1Schon wieder gibt es einen Parteispendenskandal in unserer blühenden Blödsinnlandschaft.
Im Parlament schwillt die Oralbanalrhetorikflut. Es plätschert empört aus allen Fraktionen raus in’s Land.

FDP und CSU haben von der Industrie Gelder in Millionenhöhe entgegengenommen. Unter den Spendern ist – man kann es in allen Gazetten lesen, im Rundfunk hören und auch privat und öffentlichrechtlich sehen  – ein schwerreicher Hotelbesitzer.
Sicher reiner Zufall, dass die deutsche Regierung gerade jetzt der Gastronomiewirtschaft einen dringenden Wunsch erfüllte und die Mehrwertsteuer auf Hotelübernachtungen senkte.

Da können aber die Preußen von den Österreichern eine Menge lernen. Naiv, wer glaubt, in Österreich gäbe es nur die Mozartkugel, den Kaiserschmarrn und derlei Parteispenderei komme in Österreich nicht vor.

Ösiland unterscheidet sich da von Deutschland gewaltig, da ist man schon lange auf dem richtigen Spendenweg. Der Unterschied ist: Wenn in Österreich die Wirtschaft Millionen an die politischen Parteien überweist, und das tut sie, dann erfährt das, anders als in Deutschland, kein Mensch. Weil in Österreich die Parteien das verbriefte Recht haben, ihre Spenden zu verschleiern. Daher keine Berichterstattung. Daher keine Transparenz. Daher keine Parteispendenaffäre.

Auch abseits der Geheimaktion Parteispenden ist Österreich ein Land, das vorwiegend aus Amtsgeheimnissen besteht. Das hat nicht mit dem so beliebten Titel Hofrat zu tun, der sich noch steigern lässt zum „wirklichen Hofrat“.

Geheim sind  in Ösiland wo man Pferde weiß anstreicht und dressiert, damit die in der spanischen Hofreitschule zur Förderung des Fremdenverkehrs herumhüpfen, beispielsweise die soeben aktuell gewordenen Listen mit jenen Persönlichkeiten, die auf dringenden Wunsch diverser Landesfürsten  in Österreich eingebürgert werden sollen. Geheim bleiben sogar die Richtlinien des österr. Innenministeriums, nach denen diese Einbürgerungen vonstattengehen. Und wenn nicht ein Landespolitiker aus dem Bundesland Kärnten, der aus unerfindlichen Gründen  Uwe Scheuch heißt,  dumm genug ist, sich dabei belauschen zu lassen, wie er gerade einem russischen Investor die Einbürgerung für eine Parteispende in Aussicht stellt, bleiben sämtliche Mauscheleien im Dunkeln.

Unter dem Schirm des Amtsgeheimnisses ruhte übrigens auch – apropos Kärnten – die Begründung, die sich die Staatsanwaltschaft einfallen ließ, um nicht gegen den ortstaferlverrückenden Landeshauptmann ermitteln zu müssen, der einer automatischen Unschuldsvermutung mit NIXwissensverstärkung unterliegt..
Österreich wird betrieben wie eine streng geheime Kommandosache. Transparenz findet nur statt, wenn sich jemand verplappert. Das ist der Moral in diesem Land  zwar nicht zuträglich, aber wir freuen uns, dass das CDUFDPCSU&Co nach Beratung durch österreichische Amtsgeheimnisexperten die Parteispendenskandalisierung per Grundgesetzänderung endgültig entsorgen werden. Aber das ist Geheim!