1Aus den Braegschen Archiven. Im Jahre 2006 gab es bei den Salzburger Festspielen eine
spannende Begegnung zwischen Hans Meyer und Martin Kušej, das in meiner kleinen Internetzeitung wieder zu lesen sein muss!

Hans Meyer

Nun gab es zum Abschied keinen Teppich für Hans Meyer. BILD kann jubeln, denn  als Hans Meyer verkündete „Wenn ich spüre, dass kein Vertrauen mehr da ist, werden wir die Reißleine ziehen. Momentan sehe ich das nicht.“  war er schon seinen Job los. Schäbig war, wie immer, der Feudalpräsident des 1. FC Nürnberg der zuließ, dass Meyers Intimfeinde von BILD öffentlich machten, was durch ihre Schreiberei gefördert wurde. Eine Entlassung. Ein Teppichmogul der Adolf heißt und seine Entscheidungen per BILD öffentlich werden lässt, das stört heute wenige. Hans Meyer ist eine saftige Abfindung zu wünschen und weitere glückliche Jahre.
Im Jahre 2006 gab es während der Salzburger Festspiele, gestaltet vom damaligen für das Schauspiel zuständigen Direktor Martin Kušej, die „Magazine des Glücks“. Im Rahmen dieser Veranstaltungen gab es am 3.6. 2006 ein Gespräch zwischen Hans Meyer der damals mit seinen Spielern vom „Glubb“ in Kaprun/Österreich  ein Trainingslager absolvierte, ein längeres Gespräch. Hier Auszüge aus diesem Gespräch, das deutlich werden lässt, das Hans Meyer, der gekonnt und zugespitzt in der Lage war, das schäbig korrupte Geschäft des Springer, Kirch und Bertelsmann – Boulevard zu persiflieren,  dem Fußball nicht verloren gehen sollte. Hier Auszüge aus diesem Gespräch:

1Die Zahlen die ein Menschenleben begleiten, vor allem dann, wenn es vorbei ist, die sind so nichtssagend und doch, auf sie trifft  meistens  zu aller erst:

1928 Am 8. Oktober kommt Helmut Qualtinger in Wien zur Welt
1986 Helmut Qualtinger stirbt am 29. September in Wien

So wenige Daten hat sich Helmut Qualtinger nicht verdient.
Natürlich gab es eine „schöne Leich“ und der Schriftsteller Peter Turrini hielt, wie viele andere, eine Grabrede, da meinte er, Qualtinger habe ein Lebensthema gehabt :“die ganze politische Schweinerei, die unter uns lebt und vielleicht auch in uns lebt“.

Am Montag den 22.3.2010 veranstaltet der Deutscher Kulturrat + RUHR.2010 unter dem Titel


„ Kulturfinanzierung  welche Perspektiven bestehen? „


1eine Podiumsdiskussion, bei der wir als Linke, vor allem aus NRW  Präsenz zeigen müssen.
Der deutsche Kulturrat schreibt in der Einladung:
„Die Krise der Kulturfinanzierung ist in aller Munde. Fast täglich berichten die Medien über die enormen Schwierigkeiten der Kommunen, die kulturelle Infrastruktur in ihren Städten und Gemeinden zu sichern. RUHR.2010 ist mit dem Anspruch aufgetreten auch über das Kulturhauptstadtjahr 2010 hinaus, kulturpolitische Perspektiven aufzuzeigen. Der Deutsche Kulturrat, der Spitzenverband der Bundeskulturverbände, sieht seine Verantwortung in der Sicherung und Weiterentwicklung der kulturellen Infrastruktur. Der Deutsche Kulturrat und RUHR.2010 veranstalten daher
am Montag, den 22.03.2010, um 19.30 Uhr im RWE Pavillon der Philharmonie Essen (Huyssenallee 53, 45128 Essen) eine Podiumsdiskussion unter dem Titel „Kulturfinanzierung   - welche Perspektiven bestehen?“

1Ein Film des Regisseurs Ulrich Aschenbrenner erinnert an einen armenisch-aserbaidschanischen Dorftausch im Karabach-Konflikt

Die Zeichen standen auf Krieg und Vertreibung, als sich 1988 und 1989 Armenier und Aserbaidschaner in pogromartigen Kämpfen zu Dutzenden töteten. Die Opfer waren in der Regel Angehörige der Minderheiten: Aserbaidschaner in Armenien und Armenier in Aserbaidschan. In der Folge flohen hunderttausende von Armeniern aus Aserbaidschan und Aserbaidschanern aus Armenien, wo sie Generationen zuvor gelebt hatten. Der Hass im ersten Krieg am Ende der Sowjetunion schien beide Völker vollständig erfasst zu haben.

1Jedem Zeitgeist sein Ungeist. Am 10. Mai 1933, vor 77 Jahren, verbrannte man an vielen Orten in Deutschland Bücher. „Wider den deutschen Ungeist“ war die Parole.

Bertold Brecht
Die Bücherverbrennung
(1938)

Als das Regime befahl, Bücher mit schädlichem Wissen
Öffentlich zu verbrennen, und allenthalben
Ochsen gezwungen wurden, Karren mit Büchern
Zu den Scheiterhaufen zu ziehen, entdeckte
Ein verjagter Dichter, einer der besten, die Liste der
Verbrannten studierend, entsetzt, daß seine
Bücher vergessen waren. Er eilte zum Schreibtisch
Zornbeflügelt, und schrieb einen Brief an die Machthaber.
Verbrennt mich! schrieb er mit fliegender Feder, verbrennt mich!
Tut mir das nicht an! Laßt mich nicht übrig! Habe ich nicht
Immer die Wahrheit berichtet in meinen Büchern? Und jetzt
Werd ich von euch wie ein Lügner behandelt! Ich befehle euch:
Verbrennt mich!

1Allerorten hat in Österreich die Festspielzeit begonnen, es jedermandeld bald auf dem Salzburger Domplatz, in Mörbisch beißen die Mücken kräftig zu beim „Zarewitsch“ und  auch sonst zeigt sich, wie immer, ein Sommertheater, dass Karl Kraus in einem Vortrag am 22.9.1922 (später erschienen in „DIE FACKEL Nr. 601-607 Seite 1-7) wie folgt geißelt:

„Statt der eigenen Stimme, die die Wirklichkeit im ersten Schrecken des Wiederantritts mir verschlägt und die ihr entgegenzustellen mir immer aussichtsloser scheint und immer unerträglicher wird, hole ich mit beherzter Absicht ein Stück alter Theaterwelt hervor und attestiere mir, weil es bloß die Übertölpelung der Köpfe durch die Perücken darstellt, meine Zurückgebliebenheit hinter allem Betrug des neuen Welttheaters. Ich bescheide mich, meine schon unüberbietbare Mißachtung für alles Kunstgetue, das einer um ihr nacktes Leben ringenden Menschheit sich als Ausdruck eines Zeitbedürfnisses aufdrängt, lieber in der Wahl abgelebter und nie voll erlebter Werte als durch meine eigene Sprache zu bekunden. Denn sie,selbst sie vermöchte im Augenblick nicht den Abscheu zu meistern, den mir das entfernteste Miterlebnis dieses Kultursommers vermittelt hat, dessen furchtbaren Abschluß wohl die Tatsache bedeutet, daß die Zeitungen wieder erscheinen.“

1Es wird gefeiert: 90 Jahre Salzburger Festspiele und die Salzburger Nachrichten stellen auf der heutigen Titelseite fest:
„Der Euro rollt: Festspiele bringen Österreich Milliardengeschäfte“
Da passt auch das Motto der Salzburger Festspiele:
„Wo Gott und Mensch zusammenstoßen, entsteht Tragödie“
Ersetzt man „Gott“ durch „Kapital“ das ja derzeit die ganze Welt regiert, dann ist alles so wie es schon immer war und der Verfassungsschutz wird schon dafür sorgen, dass es nur eine Tragödie gibt, die jene trifft die sich keine Eintrittskarte für fast 400.--€ für eine Opernvorstellung in Salzburg leisten können, hat niemand zu befürchten, denn es herrscht Ruhe im Land. Zu dieser Kultur braucht es nur die Worte des großen Karl Kraus:

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