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LÖSCHEN STATT SPERREN DEMONSTRATION IN MÜNCHEN AM 20.6.2009 |
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Unter dem Motto Löschen statt Sperren und heftigen Regenfällen fanden heute bundesweite Demonstration der Piratenpartei statt. Auch in München fanden sich um 12 Uhr 900 Demonstranten am Sendlinger Tor ein, um gegen den heftig umstrittenen Beschluß der Bundesregierung zu protestieren, eine unkontrollierte Sperrinfrastruktur im Internet zu errichten.
Nach den Grußworten des Arbeitskreises gegen Internetsperren und Zensur eröfnete Jerzy Montag der als Mitglied der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen aus Berlin angereist war, die politischen Reden. Dabei lenkte er den Blick auf die politischen und juristischen Hintergründe des neuen Zensurgesetzes.
Ihm folgte eine Rede der neuen politischen Kraft Piratenpartei, deren bayerischer Landesvorsitzender Andreas Popp deutlich machte, dass der Beschluß der Großen Koalition einen drastischen Einschnitt in ein zentrales gesellschaftliches und politisches Thema darstellt.
Im Anschluss sprach Jimmy Schulz von der FDP den Teilnehmern aus dem Herzen, wobei er auch technisches Verständnis bewies, welches man derzeit in der Politik schmerzlich vermisst.
Nach einer kleinen musikalischen Einlage über Zensi Zensa Zensursula legte Werner Hülsmann vom Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung e.V. (FIff) das Augenmerk auf den Herausforderung von Verantwortung in der Technik.
Ein gelungener Einschub war die kurzfristig organisierte Rede des Münchner Schauspielers und Autors Michael Jäger, der mit seiner treffenden Analogie eines gesperrten Stadtparks Gänsehaut erzeugte und dabei die zentrale Botschaft in eindringlicher Weise zum Ausdruck brachte.
Auch Wetterkapriolen mit schwerem Wolkenbruch und teilweise Hagel konnten dabei den Willen der Demonstranten nicht brechen. Ganz dem Gedanken von freiem Zugang zu wichtigen Ressourcen entsprechend teilten sich die engagierten Bürger mitgebrachte Schirme, während Patrick Schreiber von den JuLis, Florian Sperk von der Grünen Jugend München und Alexander Bock von den Jungen Piraten ihr Anliegen formulierten.
Nach eindeutigen Willensbekundungen der Demonstranten setzte sich der Demonstrationszug im strömenden Regen in Bewegung. Mit lautstarken Sprechchören wie „Nur Diktatur braucht Zensur“ oder „Netzzensur im ganzen Land - unsere Antwort: Widerstand“ machten die Demonstranten ihrem Protest Luft und ernteten viel Beachtung bei den Passanten am Rande des Zuges. Die friedliche, aber entschlossene Menge versammelte sich vor der Staatkanzlei, wo Leo Wandersleb von der Piratenpartei mit einer abschließenden Rede die Demonstration beendete.
Weiterführende Informationen:
http://loeschenstattsperren.de/muc
http://ak-zensur.de
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