Die Pflicht ist, so wurde mir einmal in jungen Jahren beigebracht etwas, was zu tun jemand als eine innere, sittliche oder, moralische Verpflichtung ansieht, was seine eigenen bzw. die gesellschaftlichen Normen von ihm fordern. Wird sowas zu einer staatsbürgerlichen Pflicht so müsste schon kontrolliert werden, wie weit Mensch als Mitglied an diesem Gebilde beteiligt ist.
Allerdings gibt es neben der Pflicht auch eine Kür. Da beurteilen Punktrichterinnen und Punktrichter, wie gut man entsprechend gültigem „Pflichtenheft “die Pflichtaufgaben erfüllt hat. Als Punkterichter in diesem nichtunseren Staat würde ich, was die „Pflicht Pandemiebekämpfung“ betrifft, den verantwortlich Beteiligten kaum mehr als einen Punkt geben und den nur sehr ungern. Zur Aufgabe „Krankheit vom deutschen Volk abzuwenden“ reicht die Note „nicht genügend“ kaum.

Eine Politfiction von Dieter Braeg

Allen  bekannt ist die Politgruppe, die sich »Ampelkoalition« nennt und mit ihrem genialen FührerinnenFührern das geistige und politische  Leerformelrhetorikniveau der Bundeshauptstadt— ach, leider nur so kurze Zeit— bestimmte.
Allen bekannt, wie ihre Ideen über den Jahrtausende alten Irrtum der Einehe, über das Recht der tagelangen Berauschung, an allem, was in die Sinne oder den Magen eindringt und Kapitalismus repariert, sowie das mangelhafte Ethos der Höchstgeschwindigkeitsbeschränkung.
Es ist aber auch bekannt, wie die mit Spannung erwarteten Veröffentlichungen
der ROTGRÜNGELBEN Verblichenen plötzlich — wie mit der Papierschere abgeschnitten — ausblieben.

Am Brunnen vor dem Tore
Steht Deutschlands letzter Baum
Der spendet keinen Schatten
Oder nen süßen Traum

Die Rinde ist zersplittert
Die lieben Worte tot
In Freud und Leid verbittert
Baumsterbentodesnot

Die heut nach Deutschland flüchten
Aus Not- und Todgewalt
Sie fanden keinen  Frieden
Im deutschen Lindenwald

Es rauschen keine Zweige
Als riefen sie mir zu
Versteck dich hier Asyler
Hier find’ste deine Ruh

Die deutschen Winde blasen
Zum Halali bei Nacht
Die rechten Radikalen rüsten
Zur letzten großen Schlacht

Ich aber weine Tränen
Entfernt von jenem Ort
Der Lindenbaum zerbrochen
Die Zukunft ewig fort

Dieter Braeg,
Nach Wilhelm Müllers Gedicht
„Der Lindenbaum“ umgedichtet
Anhören auf - https://www.youtube.com/watch?v=rzMhy1SJVyM

Kämpfende Arbeiterinnen und Arbeiter im August 1973Am 19. Und 20. Juni 2021 gab es den Programmparteitag der Partei DIE LINKE. Bei You Tube folgten an beiden Tagen nicht einmal insgesamt 500 Frauen und Männer, sicher nicht die ganze Zeit, dem Geschehen. Da gab es zu Beispiel die Rede des in der Stadt Berlin in Regierungsverantwortung befindlichen Klaus Lederer (2016 übernahm Lederer das Amt des Bürgermeisters und Kultur- und Europasenators im Berliner Senat) der mit dem Slogan „wir haben erreicht“ jeden zweiten Satz seiner Rede begann. Scheint wenig zu sein, wenn man die noch vorhandene „freie Kulturszene“ dieser Stadt kaum noch wahrnimmt und kein wirklich wirkender Schritt vollbracht wurde, um die kriminellen Mieten in dieser Stadt zu senken. Aber – „wir haben erreicht“!!!

"Es gibt kein richtiges Leben im falschen." (Theodor W. Adorno, Minima Moralia)
Falsche Maßnahmen werden mit richtigen Argumenten erlassen, richtige Maßnahmen werden von falschen Menschen verantwortet und hinter richtigen und falschen Argumenten stehen gleichermaßen falsche wie richtige Motivationen…
Was tun?
Falsch und richtig verschwimmen unter dem Zwang pragmatischen Handelns im Kampf gegen ein Virus. Deshalb macht die pandemische Krise das Regieren so einfach. Jede Maßnahme ist so richtig wie falsch.

Alle Jahre wieder kommt nicht nur das Christuskind, sondern bald danach ein Jahresanfang und da betätigen sich eine Unzahl von Wortkünstlerinnen und Wortkünstlern und wünschen dem Volk was. Das Jahr wechselt die Politikerinnen und Politiker nicht. Es gibt Wechselstuben für Geld, für Politiker und ihr immer suspekter werdendes Treiben noch immer nicht. Da ein Gespenst umgeht, nicht nur in Europa, sich vor allem in Denk- und Sprechwerkzeuge der unverantwortlich Verantwortlichen eingenistet hat, hier einige Beispiele jener wertlosen Wortbeiträge, die weder dem Ernst der Lage noch der Sprache gerecht werden:

Bettelsingen nach Klabund-neu eingerichtet von Dieter Braeg

Wir sind die drei Weisen aus dem Österreichland,
Die Sonne, die hat uns mehr braun als grün gebrannt.
Unsre Hirn ist freigetestet, unsere Seel ist klar,
Die Gesinnung ist beschämend ganz und gar.
Kyrieeleis

Der erste, der trägt eine lederne Hos’,
Der zweite ist gar gesinnungslos,
Der dritte hat einen spitzigen Hut,
Auf dem der Essbesteckadler drehen sich tut.
Kyrieeleis

Einmal waren wir alle gleich.
Proleten im deutschen Neoliberalreich.
Alle in derselben Luft,
beide in gleicher verschwitzter Kluft;
dieselbe Maloche - derselbe Lohn -
derselbe Chefs - dieselbe Fron -
alle dasselbe elende teure WohnKüchenkloloch . . .
Genossen/Kollegen , erinnert ihr euch noch?

Aber ihr, Genossen , ward flinker als wir.
Euch drehen - das konntet  meisterlich ihr.
Wir mußten leiden, ohne zu klagen,
aber ihr - ihr konntet es sagen.
Kanntet die Bücher und die Broschüren,
wußtet  plumpe  Lügenversprechreden zu führen.
Treue um Treue - wir glaubten Euch doch!
Genossen erinnert ihr euch  noch?

Heute ist das alles vergangen.
Man kann  nur durchs Vorzimmer zu euch gelangen.
Ihr raucht nach Tisch die dicken Zigarren,
ihr verhöhnt Antineoliberale als Sektierer und Narren.
Wisst nichts mehr von alten Kameradinnenkammeraden,
würdet gerne  zur SPD eingeladen.
Ihr zuckt die Achseln beim Hennessy
und diktiert die „ROTrotGRÜNkoalitionsdemokratie“.
Ihr habt mit der Welt euren Frieden gemacht.

Hört ihr nicht manchmal in dunkler Nacht
eine leise Stimme, die mahnend spricht:
Genossen, schämt ihr euch nicht -?


nach
        Theobald Tiger
        Die Weltbühne, 06.09.1923, Nr. 36, S. 248, wieder in: Mit
        5 PS, auch u.d.T. »An die Bonzen«.
[Werke und Briefe: 1923, S. 106. Digitale Bibliothek Band 15: Tucholsky, S. 2955 (vgl. Tucholsky-GW Bd. 3, S. 351-352) (c) Rowohlt Verlag]
von
Dieter Braeg nach der Lektüre des
leider wirkungslosen Textes „Quo vadis, Die Linke?“ in  www.scharf-links.de der leider keine Kritik an dem unerträglichen Parteibeamtinnenbeamtengehabe enthält!

18.9.2020

Urlaub schon gebucht oder gehabt? Klar doch! Sie lassen sich doch nicht durch irgendeine Mittelstandsvereinigung irgendeiner Partei oder Corona zur 40stundenwoche verführen, mit anschließender Streichung einer Urlaubswoche. Wohin geht’s? Lassen Sie mich raten. An’s herrlich algenduftige Meer? Sehr gut, dann nehmen Sie das von der UNO im Jahre 2018 ausgerufene „Jahr des Meeres“ nicht nur sehr ernst sondern auch wörtlich.

Ist ja eigentlich auch schwer, einen Ort ohne Blick aufs Meer zu finden, wenn man bedenkt, dass 72 Prozent der Erde mit Salzwasser bedeckt sind.  1,3 Milliarden Kubikkilometer Ozean, und es könnten noch etwas mehr werden, wenn die Polkappen abschmelzen,  und Sie, kleines Umweltferkel dass Sie sind, auch diesmal kräftig in’s Meer pinkeln und zusätzlich durch deutschen Skitourismus in Österreich die Gletscher immer kleiner werden und so die Salzwassermengen den Wolfgangsee erreichen wo, lang ist’s her,  Schlingensief und Kohl die Arbeitslosen gemeinsam verarschen.

1920 gab es in Salzburg erstmals Festspiele. Vom 22. bis 26.8. 1920. Mit dem Stück „Jedermann“ von Hugo von Hofmannsthal, bis heute die immer ausverkaufte Attraktion, wurden die nur 5 Tage dauernden Festspiele eröffnet. Zwei der sechs Vorstellungen des Stücks waren der Salzburger Bevölkerung, damals noch ohne Bezahlung eines Eintritts, vorbehalten.  Zur Geschichte findet man auf der Homepage der Festspiele den Satz: „ Der Werdegang der Salzburger Festspiele ist eng verbunden mit klingenden Namen wie Max Reinhardt, Hugo von Hofmannsthal und Herbert von Karajan.“ Von Anfang bis heute waren die Festspiele mit ihrem konservativ bürgerlichen Programm - Ausnahme war die Zeit in der Gerard Mortier Intendant der Festspiele war - ein Zeichen rückwärtsgerichtetem Kulturverständnis. Die Gründer Bahr, Hofmannsthal und Reinhardt hielten mehr von einem Programm, bei dem die Zeit stehen geblieben war und zielsicher spottete dazu Karl Kraus: „Herr, gib uns unser täglich Barock!“.