1Klaus Ernst/Thomas Händel/Katja Zimmermann (Hrsg.)
„Was war? Was bleibt?
Wege in die WASG,
Wege in DIE LINKE“

Freundlich unterstützt, wurden die nicht am Hungertuch nagenden Herausgeberin/Herausgeber von der Rosa-Luxemburg Stiftung, Berlin und dem Verein „Wählerinnen- und Wählerinitiative Arbeit& soziale Gerechtigkeit – Wolfgang-Abendroth-Stiftungsgesellschaft, Fürth/Bayern.

Dieses Buch dokumentiert Gespräche mit Peter Vetter, Christine Buchholz, Klaus Ernst, Ralf Krämer, Thomas Händel, Joachim Bischoff, Anny Heike, Axel Trost, Herbert Schui, Sabine Lösing, Lothar Bisky dazu kommt ein Vorwort von Klaus Ernst, ein Prolog „Das Verschwinden der WASG“ von Katja Zimmermann einem  „Kein Epilog“ von Klaus Ernst und Thomas Händel mit dem Titel „Immer noch und immer wieder: Für Arbeit und soziale Gerechtigkeit“. Es folgt ein Anhang mit dem Aufruf aus dem März 2004 der „Initiative Arbeit und soziale Gerechtigkeit“ samt dem Text der nicht nur von Ralf Krämer stammt – „Für eine wahlpolitische Alternative 2006“. Dafür hat man, das sei gelobt,  mit wirklich augenschonendem Druckbild,  206 Seiten veröffentlicht. Das „Kernanliegen“  - es hat mit der Kernkraft nix am Hut – ist Arbeit und soziale Gerechtigkeit und ist, so meinen die Herausgeberin/Herausgeber „aktueller denn je“. Wie Arbeit und gestaltet werden sollte und was nun soziale Gerechtigkeit bedeuten könnte, dazu gibt dieses Druckwerk wenig Auskunft.
Man dümpelt im Politschreibsprech jener Art herum, die eher Verzweiflung hervorruft, als zum Thema erhellendes beizutragen.

Was für Konflikte es gab, wie sehr sich, vor allem die Position von Klaus Ernst zur PDS veränderte, da gibt es keine Aufklärung. Der Versuch auf dem WASG Bundesparteitag in Dortmund in der teuren Gruga Halle, Unvereinbarkeitsbeschlüsse zu propagieren, gehört, neben vielen anderen Aspkekten,  auch zur WASG Geschichte. Die vielen „Zusammenführungskonflikte“ an der WASG Basis, die „Doppelmitgliedschaftsstrategie“ – keine Zeile! Wie nur von der PDS die Listen zur Bundestagswahl 2005 „aufgestellt“ wurden – verdrängt! Wie heute mit dem Thema Mindestrente in der Partei Die Linke. umgegangen wird und man  die auf dem Parteitag beschlossene Mindesthöhe demontiert, das ist eher Ausdruck jenes Politikverständnisses das in der WASG genau so wie heute in der PDL praktiziert wird. Von OBEN beschlossen von unten zu akzeptieren! Eine Partei braucht nicht nur Parolen, die in dem Moment unglaubwürdig werden, wenn die Mitgliedschaft soziale Gerechtigkeit fordern soll, aber in ihren Mitgliederrechten ignoriert wird.

Machen wir es kurz. Wir brauchen keine per „Gespräch“ inhaltslos dargestellte Geschichte der WASG und was ihr„Kernanliegen“ angeht, da meint der Berliner Linke-Chef Klaus Lederer, dass die Partei auch künftig als “Anwalt des Ostens“ gesehen werden muss. ‘Wir treten bei der Bundestagswahl in einem Jahr zwar als gesamtdeutsche Partei an, werden aber weiter auch ostdeutsche Themen auf die Tagesordnung setzen“.  Wie war das mit diesem
„Zusammenführungsprozess“ der angeblich wirkt?

Der Herbst und Winter bietet Zeit in der man lesen sollte, dieses Buch sicher nicht!

Klaus Ernst/Thomas Händel/Katja Zimmermann (Hrsg.)
„Was war? Was bleibt?Wege in die WASG, Wege in DIE LINKE“
VSA Verlag Hamburg 2012.  ISBN 978-3-89965-522-3. 12,80€