Erste Hilfe?

Edith Michaeler:  Dr. Brunners NOTFALLBUCH -  herausgegeben von Barbara Brunner

Die Welt ist kompliziert, und kaum glaubt Frau/Mann, auch gendermäßig sei alles spitzenmäßig in Ordnung, da ist es schon passiert: Die Milch ist sauer, das Bier schmeckt schal, im Fernsehen, dem öffentlich-unrechtlichen mit Zwangsbeitrag für alle, spricht die Merkel. Das ist ein Notfall. Oder?
Ich habe dann mal gleich nachgesehen in diesem wirklich in vielen Fällen sehr kompetenten Ratgeber, ob im Register unter R auch „Revolution“ angegeben ist. Denn in dieser nicht-unseren Gesellschaft dürfte das ganz sicher für die Mehrheit der Ein- und Zweifältigen ein Notfall sein. Gefunden hab ich da nur: „Radioaktive Unfälle/Giftgaswolken“ und „Reifenplatzer“. So ist der Weisheit letzter Schluss: bei Revolution hilft nix! In keinem Fall dieser kleine feine Ratgeber. Eigentlich schade!

Wie geht man etwa mit der Situation um, wenn der Partner plötzlich bewusstlos zusammensackt, oder in Wohnung oder Haus Gasgeruch auftritt, und was tun, wenn man bei einem feinen Auslandsaufenthalt ausgeraubt wird? Da hilft dieser Notafallratgeber .

Die rote Masche
Ein Shoabuch für Kinder und Erwachsene von Annika Tetzner

Annika Tetzner halt als Kind den Holocaust überlebt. Geboren in Prag, lebt sie jetzt in Jerusalem. Sie schreibt und illustriert Bücher für Kinder und Erwachsene. Sie überlebte als einzige ihrer Familie die Konzentrationslager Theresienstadt, Birkenau und Mauthausen.

In dem bemerkenswerten Vorwort des in der Wiener Edition Splitter erschienenen Buches, meint Elisabeth von Samsonow:

„Diese drei Geschichten weisen auf die Möglichkeit der Rehabilitation des

Proletenpassion  –  Das Buch
Erinnern wir uns noch an die großartige „Proletenpassion“?

An den ersten Text dieser ganz anderen Darstellung von Geschichte?
„WER SCHREIBT DIE GESCHICHTE

Jeden Morgen, wenn wir zur Arbeit fahren,
wird eine neue Seite ins Geschichtsbuch geschrieben.
Wer schreibt sie? Geschieht Geschichte mit uns?
Oder machen wir unsere Geschichte?

Unsere Geschichte ist die Geschichte von Kämpfen
zwischen den Klassen, eine wütende Chronologie.
Doch gelehrt wird uns die lange Reihe von Kronen und
Thronen, und über allem waltet ein blindes Geschick.

DICHTUNG UND GESCHICHTE
Jochachim Sartorius
„Niemals eine Atempause“
Handbuch der politischen Poesie im 20. Jahrhundert

Wir haben mit 2014 ein Jahr hinter uns gebracht in dem wir viel „Geschichte“ und „Gedenken“ geboten bekamen. Der Streit um die „Schuldfrage“ und diese vorgeschobene  „Aufarbeitung der Geschichte“  hat viel Papier vergeudet und zur Vernebelung der Grundwidersprüche in dieser nichtunseren Gesellschaft beigetragen. Schon als Herausgeber der Anthologien „Atlas der neuen Poesie“, „Minima Poetica“ und  „Alexandria Fata Morgana“ hat er mehr als nur lyrisch-poetische Kompetenz bewiesen. In diesem Handbuch wird in neunzehn Ereignissen des vorigen Jahrhunderts von Schriftstellern per Text viel mehr beschrieben, geschildert, kommentiert  und Position bezogen, als die Geschichtswissenschaft leisten könnte. In seinem  kenntnisreichen und bei dem Thema auch notwendig ausführlichen Vorwort schreibt der Herausgeber unter anderem: „Es gibt politische Gedichte ohne Zahl. Es ist ein Meer. Hängt man der These an, dass jedes Gedicht, auch das bukolische, gesellschaftliche Relevanz hat – quasi  ex negativo-, so hat man es mit einem Ozean „politischer“ Gedichte zu tun. Bei der Zusammenstellung dieser Anthologie und ihrer Engführung waren daher zwei Definitionen von

Nicht nur eine Reise in dieVergangenheit von BMW-Berlin

Dieses Buch dokumentiert einen Kampf zwischen Lohnarbeit und Kapital im BMW-Motorradwerk Berlin(1984 - 1987. Beteiligt waren die Belegschaft und dazu Akteure: Rainer Knirsch, Hans Köbrich und Peter Vollmer, die in diesem Betrieb nicht nur ihre Arbeitskraft verkauften, sondern auch linke kritische Betriebsarbeit leisteten.

Beschrieben wird die tagtägliche Arbeit als interessenbewusster Arbeiter, als Gewerkschafter, als Betriebsrat. Dazu wird die arbeitsrechtliche Situation aufgezeigt, konkret und systembedingt, samt der Öffentlichkeitsarbeit: im Betrieb für die Belegschaft; für die Öffentlichkeit außerhalb, die Anteil nehmen und solidarisch sind; für Presse, Funk und Fernsehen; an Einzelpersonen und Organisationen, um "Netzwerke" zu bilden.

Knirsch, Köbrich und Vollmer wurden während der Auseinandersetzung mit BMW insgesamt 20 Mal gekündigt, hatten jahrelang keinen Zugang zum Betrieb, und die über hundert arbeitsrechtlichen Verfahren haben BMW sicher sehr viel Geld gekostet. Trotzdem gewann BMW keinen Prozess!

ARBEITSUNRECHT

Werner Rügemer / Elmar Wigand
Die Fertigmacher

Die Sozialpartnerschaft hat schon lange den Löffel abgegeben. Denen, die ihre Arbeitskraft verkaufen müssen, drohten und drohen gefährliche Zeiten. Immer dann, wenn man die eigene Lage verbessern will, entwickelt in diesem nicht-unserem Land das Kapital Strategien, die dazu führen, dass die Rechte der abhängig Beschäftigten ausgehebelt werden.

Dieses Buch hätte eigentlich einen Platz auf der Sachbuch-Bestsellerliste verdient; dem ist nicht so, da führt ein Titel, bei dem ein Junge Frischluft braucht. Dabei ist Arbeitsrecht ein Menschenrecht, und die im Buch beschriebenen Methoden zur Aushebelung  lassen Schlimmes befürchten. Es beginnt im Vorwort mit der Geschichte der Supermarkt-Kassiererin Emmely, die man fristlos entlassen wollte. Sie hatte gestreikt, hatte und hat eine eigene Meinung, und die hat nichts dort zu suchen, wo Menschen ihre Arbeitskraft verkaufen müssen.

Das notwendige Fußball Magazin
In dieser nichtunseren Medienwelt gibt es vor allem, wenn es um die Sportart Fußball geht, eine große Ansammlung überaus  keiner Notwendigkeit dienende Druckerzeugnisse und dazu natürlich auch Fernsehsendungen, die weder durch den Titel „Doppelpass“ noch „erlesene“ Moderatoren und sehr wenige Moderatorinnen weder  das Sportgerät Fußball noch runder machen als es eh schon ist, oder außer der ewig währenden Regel „Elfmeter ist, wenn der Schiedsrichter pfeift“ etwas zu bieten hätten, dass eine und einen vom Hocker reißt. Der erste Weltkrieg ist ja, weil  er vor 100 Jahren angefangen hat, bei vielen Geschichtsexperten ein Thema, wobei natürlich, dem Untergang der Welt durch Druckerschwärze dienend, die wichtigste Frage lautet: „Wer ist schuld ?“ und die Antwort „immer die Anderen“! der kritischen Geschichtswissenschaft den Straf&Todesstoß versetzt
Das österreichische Fußballmagazin „ballesterer“ hat schon in anderen Ausgaben zum Beispiel das Schicksal von politisch unerwünschten Spielern im Nationalsozialismus untersucht und dazu Notwendiges

Genussbuch

Klaus Kufeld
Der kulinarische Eros

Der Herr Feuerbach hatte schon Recht als er verkündete, der Mensch sei was er isst! Der Umgang mit Lebensmitteln findet zurzeit leider nur sehr selten im Bereich Kultur und Philosophie statt. Wir haben es eher mit „Kochkünstlern“ zu tun, die Geist und Körper leider nicht einmal leichte Kost bieten, sich „Lafer-Lichter-Lecker“ oder so ähnlich nennen und  Lebensmittel und Esserin/Esser foltern. Gegen diese Folter hilft ein feines Buch, das vom Autor unter dem Begriff „Dank“ auch Folgendes feststellt: „Bücher dieser Art sind ohne die Verlegerin Batya Horn undenkbar; für ihren Genius und ihr Gespür für Sinn und Schönheit danke ich besonders herzlich.“ Wer also nach Wien fährt, der sollte unbedingt die Edition Splitter, zu der auch die Galerie Splitter Art gehört, besuchen. Im ersten Bezirk in der Salvatorgasse 10/Ecke Fischerstiege erwartet einen Kunst & Lesegenuss und dazu eine wunderbare Verlegerin, die vielen anderen Autorinnen und Autoren zu bemerkenswerten Veröffentlichungen verhalf.

Kein schöner Land?
So beginnt ein Volkslied, da findet man sich ein unter Linden zur Abendzeit und versinkt in picksüßer Idylle.  „Schöne Tage“ der erste Roman von Franz Innerhofer erschien im Jahre 1974. „Der Pflege einer kinderlosen Frau entrissen, sah Holl sich plötzlich in eine fremde Welt gestellt. Es waren da große Räume und viele Menschen, die keine Zeit hatten für Kinder, denn sie mussten sich heftig bewegen. Die Felder waren verwahrlost und die Menschen hungrig.“ Franz Innerhofer wurde im Jahre 1944 in Krimml, dort wo fast das Ende des Landes Salzburg und der Weg nach Tirol nicht weit aber unwegsam ist, geboren. Innergebirg heißt diese Gegend auch noch heute. Der kleine Franz hat dort eine Kindheit verbracht, die heute kaum vorstellbar ist. Als Innerhofers Roman „Schöne Tage“ erschien,  da glotzte die Bevölkerung noch Heimatfilme und  der Förster vom Silberwald feierte  fröhliche Urständ und in den 60seitigen Schundhefteln heiratete die arme Magd vom Güllehof den Grafen. Eine happyending Welt mit jodelnden Lederhosen und Kuhglockengeläute lockte schon damals die Gäste fremd zu „verkehren“.
Wer dieses Buch liest, erlebt Schmerz, Erschöpfung und Erniedrigung. Holl das Kind, später der Heranwachsende, der sechs  Jahre alt von Mutter und Steifvater auf den Bauernhof des Vaters abgeschoben,

Fahrt in’s Rote
Christoph Jünke
„Streifzüge durch das rote 20. Jahrhundert“

Spaziergang,, Bewegung, Ausflug, Bummel, Marsch, Weg, Exkursion, Tour, Trip, Spritztour,   Marsch, Exkursion, Abstecher, Fahrt ins Blaue, Lustfahrt, Landpartie, Abstecher, Erholungsfahrt, Vergnügungsfahrt, Wanderung…Christof Jünke, Vorsitzender der Leo-Kofler-Gesellschaft der auch viele Jahre der SOZ verbunden war hat mit insgesamt 19 Texten fünf Bereiche (Revolution und Konterrevolution, Neu Beginnen, Epochenbruch und Rück- und Ausblicke) der, wie er es im Buchtitel formuliert, roten Geschichte des vorigen Jahrhunderts wieder in Erinnerung gebracht. Jünke hat ein sprachlich und inhaltlich notwendiges Buch zum „traurigen Schicksal der sozialistischen Emanzipationsbewegungen des 20. Jahrhunderts“ geschrieben.