1„Die schönsten Geschichten“ so verkünden die Obergescheiten „schreibt immer noch das Leben“. Ja, das Leben, das hat wohl auch in letzter Zeit schreckliche Bildungsdefizite einstecken müssen und deswegen wird aus dem täglichen Leben eine Schreibwerkstatt,  aus der nur noch übelster Lebensmundgeruch ins Land gehaucht wird. Zusammen mit dem realen und kulturellen  Feinstaub raubt es den Menschen den kritischen Verstand.

Bevor das Neue Jahr 2010 so richtig loslegt,  da gibt es in Wien das Neujahrskonzert. Da spielen die Wiener Philharmoniker einen auf etwas, wovon man, weil es ja neu ist, wenig Vorhersehbares und Hörbares geliefert bekommt.

Ein Altesjahrkonzert wäre da ergiebiger.

Diesmal gab es noch dazu einen Dirigenten, Georges Prêtre, der im Vorfeld hoch gelobt, den Klangkörper nicht beherrschte. Ob Walzertakt oder schnellere Musikstückerln, es war teilweise unterirdisch, die paar netten Salonpiecen waren den Eintritt nicht wert.  Das es dazu Tanzeinlagen mit Steinzeitchoreografie gab und  Kostüme (die durch Lob noch vor der Veranstaltung nicht besser anzusehen waren) die dem Modell „SiehtnachNIXaus“ entsprachen, war noch nicht Ärgernisende. Die Live Tanzeinlagen fanden vor Bildern aus dem Kunsthistorischen Museum Wien statt, denen sich BesucherinBesucher kaum so nähern durften wie die Tanzenden.

Das zusammengestellte Musikprogramm das weltweit für große Freude sorgte, die sich im Konzertsaal selbst durch Riesenapplaus äußerte, muss mal näher untersucht werden. Nicht weil das Leben Geschichten schreibt, sondern weil es da meist, wenn es um die Kultur geht, hintergründig wird.

Schau’n wir uns mal an, was da geboten wurde. Da hörte man den Walzer „Wein, Weib und Gesang“ – eine wundervolle Melodie  die Strauß 1868 komponierte – aber der Text – urblöd. Man füllt sich ab bis OberlippeUnterkante und verkündet, dass man mittels Alkohol die Frauen besser rumkriegt, dann wird „zum frommen Gebet“ gegrölt. So sind sie halt, die Wienerlieder. Das ginge ja noch, nur die Schlussverse dieses weltweit übertragenen Liedes, die schlagen zu.

2Man unterstellt dem Konzil und Martin Luther Saufereien und Frauenverführung. Der Mantel des Weaner Schmähs verhüllt nicht mehr, hier ein wenig Originalliedtext: „ Denn man braucht deshalb noch kein Lutheraner zu sein, selbst der koscherste Jud liebt G’sang, Weib und Wein. Es hat der Mohamed freilich den Wein confisziert, doch dafür hat er sich an den Weibern regressirt. Kühner Muth, frisches Blut, thun sehr gut in jeder Zeit, Lieb und Sang, Becherklang, trotzen lang der Traurigkeit.“

Ob das noch lang gut geht, wenn die Ayatollahs sich um dieses weltweit übertragene Lächerlichmachungskonzert des Propheten kümmern. Da gibt es Dschihad und aus wird’s sein mit ana Musi und an Wein! Bei dieser Gelegenheit, mich wundert ja das der Festspielbezirk in Salzburg noch steht, da gab es doch mehrere Jahre Aufführungen von Mozarts „Entführung aus dem Serail“ – da geht es arg zu wenn man Allah unterstellt, er sei derart dement, dass er den Alkoholmissbrauch der Anhänger seiner Religion nicht bemerken würde. Ich rate dringend zu erhöhten Sicherheitsvorkehrungen,  sonst wird die Festspielpräsidentin entführt und irgendwo im arabischen Raum hinter der Wüstendüne 25 gesteinigt! Eigentlich ein feines Thema für ein Stück im Rahmen des Young Directors Project!

Ja aber, das Leben hat uns doch auch was anderes geschrieben – den feinen Donauwalzer, so blauauauaulau!

Ja, dies feine Walzerchen, bei dem das Gemüt nässt, das hat politische Brisanz. Die singenden Männlein, auch Chor genannt, fragen lallend, warum man noch froh sein könne (Ösiniederlage bei Königgrätz – 1866 - war noch nicht verdaut) bei all der Kacke. Da könnt man doch nur rumhüpfen und Leute übers Ohr hauen und sich flatratbesaufen. Und dann -
„Der Ring (damit ist die Wiener Ringstraße gemeint, die um den 1. Bezirk Wiens verläuft) ist ein Juwel, dort wohnt ganz Israel“  -  das ist der weltweit übertragene feine Wiener Antisemitismus.

Prosit Neujahrskonzert!