1Nach dem Landesparteitag der bayerischen Linken in Weilheilm – da wurde, weil Wahlen ja vorbereitet abliefen, ein dem Antikapitalismus und der basisnahen politischen Arbeit nicht nahestehender Vorstand gewählt. Während vor dem Göttinger Bundesparteitag, den man von höchster Stelle aus zu einem „Vorstandswahlverein“ degradiert (auch weil dies die bürgerliche Medienmafia so verlangt) hat, wenigstens in anderen Landesverbänden der Partei Regionalkonferenzen stattfinden, gibt es in Bayern jene Lösung, die einen wirklich nicht verwundern darf. Die Landessprecherin und der Landessprecher verkünden (da wird die ganze Mitgliedschaft verständigt – sonst reicht es nicht zu einem regelmäßigen bayerischen Politrundbrief an die Mitgliedschaft):

„Liebe Genossinnen und Genossen,
nach den Diskussionen der letzten beiden Tage in Berlin mit dem geschäftsführenden Parteivorstand und den SprecherInnen der Landesverbände finden nun in den nächsten 2 Wochen verschiedene Regionalkonferenzen als Vorbereitung auf den Bundesparteitag statt.
Der Landesvorstand in Bayern hat beschlossen, aufgrund der Nähe zum Landesparteitag in Weilheim, keine eigene Konferenz durchzuführen.
Den Mitgliedern unseres Landesverbandes werden die Termine und Veranstaltungsorte in den angrenzenden Landesverbänden mitgeteilt. Diese finden sich unter der nachfolgenden Adresse:
http://www.die-linke.de/partei/organe/parteitage/3parteitag1tagung/regionalkonferenzen/
Der Landesvorstand bittet die interessierten Genossinnen und Genossen an einer dieser Konferenzen teilzunehmen.
Mit solidarischen Grüßen
Eva Bulling-Schröter, Landessprecherin
Xaver Merk, Landessprecher“

Nun sind Landessprecherin und Landessprecher nicht für diese Wahlniederlagen verantwortlich und der restliche bayerische Landesvorstand, neu im Amt, auch nicht. Dass man aber über zwei so entscheidende Ereignisse der letzten Wochen, die in keiner Weise auf dem Weilheimer Landesparteitag diskutiert wurden, nämlich zwei herbe Wahlniederlagen (deren Ursachen vom Bundesparteivorstand kaum entsprechend diskutiert wurden, sondern nur zu abstrusesten Personaldiskussionen führten, der kleine Vorsitzende Klaus Ernst nennt die, haha, „kulturvoll“), der bayerischen Mitgliedschaft keine Meinungsäußerung zubilligt, lässt tief blicken.

Die vollmundige Aussage, man werde als Die Linke. in den bayerischen Landtag einziehen, hat nicht einmal die Qualität einer Zukunftsprognose, die in Science Fiction Romanen für schlechte Unterhaltung sorgt, denn durch die Verweigerung einer eigenen Regionalkonferenz die notwendig wäre, um auch den jetzigen Zustand der bayerischen Mitgliedschaft  samt dazugehöriger Meinung kennen zu lernen, zeigt deutlich, dass dieser Landesvorstand nur eine politisch unmündige Mitgliedschaft akzeptiert, die nach dem vorgegebenen Motto „Maul halten, Gehirn nicht einschalten“ zu agieren hat.

Der kleine Vorsitzende Klaus Ernst, der allein durch seine mündlichen Wortspenden, zum Beispiel am Mittwoch den 16.5.2012 in einer Morgensendung des DLF reifeste Kleingeisterei
erzeugt, reduziert Basisdemokratie auf den Vorschlag, doch Oskar Lafontaine per Mitgliederurabstimmung zum Parteivorsitzenden zu berufen.

In anderen „Wahlvereinen“ die dieses nichtunser Land zur demokratielosen Steppe werden lassen, schickt man Wahlverlierer in die Wüste, nur in „unserer“  Partei in der die Mitgliedschaft kaum was zu bestimmen hat, die sich in Bayern nicht einmal mehr traut „sozialistisch“ zu grüßen, bleiben alle die Frauen und Männer im Amt, die eigentlich aus den Wahlniederlagen – und auch die im Saarland war eine – Konsequenzen ziehen müssten.

Am Rande, der NRW Landtag der eigentlich mit 181 Mandaten funktionieren soll, ist nach dieser Wahl auf 237 Mandate angewachsen. Die Medien die sonst bei jedem Windhauch reagieren, hatten bis jetzt anscheinend keine Zeit diese zusätzliche Belastung der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler auch nur im Ansatz zu kritisieren. Eigentlich hätte man bei dieser Wahlbeteiligung die Sitze im Landtag um 40% kürzen müssen, denn irgendwo muss doch die Meinung jener Bürgerinnen und Bürger deutlich werden, die als Nichtwähler stärker als jede andere politische Partei sind.