Willi Scherer
*13. Dezember 1921 - † 2. November 2009
Sein Leben war geprägt durch Krieg und Gefangenschaft; durch Arbeits-
losigkeit und Not; durch frühe Begegnungen mit kommunistischen
Intellektuellen und durch seine politische Arbeit in der FDJ und in der
KPD in den 50er Jahren; durch seine Arbeit im Bergbau, in der Gießerei
bei Küppersbusch und die fast lebenslange aktive Gewerkschaftsarbeit;
durch seine langjährige Tätigkeit als Betriebsratsvorsitzender bei
Küppersbusch in Gelsenkirchen; durch seine Erfahrungen im Aufsichtsrat
der AEG; durch seine Mitarbeit im Sozialistischen Büro, bei der
„Sozialistischen Betriebskorrespondenz“, beim „express – Zeitung für
sozialistische Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit“ und bei der
„Sozialistischen Zeitung“.
Die ganz konkreten Erfahrungen der Arbeit im Kapitalismus standen
für Willi Scherer im Zentrum seines politischen Engagements – hier
hatten Solidarität und Humanität ihren Ausgang und bleibenden Ort.
Hier entzündeten sich seine Leidenschaft und seine Wut und Empörung,
die sich gegen jegliche Form von Ausbeutung und Unterdrückung
richteten.
Willi Scherer lebte von der ungebrochenen Hoffnung, die Arbeit und das
Zusammenleben der Menschen einmal so zu organisieren, dass – wie es
im „Kommunistischen Manifest“ heißt – „die freie Entwicklung eines
jeden, die Bedingung für die freie Entwicklung aller ist“.
Er war ein Mensch von großer Herzlichkeit und menschlicher Wärme
gegenüber allen, die ihm nahe standen und mit ihm Anteil hatten an dem,
was ihn bewegte und seinem Leben Sinn und Inhalt gab.
Willi Scherer war ruhelos tätig, wo immer er es für notwendig hielt und
er gebraucht wurde. Er hat Hoffnung gelebt und anderen vorgelebt.
Er hat Menschen zusammengebracht und zusammengehalten, er hat
Artikel geschrieben, Reden gehalten, er war ein politisches Gravitations-
zentrum der Linken.
Wir haben große Anstrengungen auf uns zu nehmen, den Ort nicht
verwaist zu lassen, den er mit seinem Leben eingenommen hat.