1Als die Parteien noch keine GeschäftsFÜHRER hatten und Rotkäppchen noch den Kuchen, ohne Überfall, durch den Wald bis zum Knusperhäuschen transportieren konnte, da gab es zumindest einen Hauch von Interessensvertretung, betrieben von politischen Parteien. Das hat sich geändert, wer nicht Politik sondern Geschäfte macht, der braucht einen Vorturner und das ist bei der Partei Die Linke.  Dietmar Bartsch,  der sich sogar Bundesgeschätsführer nennt.
Gerüchte über seine sexuellen Vorlieben und Krankheiten gibt es nicht, dass aber das in Berlin situierte Karl Liebknecht Amt auch eine Gerüchteküche betreibt, in der anscheinend eine ganze Menge Köchinnen und Köche den Brei verderben,  wirkt sich nun aus.

Da soll es angeblich zwischen einem ehemaligen SPD Vorsitzenden und einer führenden Funktionärin der Kommunistischen Plattform zu Begegnungen der sexuellen Art gekommen sein. So was erfreut das Publikum und wird in einer bürgerlichen Presse breitgetreten, die schon lange jenen Halt verloren hat, der es ihr verbietet eine eigene ohne Werbung unterstützte Meinung zu haben.  Das der Geschäftsführer  BNartsch Herbert Wehner verehrt und diesen als Portrait sein Büro verzieren lässt, na ja !

Herzliche Grüße von einigen Opfern der wehnerschen Tätigkeit während seines Aufenthaltes in der Sowjetunion,  wo dieser auch beschuldigt wurde,  bei der Verhaftung Ernst Thälmanns durch die Nationalsozialisten  seine Hand im Spiel gehabt zu haben. Dietmar Bartsch findet Kritik an Amerika nicht gut und internationale „Friedenseinsätze“ der Bundeswehr kann er sich vorstellen. Mit Waffen Frieden zu schaffen, das passt zu einem, der sein Büro im Karl Liebknecht Haus hat, da vergisst man rasch, wie das mal war im Kaiserreich und der Zustimmung zu Kriegskrediten..

Dietmar Bartsch betreibt ein gefährliches Bundesgeschäftsführergeschäft und macht, zur Freude der bürgerlichen Presse deutlich, dass man in der Partei zwar sozialistisch solidarisch grüßt, wenn man sich schriftlich äußert, aber den Dolch im Gewande hat.

Ziel vieler Angriffe ist Oskar Lafontaine, der, glaubt man so ziemlich allen Sagern/Meldungen unbedingt als Parteivorsitzender notwendig ist, weil sonst der Gemischtwarenhandel mit immer mehr sozialpartnerschaftlich-reformistischen Waren in der Partei Die Linke. nicht mehr funktioniert.  Dabei sind die Geschäftsbedingungen mit denen Oskar Lafontaine den Zusammenschluss von PDS und WASG verlangte, heute mehr denn je nicht erfüllt. Es hat sich keine in Deutschland einheitlich agierende linke Partei entwickelt,
sondern ein politischer Fleckerlteppich wurde über das Land ausgerollt, der dort wo man koaliert (das ist es was Dietmar Bartsch am meisten fördert und anscheinend mit dem von ihm geschätzten  SPD Gesprächspartner Sigmar Gabriel auch bespricht) vor allem den Arbeitslosen und sozial Schwachen nichts bringt. Das kein Hartz IV Empfänger für die Partei Die Linke. im Bundestag oder einem Landtag sitzt, dürfte allerdings nicht allein mit jenem Mist gefördert worden sein, den Dietmar Bartsch verwendet um seine Politbeete zu düngen, um in dieser Partei noch größere Aufgaben zu übernehmen.

Neben der bürgerlichen Presse die gerne über jenes Chaos berichtet, das NRW Linke zum Landtagswahlprogramm gekürt haben, gibt es natürlich immer wieder hoffnungsvolle Meldungen zur Krankheit von Oskar Lafontaine.

In einer Partei die eigentlich für die Forderung stehen sollte, dass es zu den menschlichen Grundrechten gehört einen Kranken so lange nicht zu belästigen, bis er wieder gesund ist, hat sich ein Umgang mit dem sehr kranken Oskar Lafontaine durchgesetzt, den man sonst aus Betrieben kennt, wo es dann nach „Krankenbesuchen“ zur Kündigung wegen „häufiger Krankheit“ kommt. Oskar Lafontaine, dem nicht nur Gesundheit zu wünschen ist, sondern auch eine belästigungsfreie Genesung,  die weder durch die Presse noch Parteifunktionäre gestört wird, kriegt sogar per Neues Deutschland eine Breitseite: „LINKE muss auf Lafontaine warten“  titelt auf Seite eins der Ausgabe vom 9./10.1. 2010,  die Zeitung die sich selbst als „sozialistische Tageszeitung“  bezeichnet.

Der Bundesgeschäftsführer, der nie ein Hartz IV Süppchen aß, sei „angeblich illoyal“ und Gregor Gysi verkündet zu Oskar Lafontaine: „Der Druck muss endlich aufhören!“ und „Die Zeit, die er braucht, die müssen wir ihm geben.“ Wie großzügig, dass man Oskar Lafontaine nicht einen Endtermin gesetzt hat.

Noch „feiner“ agiert im gleichen Blatt am 8. Januar auf Seite vier Rainer Hachfeld (seine Karikaturen im Berliner Extra Dienst fand ich kritischer und treffender) mit einer Karikatur. Der in der Mitte postierte Dietmar Bartsch wird aus der Sicht des Betrachters links von Lothar Bisky beschützt, während rechts Gregor Gysi mit seiner linken Hand die Herzgegend des Bundesgeschäftsführers bedeckt und die Angriffe der Hackebeile abwehrt, die von zwei Händen gegen Bartsch geführt werden. Die Schneideflächen der Mordinstrumente schmückt als Absender einmal  „Die Linke. Landesverband NRW“  und „Die Linke. Landesverband Baden-Württemberg“. Der Hackebeiltod als Diskussionsbeitrag!

In der gleichen Ausgabe muss auch Jürgen Reents, ehemals Kommunistischer Bund Hamburg, der Chefredakteur des ND ist, seinen Senf beitragen: “Streiten lernen“ lautet seine Empfehlung. Es lohnt sich zu zitieren: „Nun gehört die Einforderung von Loyalität in politischen Verbänden zu den am meisten missbrauchten Disziplinierungsmechanismen, es ist vorsichtig damit umzugehen. Denn gemeint wurde häufig nicht eine Loyalität im weiteren Sinne (die Achtung der Interessen anderer und der redliche Umgang damit) sondern in einer engeren Definition: als widerspruchslose treue und Gefolgschaft gegenüber einer parteilichen Obrigkeit, abgestuft bis in die höchsten Zirkel. Verbände, die diesen Mechanismus einsetzten, gehörten nicht nur zur kommunistischen Bewegung, sein gebrauch war und ist auch der Sozialdemokratie nicht fremd.“

Das wird wohl niemanden kümmern. Die meisten Landesverbände der ehemaligen PDS unterstützen den Geschäftsführer, und der HerzJesusozialisten Bodo Ramelow der früh genug, vor Oskar Lafontaines Erkrankung,  seine Parteiführeransprüche anmeldete,  macht auch mit,.

Die Linke. hat sich, trotz Kritik, der üblichen Organisationsformen bedient, mal wieder zitiere ich aus dem Buch Robert Michels „Soziologie des Parteiwesens“ das Pflichtlektüre politisch Interessierter werden sollte (Seite 371):

Die Bildung von Oligarchien im Schoße der mannigfaltigen Formen der Demokratien ist eine organische, also eine Tendenz, der jede Organisation, auch die sozialistische, selbst die libertäre, notwendigerweise unterliegt. Bereits  Karl Ludwig von Haller (Restauration der Staatswissenschaften Band 1, Seite 304 ff) bemerkte, dass in jedem geselligen Verhältnis die Natur von selbst Herrschaft und Abhängigkeit bildet . Somit stellt jede Parteiorganisation eine mächtige, auf demokratischen Füßen ruhende Oligarchie dar. Allüberall Wähler und Gewählte. Aber auch allüberall Macht der gewählten Führerschaft über die wählenden Massen. Die oligarchische Struktur des Aufbaues verdeckt die demokratische Basis. Hier ein Sollen, dort ein Sein. Dieser substantielle Unterschied ist den Massen noch völlig verborgen. Die Sozialisten z. B. glauben vielfach in aller Ehrlichkeit, daß eine neue Elite von Politikern ihre Versprechungen besser halten werde als ihre Vorgänger. Die Idee von der Vertretbarkeit der Volksinteressen, an der die große Mehrzahl der Demokraten, insbesondere die kompakten Arbeitermassen in den Ländern deutscher Zunge, immer noch mit Zähigkeit und aufrichtigem Glauben festhält, ist eine durch einen falschen Lichteffekt, einen effet de mirage, hervorgerufene Wahnidee. Wie Alphonse Daudet auf einer der köstlichsten Seiten einer Analyse moderner Donquichotterie uns den brav‘ commandant Bravida dargestellt hat, der nie aus Tarascon herausgekommen ist, unter dem Einfluss von durch die heiße südliche Sonne in ihm ausgelösten autosuggestiven Kräften aber allmählich zu der Einbildung kommt, in Shanghai gewesen zu sein und dort allerhand interessante Abenteuer erlebt zu haben, so bildet sich im heutigen Proletarier unter dem Einfluss der beständig wirkenden Kräfte einer unentwegten Redekunst kulturell überlegener, sprachgewandter Führer der Gedanke heraus, er brauche nur zu wählen, seine sozialökonomische Sache nur einem Anwalt zu übergeben, auch selber schon »Anteil an der Herrschaft« zu gewinnen.“

Es wird Zeit sich mit der Kritik jener Organisationsformen zu beschäftigen, die  Auseinandersetzungen fördern, die wir jetzt in der Partei Die Linke. so deutlich erleben. Hier geht es nicht um den Kampf zweier Linien, dazu ist die gesellschaftsüberwindende Position der Antikapitalisten samt kommunistischer Plattform viel zu schwammig und idealistisch. Das nun in NRW ein Landtagswahlkampf bevorsteht, der sehr schwierig werden dürfte und auch ohne „Einwirkung“ des Bundesgeschäftsführers nicht unbedingt Erfolg haben könnte, ist absehbar.
Nach der Kommunalwahl in NRW gab es viele Posten und Pöstchen zu verteilen, nun geht es für die meisten Aktivistinnen und Aktivisten darum sich im kommunalen Entscheidungsdschungel zurecht zu finden, die noch verbliebene Parteistruktur vor Ort reicht nicht aus um die kommunalen Gremien auch nur im Ansatz zu kontrollieren und wie weit bei der Gemengelage dann noch die Kraft reicht, bis Mai 2010 einen konsequenten Wahlkampf zu führen, der von den Medien entweder totgeschwiegen oder  entsprechend negativ kommentiert werden wird,  bleibt abzuwarten.

Die nun seit der Zusammenführungsgründung permanent stattfindenden Wahlkämpfe haben viele Posten und Pöstchen gebracht, die Menschen im Land aber, die nehmen mehr und mehr wahr (das kann man, sollte man sich wie ich mit 70 Jahren noch den Luxus leisten regelmäßig  an Infoständen zu arbeiten, auch bemerken), dass auch bei „euch alles so ist wie bei den anderen Parteien“. Der Parlamentarismus feiert fröhliche Urständ, schwächt die sozialen Bewegungen, behindert Bürgerinitiativen  und vermittelt jenen die noch Hoffnung haben, Die Linke. würde was verändern, steigernde Mutlosigkeit und Resignation.

Regierungsbeteiligungen in Brandenburg und Berlin machen das mehr als deutlich.
Der „Nacktscanner“ den  die Politik heute für BürgerinBürger verordnen möchte, müsste zuerst bei jenen eingeführt werden, die ohne Ausbildung und Lehrzeit ohne Probleme schwören, Schaden vom Deutschen Volke abzuhalten. Wie sehr das gelogen ist, zeigt sich jeden Tag  da man nicht Bürgerrechte und Demokratie stärken will sondern „WachstumWachstumWachstum“ mammamerkelt.