Ich hätte da eine Idee, wie wäre es mit „GAMBLER“?

Dieter Braeg

 
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